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Bürgermeister: "Wir spielen den Nazis nicht in die Hände und kaufen nicht"

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3000 Bürger demonstrierten gestern Abend gegen den Kauf des Meller Bahnhofs durch den Hamburger NPD-Funktionär Jürgen Rieger. Der will in dem Gebäude nach eigenen Worten ein NPD-Schulungszentrum einrichten. Zu der Kundgebung hatten Bürgermeister Dr. André Berghegger und die vier im Stadtrat vertretenen Parteien aufgerufen.

Während der Abschlusskundgebung machte Berghegger unter Beifall deutlich, dass er nicht daran denke, das Gebäude vom jetzigen Privateigentümer für den völlig überhöhten Preis von 700000 Euro zu kaufen. "Wir verzichten daher auch auf unser Vorkaufsrecht, denn sonst würden wir die NPD finanzieren, die mit dem Eigentümer anschließend halbe-halbe macht", betonte Berghegger unter Beifall. "Wir lassen uns nämlich nicht von einem skrupellosen Immobilienbesitzer erpressen und spielen den Nazis nicht in die Hände."

Der Bürgermeister zeigte sich ebenso wie die Versammlungsleiterin und Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel zuversichtlich, das Schulungszentrum verhindern zu können. "Wir erreichen unser Ziel, weil wir in Melle alle gegen Nazis zusammenhalten", sagte Hövel. Mit dem Rückhalt der Bürgerschaft für die konsequente Linie sei Melle auch ein Beispiel und Vorbild für andere Kommunen, in denen die NPD ähnlich agiere.

Berghegger sprach von einem Spagat: Auf der einen Seite gehe es darum, der NPD keine öffentliche Publicity zu verschaffen. Auf der anderen Seite wollten die Meller Bürger ein klares Signal setzen. "Das ist hier heute eindrucksvoll gelungen", dankte er den Teilnehmern. Er hoffe immer noch, dass der Vertrag zwischen dem Eigentümer und Rieger wieder aufgehoben wird, nachdem die Stadt nicht kauft.

Auch die vier Fraktionsvorsitzenden machten in Redebeiträgen die Absage gegen rechts deutlich. Für die SPD forderte Wilhelm Hunting ein Verbot der NPD.

"Rieger und seine braunen Kumpane sind hier nicht willkommen", hob der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-August Hoppenbrock hervor. Er verwies auf Gespräche mit dem Verfassungsschutz in Hannover. Dort sei die Haltung Melles in den höchsten Tönen gelobt worden.


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