zuletzt aktualisiert vor

König Caspars letzter Blick in den Spiegel

Hunderte von Jungen und Mädchen sind gestern wieder in bunte Gewänder geschlüpft, haben ihr Gesicht mit schwarzer Schminke eingefärbt und sind von Haus zu Haus gezogen. Als "Heilige Drei Könige" haben sie im Altkreis Bersenbrück mit Liedern und Versen die Geburt Jesu verkündet.

Das Dreikönigssingen ist weltweit die größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Mit ihren Sammelerlösen konnten zuletzt jährlich 2000 Projekte und Hilfsprogramme für Not leidende Kinder in Asien, Ozeanien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt werden. Bundesweit beteiligen sich jedes Jahr eine halbe Million Kinder an der Sternsingeraktion.

In Voltlage spielen an diesem Sonntagvormittag Rene Kremer, Denis Sander, Marco Ahrens und Sara Sander - ausnahmsweise - die vier Magier aus dem Morgenland, zusammen mit 31 anderen Jungen und Mädchen. Dafür nehmen die Jungmajestäten in ihren farbenprächtigen Gewändern sogar das ganz und gar unkönigliche frühe Aufstehen in Kauf. Schon um halb neun trifft das Quartett frisch und munter beim Overbergheim ein, holt sich Stern und Sammelbüchse ab, bevor Pfarrer Stephan Höne sie nach dem Hochamt in die Gemeinde aussendet.

Bei Rene, Sara, Marco und Denis ist die Aufgabenteilung klar: Wer spielt Melchior, wer Balthasar, wer trägt den Stern und wer lässt sich als Casper das Gesicht schwarz schminken? '"'Darüber haben wir schon vorher abgestimmt'"', heißt es unisono. '"'Das Schminken hat bloß zwei, drei Minuten gedauert'"', berichtet der 13-jährige Rene Kremer und überprüft mit einem letzten Blick in den Spiegel, ob die Maske auch tatsächlich perfekt ist.

Zwei bis drei Stunden wird die Gruppe, die die Einwohner im Ortsteil Weese besuchen und den Segen '"'20+C+M+B+06'"' an die Haustüren und Wände schreiben soll, unterwegs sein, schätzt Franz Brink. Der Voltlager hält seit mehr als 20 Jahren als routinierter Organisator der Sternsingeraktion in der St.-Katharinen-Gemeinde die Fäden fest in der Hand. '"'Nur einmal mussten wir das Dreikönigssingen verschieben, weil es auf den Straßen spiegelglatt war'"', erinnert er sich. Der Erlös der Sternsingeraktion in Voltlage fließt zur Hälfte an das Deutsche Sternsingerwerk in Aachen und an die Missionsprojekte der aus Voltlage stammenden Geistlichen.


0 Kommentare