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In Deutschland wurden in den vergangenen zwölf Monaten 13,7 Millionen PCs neu angeschafft Rekordjahr für Computer-Verkäufer

Von dpa

dpa Berlin/New York. Noch nie sind so viele Computer in Deutschland verkauft worden wie im abgelaufenen Jahr. Rund 13,7 Millionen PCs seien 2010 angeschafft worden, 13 Prozent mehr als 2009, teilte der Branchenverband Bitkom gestern in Berlin mit.

„Das Geschäft mit Personal Computern boomt in allen Bereichen“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Sowohl Privatverbraucher als auch Unternehmen decken sich mit Geräten ein.“ Einen kräftigen Schub habe das Weihnachts- und Jahresendgeschäft gebracht. Auch für das neue Jahr ist der Verband optimistisch. Nach seiner Prognose soll der Computer-Absatz um 12,3 Prozent auf 15,4 Millionen Stück zulegen.

Der Umsatz mit Personal Computern einschließlich Tablet-PCs stieg 2010 um 8,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. In diesem Jahr rechnet der Verband mit einem weiteren Anstieg von 6,5 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. „Dank neuer, hochwertiger Geräte steigen die Umsätze trotz des scharfen Preiswettbewerbs bei Hardware-Produkten“, sagte Scheer. Im Krisenjahr 2009 war der Umsatz mit PCs wegen sinkender Preise gefallen, obwohl die Absatzzahlen dank der starken Netbook-Nachfrage um sechs Prozent zulegen konnten.

Nach Bitkom-Berechnungen hat sich jeder zehnte Bundesbürger im vergangenen Jahr einen neuen Computer angeschafft. 60 Prozent aller verkauften PCs gingen an Privatverbraucher, 40 Prozent an gewerbliche Nutzer in Unternehmen oder Behörden.

Gut zwei Drittel der abgesetzten Computer waren tragbare Geräte. Dabei ging der Verkauf der kleineren Netbooks allerdings um zwölf Prozent auf 1,7 Millionen Stück zurück. Grund dafür ist der Boom bei den neuen Tablet-PCs, die über den Bildschirm gesteuert werden. Nach Verbandsangaben wurden 2010 rund 450000 Tablet-PCs in Deutschland verkauft.

Erstmals seit Jahren wurden wieder mehr stationäre Rechner abgesetzt. Die Verkäufe stiegen um sechs Prozent auf 4,2 Millionen Stück. Dabei wirkte sich auch die Erholung der Wirtschaft aus. Viele Unternehmen investierten wieder stärker in neue Computer, sagte Verbandschef Scheer. Zudem seien bei Privatverbrauchern sogenannte All-in-One-Geräte gefragt, in denen Komponenten wie Prozessor, Festplatte und DVD-Brenner in das Bildschirmgehäuse integriert sind.

Der Internetkonzern Google macht derweil eine neue Front gegenüber dem Rivalen Apple auf: Der Internetkonzern plant nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ den Aufbau eines digitalen Kiosks, über den sich die Nutzer der boomenden Smartphones und Tablet-PCs online Zeitungen oder Zeitschriften kaufen könnten. Google habe seine Pläne bereits mit den Medienkonzernen Time Warner, Condé Nast oder Hearst diskutiert, schrieb die Zeitung in ihrer Montagausgabe unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

Apple bietet über seinen iTunes Store digitale Ausgaben etwa des „Time Magazine“ oder des „Economist“ an. Das Geschäft wächst beständig, seitdem das iPad mit seinem vergleichsweise großen Bildschirm auf dem Markt ist. Google steht mit seinem Smartphone- und Tablet-Betriebssystem Android in scharfer Konkurrenz zu Apple. Auch Amazon mischt mit seinem Lesegerät Kindle auf dem Markt der digitalen Zeitungen und Zeitschriften mit.