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45 Minuten geballte Düte: Ein Flussporträt

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Die Düte ist jetzt auch auf DVD zu haben: Ein Kursteam der Volkshochschule um Regisseur Peter Marchal zeigte in einer Premiere vor Machern und Mitwirkenden die fertige Filmfassung über Osnabrücks zweitgrößtes Fließgewässer.„Die Düte.

Ein Flussporträt“ – so nennt sich der dreiviertelstündige Dokumentarfilm. Als große Unbekannte bezeichnet Peter Marchal den 35 Kilometer langen Fluss, der von einer neunköpfigen VHS-Filmcrew über viele Drehtage begleitet wurde. „Es sollte am Ende kein Film allein über die romantischen Seiten der Düte zu sehen sein. Wir wollten sie von allen Seiten beobachten und zugleich die relativierende Sicht von Anwohnern, Spaziergängern und Experten darstellen“, so Marchal.

Die Doku über die Düte beginnt mit der nicht einfachen Suche nach ihrer Quelle bei Wellendorf. Zu erfahren ist, dass sie das Wasser verschiedener kleiner Wasserläufe aufnimmt und dass ein Starkregen ausreicht, um den Fluss über seine Ufer treten zu lassen. Überschwemmungen führten dann dazu, dass die Düte reguliert und betoniert wurde.

Lange Zeit drangsalierten Einleitungen des Stahlwerkes in Georgsmarienhütte die Qualität des Wassers. Doch die Menschen der Region nutzten den Fluss nicht nur als Abwasser, sondern betrieben mit kostenfreier Düte-Energie ihre Mühlen. Dank Fischarten wie der Mühlkoppe ist die Düte mittlerweile ein zu schützender Flora- und Faunalebensraum. Um diesen Zustand zu erhalten, revitalisiert die Stadt den Flusslauf auf ihrem Gebiet.

13 Drehtage erbrachten 15 Stunden Filmmaterial, das in neun Montage-Stunden zu 45 Minuten Film destilliert wurde. „Unsere Methode war: Nichts inszenieren, nur beobachten – in der Hoffnung, authentisches Material zu bekommen“, beschreibt es Marchal. „Der Film ist schließlich erst am Schnittplatz entstanden.“

Das Filmteam setzte sich aus Anfängern und Fortgeschrittenen zusammen. „Ich habe aus purer Neugier mitgemacht, weil ich mehr über verschiedene Perspektiven kennenlernen wollte“, sagt Juliane Regel. Sie schaute zum ersten Mal durch eine Kamera und suchte während der Aufnahmen immer neue Blickwinkel auf die Düte zu gewinnen. Wer nicht mit dem Schnittprogramm am PC tüfteln wollte, übernahm in dem Prozess andere Aufgaben. So komponierte Franz Hülsmann die komplette Filmmusik, während Manfred Menke mit eigens verfasstem Text die Düte selbst zu Wort kommen ließ. Im kommenden Semester sollen in dem VHS-Kurs reportagehafte Kurzfilme über Osnabrück entstehen.

Infos: Die DVD „Die Düte. Ein Flussporträt“ kostet zwölf Euro und ist über Peter Marchal zu bestellen, Telefon 0541/1217606.


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