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Film über Nader Mashayekhi Der steinige Weg nach Teheran

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<em>Trotz aller Probleme</em> hat Nader Mashayekhi das Lächeln nicht verlernt. Foto: Elvira PartonTrotz aller Probleme hat Nader Mashayekhi das Lächeln nicht verlernt. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Mehrfach hat Nader Mashayekhi beim Morgenland Festival dirigiert, seine Oper „Neda“ lief im Theater. Wer den Iraner noch besser kennenlernen will, sollte den Film „Gozaran – Time Passing“ anschauen. Als Teil des Festivals wurde das Werk im Cinema-Arthouse gezeigt. Es geht um Mashayekhis Bemühungen, in seiner Heimatstadt Teheran ein Symphonieorchester aufzubauen.

30 Jahre lebte der Dirigent in Wien, dann zog es ihn zurück in die Heimat. Bachs „Johannespassion“ hatte er mit zwölf zuerst gehört und wollte das Werk endlich auch im Iran aufführen. Daneben probt er mit dem Orchester vor allem Gustav Mahler.

Oft sieht man Mashayekhi einsam auf einem langen, steinigen Weg schreiten oder auch durch ein Gewühl von Menschen. Das Ziel sieht man nicht. Solche Bilder prägen den intensiven Film, der von Mashayekhis Vision und seinem Durchhaltevermögen erzählt. Ebenso wichtig sind extrem nah aufgenommene Gesichter Mashayekhis, seiner Musiker und seines Vaters, der seinen Sohn ermutigt, aber auch Schwierigkeiten prophezeit.

Er sollte recht behalten: Seit 2010, unter veränderten politischen Bedingungen, konnte die Arbeit des Orchesters nicht fortgesetzt werden. „Keine Hoffnung mehr, der Traum ist aus“, sagt Mashayekhi und geht zurück nach Wien, wo man ihn in einem Café sitzen sieht, im Hintergrund Mahlers Lied „Ich bin der Welt abhandengekommen“. Denn der Gedanke an seine Musiker, die im Iran zurückblieben, ließ ihn nicht los. Noch im selben Jahr reisten er und seine Musiker daher nach Osnabrück, um hier beim Morgenland Festival aufzutreten. Am Ende erzählt Mashayekhi von seinem Entschluss, doch wieder in den Iran zu gehen und seine Arbeit, trotz schwierigerer Bedingungen, wieder aufzunehmen. Das habe er auch getan, erklärt der anwesende Regisseur Frank Scheffer im Anschluss.


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