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Mit Billigreisen abkassiert: Großbetrugsverfahren in Melle abgeschlossen

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182 Akten umfasst das Betrugsverfahren, das Beamte des Polizeikommissariates Melle jetzt abgeschlossen haben. Der Gesamtschaden: etwa 219000 Euro. Ein vermeintliches Reisebüro hatte mit günstigen Fahrten geworben. Das überwiesene Geld jedoch sahen die Interessierten nie wieder.

Alle Geschädigten hatten Reisen bei einem vermeintlichen Reisebüro mit angemeldetem Sitz in Bissendorf gebucht - und anschließend keine Gegenleistung bekommen. Das Geld war in allen Fällen weg. Bei den Betrogenen, die aus der gesamten Bundesrepublik stammen, handelt es sich um nach Deutschland gezogene Bewohner der ehemaligen Sowjetunion.

Sie alle wollten günstig eine Reise in ihre ehemalige Heimat buchen und gingen dabei einer Gruppe von Betrügern auf den Leim, die in russischsprachigen Wochenendzeitungen für die Reisen geworben haben. Die Angebote lagen jeweils zwischen 100 und 400 Euro unter dem Preis vergleichbarer Reisebüros.

Reise bezahlt - ohne Gegenleistung

Daher überwiesen die Betrugsopfer den jeweils fälligen Betrag auf ein Osnabrücker Bankkonto des vermeintlichen Reisebüros. Von diesem Konto wiederum bedienten sich die Betrüger. Wohin das Geld gelangte, ist bisher unklar. Möglicherweise wurden Beträge ins Ausland transferiert.

Bei den fünf Männern gegen die sich das Verfahren richtet, handelt es sich um einen 35-Jährigen und einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Osnabrück, einen 27-Jährigen aus dem Landkreis Cloppenburg sowie zwei 23 und 25 Jahre alte Männer aus dem Kreis Wesermarsch. Im Zuge der Ermittlungen wurden alle Wohnungen durchsucht. Vermögensermittler der Staatsanwaltschaft Osnabrück und der Polizei sicherten gemeinsam die bei den Tätern noch vorhandene Vermögenswerte.

Das Verfahren befindet sich jetzt bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück, die über den weiteren Fortgang entscheidet. 


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