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Oeseder Möbel-Industrie will weiter allein marschieren

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Von Siegfrid Sachse

Georgsmarienhütte
Die Oeseder Möbel-Industrie Mathias Wiemann GmbH & Co. KG, Georgsmarienhütte, fühlt sich stark genug, trotz des harten Wettbewerbs in der Möbelbranche auch künftig allein zu marschieren und somit den Status als Familienbetrieb zu erhalten. Die Geschäftspolitik ist darauf ausgerichtet, nicht zuletzt auch durch eventuelle Zukäufe weiter zu wachsen.

Das Unternehmen, das vor 100 Jahren von Mathias Wiemann gegründet wurde, ist zurzeit voll ausgelastet und erzielt nach wie vor über dem Branchendurchschnitt liegende Zuwachsraten. Der geschäftsführende Gesellschafter Mathias A. Wiemann und Geschäftsführer Johannes Hagemeyer führen dies darauf zurück, dass man sich ,,auf das konzentriert, was man am besten kann'': Die Produktion von Schlafzimmern und Einzelschränken. In diesem Bereich zähle das Unternehmen in Deutschland zu den zehn größten der Branche, hieß es.

Der Umsatz konnte 1999 um zirka acht Prozent auf über 200 Millionen DM gesteigert werden. Im bisherigen Jahresverlauf wuchs die Branche im Durchschnitt um drei Prozent, Wiemann-Möbel lägen jedoch deutlich darüber, verlautete in diesem Zusammenhang. Die Geschäftsführung wertet diese Entwicklung vor allem deshalb als großen Erfolg, weil sich auf dem deutschen Markt auch viele ausländische Firmen tummeln und um die Gunst der Käufer buhlen. Es würden wesentlich mehr Schlafzimmer importiert als exportiert. Lieferanten seien vor allem Unternehmen aus Italien, Polen und Skandinavien, aber auch aus Portugal.

Auf Grund des harten Wettbewerbs in Deutschland ist die Geschäftsführung bemüht, noch stärker als bisher im Ausland Fuß zu fassen. Wiemann und Hagemeyer streben einen Exportanteil von etwa 35 Prozent an gegenüber derzeit gut 30 Prozent. Die Benelux-Länder und Österreich sind derzeit die größten auswärtigen Standbeine. Beim angestrebten Ausbau des Exportgeschäfts könne man es sich gut vorstellen, beispielsweise in England oder Frankreich künftig auch mit Partnern Geschäfte zu machen, hieß es seitens der Geschäftsführung. Die bisherigen Erfolge auf den Auslandsmärkten werden insbesondere darauf zurückgeführt, dass Wiemann in der Modellpolitik auf die unterschiedlichen Marktgewohnheiten in den einzelnen Ländern eingegangen sei. Zum Kundenkreis im Inland zählen unter anderen Porta-Möbel, Staas und Meyer-Möbel in Georgsmarienhütte.

Der harte Konkurrenzkamp macht dem Unternehmen, das in Oesede etwas über 400 Personen beschäftigt, natürlich auch ertragsmäßig zu schaffen. Man schreibe aber weiterhin schwarze Zahlen, betonte die Geschäftsführung. 1999 war sogar eine leichte Ertragsverbesserung eingetreten. Ob dieses Niveau allerdings auch in diesem Jahr gehalten werden könne, sei wegen der schwierigen Marktverhältnisse noch unklar, erläuterte Wiemann, der zu zwei Dritteln an dem Unternehmen beteiligt ist. Das restliche Drittel befindet sich in Händen seines Sohnes Markus Wiemann, der 1994 als Kommanditist in das Unternehmen eingetreten ist.

Einige Sorge bereitet der Geschäftsführung die Entwicklung an der Rohstofffront. Insbesondere Spanplatten, die vor allem für die Produktion benötigt werden, seien in diesem Jahr bereits um 20 Prozent teurer geworden. Weitere Preisanhebungen sind den Angaben zufolge zu erwarten. Aber auch die gestiegenen Kosten für das Verpackungsmaterial würden die Ertragslage belasten. Diese höheren Aufwendungen könnten nur beschränkt in den Preisen an die Kunden weitergegeben werden. Im Sommer habe man eine Preiserhöhung um zirka zwei Prozent durchgesetzt.

Investiert werden am Standort Oesede jährlich vier bis fünf Millionen DM. In den nächsten Wochen wird den Angaben zufolge eine neue Lackspritzanlage in Betrieb genommen, die sehr umweltfreundlich ist.

Engagiert hat sich Wiemann auch in Ostdeutschland. In Heidenau bei Dresden produzieren rund 115 Mitarbeiter Schlafzimmer und Einzelschränke. Es handelt sich dabei um zerlegte Möbel, die kartonverpackt für Mitnahmemärkte bestimmt sind. Darüber hinaus wurde vor rund zwei Jahren ein Betrieb in Themar bei Suhl (Thüringen) übernommen, der mit etwa 80 Personen völlig zerlegte Ware für den Bereich Jugendzimmer, junges Wohnen und Schrankprogramme produziert. Dieser Standort befindet sich den Angaben zufolge noch im Aufbau.


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