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Gurria: Erbe der Wirtschaftskrise OECD warnt vor etlichen Arbeitslosen

Von dpa

Angel Gurria, OECD-Generalsekretär. Foto: AFPAngel Gurria, OECD-Generalsekretär. Foto: AFP

Paris. Riesige Schuldenberge der Regierungen und hohe Arbeitslosenzahlen prägen weiterhin die Wirtschaft der Industriestaaten, die insgesamt langsamer als erhofft aus der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte kommen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris sagt etwa den Vereinigten Staaten von Amerika für das nächste Jahr lediglich noch ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,75 und 2,25 Prozent voraus. Für den gesamten OECD-Raum rechnen die Konjunkturforscher mit einem Wert zwischen 2,0 und 2,5 Prozent. Die Schätzung für die Eurozone liege bei 1,5 bis 2,0 Prozent Wachstum, teilte die OECD gestern mit.

„Die Erholung ist weitgehend auf Kurs, obwohl es noch immer recht hohe Risiken gibt“, erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Es gelte nun, zur Normalität zurückzufinden und diese Erholung zu konsolidieren. Besonders schlimm seien die anhaltend hohen Arbeitslosenzahlen, die die globale Finanz- und Wirtschaftskrise als bitteres Erbe hinterlassen habe. Es drohe sich festzusetzen und zum Verlust wichtiger beruflicher Fähigkeiten zu führen. „Solange wir die Menschen nicht wieder in Brot und Arbeit führen können, so lange können wir auch keinen Sieg über die Krise reklamieren. Diese Krise ist auf dramatische Weise auch eine Krise der Jugend-Arbeitslosigkeit“, warnte Gurria in eindringlichen Worten.

Deutschland habe dabei einen Weg gezeigt, wie auch in Zeiten knapper Budgets erfolgreich Arbeitslose wieder ins Berufsleben integriert werden könnten. Eindringlich warnte der OECD-Chef die Regierungen der Mitgliedsstaaten davor, nach dem Ende der Krise nur die Schulden zu verwalten, die sich in vielen Mitgliedsstaaten auf historischem Höchststand befänden. Zurzeit seien die Zinsen gering, zögen sie an, drohten unweigerlich auch höhere Zinsbelastungen.

Die OECD hatte bereits vor Kurzem vor einer Verlangsamung des Aufschwungs gewarnt, der in den Mitgliedsstaaten unterschiedlich ausfiel. Im Juni-Ausblick hatte die OECD für die USA noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 3,2 Prozent vorhergesagt. Für den OECD-Raum lag die Schätzung bei 2,8 Prozent, für die Eurozone bei 1,8 Prozent. Anders als in vielen Industrieländern wird das Wachstum in den Schwellenländern dagegen als überaus robust bezeichnet. Sorgen bereiteten jedoch Währungsschwankungen.

Die Institution hatte gestern im Hinblick auf den nächsten G-20-Gipfel wesentliche Teile ihres jüngsten Weltwirtschaftsberichtes veröffentlicht. In seinem gesamten Umfang soll er jedoch erst am 18. November der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.