zuletzt aktualisiert vor

Möbel Wilken: Alle Mitarbeiter weiter an Bord

Von Rudi Rickers

Werlte/Meppen
Die Möbel Wilken GmbH mit Stammsitz in Werlte hat eine Woche nach Beantragung eines Insolvenzverfahrens gute Chancen auf einen Fortbestand. ,,Nach wie vor sind alle Mitarbeiter an Bord", hieß es gestern.

Das Unternehmen, das in Werlte neben dem Möbelhaus auch eine Küchenproduktion betreibt und zusätzlich über Filialen in Lingen, Cloppenburg und Berlin verfügt, hatte mit Datum vom 23. August beim Amtsgericht Meppen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, weil Zahlungsunfähigkeit drohe. Den in diesem Zusammenhang gleichzeitig formulierten Zusatzantrag auf Eigenverwaltung (wir berichteten) lehnte das Gericht mittlerweile ab.

Aus dem Büro des seitdem agierenden vorläufigen Insolvenzverwalters Runold Meier-Naust aus Wettringen verlautete auf Anfrage unserer Zeitung, der Verkauf laufe an allen Standorten der Firma weiter. Man gehe davon aus, dass die Möbelhersteller sämtliche Bestellungen ausführten. Es werde versucht, alle im Hause Wilken vorliegenden Aufträge auszuliefern. ,,Vermutlich" könnten auch die im Zusammenhang mit den Lieferaufträgen von den Kunden geleisteten Anzahlungen komplett berücksichtigt werden.

Möbel Wilken beschäftigt insgesamt etwa 130 Mitarbeiter; sie sollten gestern abend im Rahmen einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation informiert werden. Die Aussichten, das Unternehmen als solches zu retten, seien gut. Was aus den einzelnen Filialen werde, müsse, so verlautete seitens der Insolvenzverwaltung, abgewartet werden.

Die Geschäftsführung des Werlter Traditionsunternehmens hatte als Grund für die derzeitigen Probleme größere Forderungsausfälle und die schlechte Entwicklung der Umsätze innerhalb der Möbelbranche angegeben. Es fehle die notwendige Liquidität, um die in den nächsten Wochen fälligen Verbindlichkeiten abdecken zu können.

Die anhaltend schwierige Situation in der Möbelbranche hatte im vergangenen Jahr bereits zur Schließung der Sitzmöbelwerke der Firma Klose in Herzlake und Sögel geführt. Trotz der späteren Übernahme von Unternehmensteilen durch die Steinhoff-Gruppe gingen hier alles in allem mehrere hundert Arbeitsplätze verloren.


0 Kommentare