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Morddrohung gegen Astrid Grotelüschen – Neue Vorwürfe der Opposition Ministerin unter Polizeischutz

Von Hans Brinkmann

hab Hannover. Neuer Wirbel um Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen: Während die CDU-Politikerin nach einer Morddrohung unter Polizeischutz gestellt wurde, setzte die Opposition die 46-Jährige mit weiteren Vorwürfen unter Druck.

Der Drohbrief war auf dem Postweg bei der CDU-Landtagsfraktion eingegangen. Unter Anspielung auf Berichte über Tierquälerei in Putenmastbetrieben, die in Verbindung zum Unternehmen der Familie Grotelüschen stehen, war der Agrarministerin „Hinrichtung noch im August“ angedroht worden. Dazu bekannte sich eine angebliche Organisation „Großkampf – Orden – Putenschutz“.

Die von der CDU eingeschaltete Polizei nahm die Ankündigung so ernst, dass sie die Politikerin vorsichtshalber unter Schutz stellte.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Heinrich Langspecht, verurteilte gestern in einer Aktuellen Stunde des Landtages die Morddrohung gegen Grotelüschen als „unsäglichen Höhepunkt einer beispiellosen Kampagne“. Auch die SPD-Fraktion verurteilte die Attacke auf die CDU-Politikerin „auf das Schärfste“.

Ungeachtet dessen erhöhten die Oppositionsparteien in der Parlamentsdebatte den Druck auf Grotelüschen mit neuen Vorwürfen. So äußerte der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Christian Meyer, den Verdacht, dass die Ministerin „an der Vertuschung des Putenmastskandals persönlich beteiligt“ gewesen sei.

Die Grünen und die SPD präsentierten Faxprotokolle, denen zu entnehmen ist, dass die Mastputenbrüterei Ahlhorn – Miteigentümer und Geschäftsführer ist Grotelü-schens Ehemann Garlich – den vom Vorwurf der Tierquälerei betroffenen Mastbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern vorformulierte eidesstattliche Versicherungen mit der Zurückweisung aller Anschuldigungen zugesandt hat.

In einem Fall ging das Schreiben demnach von einem Faxgerät aus, das Astrid Grotelüschen im Bundestagshandbuch und noch heute auf ihrer Internetseite als persönliche Faxadresse angegeben hat.

SPD und Grüne forderten die CDU-Politikerin auf, sofort alle Verdächtigungen zu entkräften, ansonsten sei sie als Ministerin nicht mehr tragbar. Die Linken drängten erneut auf den Rücktritt Grotelüschens. Die Regierungsparteien sprachen hingegen von einer Schmutzkampagne.Seite 11