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Ziel: Alle Engagements der Bürger unter einem Dach

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Doris Wierper und Heinz Göris von der Initiative "Bürgerhaus Samtgemeinde Artland" sind davon überzeugt, dass es im Artland viele Bürger gibt, die bereit wären, sich ehrenamtlich zu engagieren – allerdings nur, wenn der Rahmen stimmt und ein Engagement nicht bedeutet, dass die Interessierten sich an eine Organisation binden müssen und auf lange Sicht festgelegt werden, für Gotteslohn niedere Arbeiten zu erfüllen. Wie sie sich "neues bürgerschaftliches Engagement" und den Rahmen dafür vorstellen, haben die Mitglieder der Initiative in ihrem Konzept für ein Bürgerhaus dargelegt.

Das Konzept zu erstellen, ist die erste Hürde, die der Initiativkreis genommen hat. Mitgewirkt haben daran unter anderem die Projektleiterin Doris Wierper, Heinz Göris, Vorsitzender des Artländer Seniorenforums, seine Stellvertreterin Gertrud Lampe sowie Anneliese Harzheim, Vorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs, und Adelheid Kamper von der Initiative "Eltern beraten Eltern". Die Idee ist, alle Vereine und Selbsthilfegruppen des Artlandes unter ein Dach zu holen und damit ein Forum für bürgerschaftliches Engagement zu bieten. Vor allem die Selbsthilfegruppen haben sich bereits in der regionalen Selbsthilfegemeinschaft (SHG) zusammengetan. Doris Wierper, Vorsitzende des Mütter- und Frauenzentrums Artland, ist von der SHG mit der Projektleitung für das Bürgerhaus beauftragt worden.

Die Suche nach einem geeigneten Haus hat längst begonnen, und für den nächsten Schritt, die Gründung eines eingetragenen Trägervereins, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. "Wir kommen nicht als Bittsteller, die gerne ein Haus hätten. Wir haben etwas anzubieten. Immer mehr Menschen erkennen den Wert bürgerschaftlichen Engagements", betonte Göris bei der Präsentation des Konzeptes im Büro des Seniorenforums an der Großen Kirchstraße. In zwei kleinen Zimmern ist das Seniorenforum untergebracht. Wer hinein will, muss gut zu Fuß sein: Mit einem Rollstuhl oder einer Gehhilfe ist man auf fremde Hilfe angewiesen, weil zwei Stufen zu überwinden sind. "So geht es vielen Vereinen und Gruppen hier, die fast alle notdürftig untergebracht sind", meinte Doris Wierper. Auch wer etwa mit einem Rollstuhl oder einem Kinderwagen ins ambulante Gesundheitszentrum Artland wolle, habe ein Problem.

Sechs Objekte, in denen ein Bürgerhaus möglicherweise eingerichtet werden könnte, hat die Initiative in Quakenbrück, dem Zentrum des Artlandes mit den Mitgliedsgemeinden Badbergen, Menslage und Nortrup, ins Visier genommen. Unter anderem die ehemalige Post an der Straße "Schliphorst" und der alte "Sparmarkt" an der Langen Straße. "Das ist zurzeit unser Favorit, denn dort stünden 500 Quadratmeter zur Verfügung", meint Doris Wierper. Die Initiative rührt die Werbetrommel für die Idee des Bürgerhauses bei den Kommunalpolitikern und bei der Verwaltung, guten Mutes, dort Unterstützung zu finden.

Auch die Kirchen und Vertreter der Wirtschaft wollen sie mit ins Boot holen. Rat zu Fragen etwa darüber, wie man ein Bürgerhaus so gestalten kann, dass wirklich Bürger aller Couleur und jeden Alters es nutzen, oder dazu, wie ein Trägerverein auf möglichst breite Schultern gestellt werden kann, holt sich die Initiative unter anderem bei Anne Schröder von der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) Wallenhorst oder bei anderen Vereinen, die im Forum "Bürger aktiv" mitmachen. Den Rat, den sie am häufigsten bekommen, haben die Mitglieder der Initiative Bürgerhaus Artland bereits beherzigt. "Wir werden am Ball bleiben, auch wenn wir auf Bedenkenträger und Skeptiker stoßen", sind sich Doris Wierper und Heinz Göris einig.


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