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Monika Klinkenberg präsentiert 40 Werke „Rund um den Dümmer“ Den Klang der Landschaft darstellen

Von Christa Bechtel



Lembruch. Wer ein Abbild der Landschaft in der Kunst von Monika Klinkenberg erwartet, wird (fast) enttäuscht sein. Dafür stellt sie den Klang der Landschaft wunderbar dar, beispielsweise über Schriftzeichen. Und je näher man kommt, umso mehr erkennt man auch Details“, zeigte Sabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums Lembruch, während der jüngsten Ausstellungseröffnung auf.

Unter dem Titel „Rund um den Dümmer“ präsentiert dort Monika Klinkenberg, freiberuflich tätige Kunstpädagogin und bildende Künstlerin aus Bremen, im Rahmen der Veranstaltung „Straße der Kunst“ etwa 40 Werke. Sie malt sowohl gegenständlich als auch abstrakt, liebt Collagen oder löst Landschaft auf in Farbe und Worte. Die Kunstausstellung hat sie in Abschnitte wie „In Wiesen und Gräben“, „Durch die Landschaft“, „Fliegen mit den Vögeln“ oder „Jahreszeiten“ gegliedert.

Ihre Vielfalt in der Kunst zeigt Monika Klinkenberg damit, dass sie detailgetreu Pflanzen/Gräser wiedergibt. Gemalt – im Gegensatz dazu Zeichnungen mit natürlichen Blättern, gepressten Gräsern, frische Gräser präpariert oder gelbe und weiße Teichrosen. Zum „Klang der Landschaft“ gehören Namen von Mooren oder Gewässern aus der Region. Teilelemente der Landschaft hervorgehoben hat die gebürtige Sehestedterin in ihren Arbeiten „Umarmungen der Bäche, Moore und Berge“ oder „Schriftzeichen der Wasserwege“.

Wie empfindet man Landschaft, das Moor? „Man braucht einen Gegensatz dazu, das ist die Geest“, erklärt Monika Klinkenberg, die diese mit subjektiven Farben und Formen dargestellt hat. Kritisch sieht sie inihren Werken aber auch Geest und Moor, wie sie nicht immer zum Positiven besiedelt und verändert werden.

Installationen zeigt die Künstlerin in ihrem Abschnitt „Unwetter“ – das Schilf biegt sich im Sturm – in Acryl und Draht aufgenäht. Oder es regnet Bindfäden, bei Monika Klinkenberg im wahrsten Sinne des Wortes. Um Wasser und Himmel in Einklang zu bringen, wählte die Malerin ein Blaugrau für den Herbst mit Vögeln aus dem Norden, Kraniche, Gänse. Den Sommer veranschaulichte sie mit Diepholzer Gänsen auf einer Blumenwiese, den Winter durch rastende Vögel auf überschwemmten Wiesen, und im Frühling kehren die Vögel aus dem Süden zurück.

Woher bekommt Monika Klinkenberg ihre Inspirationen? „Die Landschaft ansehen, aus Broschüren oder aus meiner Heimat, dem Jadebusen. Ich bin mit Landschaft groß geworden, habe einen Blick für sie, für das Weite und das Detail; das versuche ich umzusetzen“, zählt sie impulsiv auf. Eine weitere wichtige Inspirationsquelle sind für sie topografische Karten, „wo ich genau sehen kann, wie die Landschaft aussieht, wo der einzelne Berg oder die Straße ist“. Bei der Wahl ihrer (Natur-)Materialien versucht sie, diese so zu kombinieren: „Dass ein geschlossenes Bild herauskommt. Von Weitem muss man etwas sehen, im mittleren Bereich entdeckt man mehr, und im Detail entdeckt man noch mehr“, beschreibt die Bremerin ihre Arbeitsweise.

Die Ausstellung kann bis zum 3. Juli täglich (außer montags) von 10 bis 18 Uhr im Dümmer-Museum in Lembruch besucht werden.


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