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Union stelltsich hinterGuttenberg

Von dpa

Berlin. Der Verteidigungsminister geht in die Offensive: Trotz der scharfen Kritik will Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) seine Ehefrau Stephanie erneut auf Reisen mitnehmen – auch nach Afghanistan. „Ich werde meine Frau selbstverständlich wieder zu den Soldaten mitnehmen, wenn wir das für richtig halten, so wie es gestern richtig war“, sagte Guttenberg gestern in Berlin.

Er werde sich auch weiter von Journalisten wie Johannes B. Kerner begleiten lassen, wenn es dem Verständnis der Realität der Soldaten diene, sagte der Minister. Die Attacken der Opposition hält er für unbegründet.

Guttenberg hatte die deutschen Truppen in Afghanistan am Montag erstmals zusammen mit seiner Frau besucht. Nach Angaben der Bundesregierung zahlte sie ihre Reisekosten selbst.

Aus der Union bekam Guttenberg Rückendeckung. „Ich glaube, dass Karl-Theodor zu Guttenberg ein wichtiges Zeichen setzt“, sagte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich.

Die SPD-Spitze forderte unterdessen auf einer Konferenz den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan schon ab Mitte 2011. Parteichef Sigmar Gabriel hatte Guttenberg für die Mitnahme seiner Ehefrau scharf kritisiert: „Ich finde, Frau Katzenberger fehlt noch. Hätten die Soldaten ein bisschen was von. So hat nur der Bundesverteidigungsminister was von.“Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, eine „solche Inszenierung in einem der schwersten Konfliktherde der Welt ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten“. Mit der „PR-Aktion“ habe Guttenberg die Grenzen seines Amtes überschritten. Guttenberg hätte den deutschen Soldaten lieber erklären sollen, wie lange sie dort noch ihr Leben riskieren müssten, „anstatt sie als Staffage für eine Personality-Show zu nutzen“.Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, riet Guttenberg „zu mehr Zurückhaltung“. Sie empfehle, „die nach wie vor bestehenden Ausbildungs- und Ausrüstungsdefizite bei der Truppe zeitnah zu beheben“, sagte Hoff dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.