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Titelverteidiger bei Tour-Start in Unfall verwickelt – „Es tut weh“ – Martin hofft vergeblich auf Gelb Desaster für Contador

Von dpa

Les Essarts. Die Hoffnung auf den ersten deutschen Radprofi im Gelben Trikot seit drei Jahren erfüllte sich beim Auftakt der Tour de France nicht. Den Sieg beim Mannschaftszeitfahren am Sonntag sicherte sich Garmin-Cervelo mit Kapitän Thor Hushovd. Der Norweger kletterte damit am zweiten Tour-Tag auf Platz eins und eroberte Gelb.

Tony Martin, Andreas Klöden und Linus Gerdemann blieb der Sprung auf Platz eins der Gesamtwertung verwehrt. Gerdemann wurde mit dem Team Leopard Trek Vierter, Martin schaffte es mit HTC Highroad zeitgleich auf Rang fünf. Klöden kam mit dem Rennstall Radioshack auf der Etappe über 23 Kilometer in Les Essarts nicht über Rang sechs hinaus.

Vor allem Martin hatte sich gute Chancen ausgerechnet. Der 26- Jährige wäre der 14. deutsche Fahrer gewesen, der sich das begehrte „Maillot Jaune“ überstreift. „Das wäre ein schönes Zwischenziel gewesen“, räumte Martin ein, „aber mein großes Ziel sind die Top Ten.“

Tour-Favorit Alberto Contador verlor indes erneut Zeit auf die Konkurrenz. Der dopingverdächtige Spanier, der am Samstag in einen Massensturz verwickelt war und mehr als eine Minute auf die Spitze verloren hatte, bekam im Kampf gegen die Uhr erneut Zeit aufgebrummt. Der Saxo-Bank-Kapitän rangiert im Klassement 1:37 Minuten hinter seinem ärgsten Widersacher Andy Schleck (Leopard). Cadel Evans (BMC) liegt gar 1:41 vor Contador.

Die „L’Equipe“ kommentierte den desaströsen Auftakt mit Zynismus: „Kein Festtag für dich, Alberto“, lautete der Titel. Auf dem Bild darunter rollte ein sichtlich mitgenommener Titelverteidiger mit hängenden Schultern über den Zielstrich. „Es tut weh, Zeit zu verschwenden. Es wird schwer sein, jede Sekunde zurück zu gewinnen“, sagte der Saxo-Bank-Kapitän.

Den Tagessieg am Samstag hatte sich der Belgier Philippe Gilbert im Sprint gesichert.