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Bis zu 60 Euro Winterreifen am Mietwagen nur gegen happigen Aufpreis

München. Trotz neuer Winterreifenpflicht sind längst noch nicht alle Mietwagen in Deutschland automatisch mit schneetauglichen Pneus ausgerüstet.

Wer sich über die bevorstehenden Feiertage einen Leihwagen nimmt, sollte aktiv danach fragen, warnt Maximilian Maurer, Sprecher des Autoclubs ADACin München. Nicht die Verleihfirma, sondern der Fahrer ist für die korrekte Bereifung verantwortlich, neues Gesetz hin oder her. Zu allem Überfluss kommt den Kunden das mit bis zu 60 Euro Aufschlag für ein Wochenende auch noch teuer zu stehen.

Weil die Winterreifenpflicht erst Anfang Dezember in Kraft getreten ist, „sind viele Kunden noch nicht wirklich informiert und die Verleihfirmen noch nicht perfekt gerüstet“, erläutert Frieder Bechtel, Sprecher des Online-Portals billiger-mietwagen.de. „Da herrscht noch einiges Durcheinander.“ADAC-Fachmann Maurer schätzt, dass noch etwa 20 Prozent der Mietwagenflotten nur mit Sommerreifen ausgestattet sind.

Seit Anfang Dezember riskieren Autofahrer in Deutschland ein Bußgeld bis 80 Euro und einen Punkt in Flensburg, wenn sie bei Eis und Schnee mit ungeeigneten Reifen unterwegs sind. Das gilt auch, wenn sie einen Wagen ausleihen, ob von Freunden, der Familie oder Profis. Wie der Kindersitz, das Navi oder der Skiträger zählen Winterreifen aber beim Mietwagen als Extra-Ausrüstung.

Und die lassen sich die Verleiher -Unternehmenmit zum Teil happigen Preisen bezahlen. So kosten Winterreifen bei den meisten Anbietern zwischen 12 und 19 Euro, wie die Stiftung Warentest im Schnelltest herausgefunden hat. Pro Tag, versteht sich. Das kann den Grundpreis, mit dem meist vollmundig geworben wird, ganz schön nach oben treiben.

Die Anbieter sind dabei juristisch auf der sicheren Seite. Trotz des neuen Gesetzes ist es nicht ihre Sache, ob bei einem Mietwagen die korrekten Räder aufgezogen sind. Dafür steht der Kunde in der Haftung. Geübte Berufsfahrer, die häufig mieten, wissen das. Wer nur ab und an einmal ein Auto ausleiht, müsse sich an die Eigenverantwortlichkeit noch gewöhnen, so Maurer. Das Aufziehen von Winterreifen bei Eis und Schnee sei keine Ausrüstungspflicht, sondern eine Verhaltensvorschrift.

Mietwagenkunden sollten deshalb lieber in den sauren Apfel beißen und schon bei der Reservierung die Winterreifen mitbestellen, rät Maurer. Ganz unabhängig davon, welches Ziel sie ansteuern wollten und ob nach Weihnachten noch Eis und Schnee liege. Sei der gebuchte Wagen nicht richtig bereift, sei in diesem Fall dann wenigstens ein kostenloser Rücktritt von der Reservierung drin. Kostenbewusste Verbraucher sollten die MietwagenPreise noch stärker als früher vergleichen und sich nicht gleich von hohen Grundpreisen abschrecken lassen, empfiehlt Bechtel. Nicht alle Anbieter rechnen die Winterausstattung als Extras ab.

Bei einigen seien sie neuerdingsbereits eingeschlossen. Trotz anfänglich etwas höheren Mietpreises komme der Kunde dann am Ende möglicherweise doch billiger weg.


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