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Sportnachwuchs Tennistalent Annika Beck – Erstmals in Wimbledon dabei

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              <em>Kontertennis </em>ist ihre Stärke: Nachwuchshoffnung Annika Beck. <Cust strParam="FH">Foto: Reuters</Cust></p>

Kontertennis ist ihre Stärke: Nachwuchshoffnung Annika Beck. Foto: Reuters

London. Vor knapp zwei Wochen spiegelte sich das Gesicht der 18-Jährigen noch in der Silberschale, die sie bei den French Open als Juniorinnensiegerin emporreckte. Wenn am Montag die Offenen Englischen Tennismeisterschaften 2012 in Wimbledon beginnen, dann ist auch Annika Beck dabei – im schillernden Profitennis, in der großen Grand-Slam-Welt der Erwachsenen.

Mittendrin zwischen Stars und Sternchen der Tour, neben Branchengrößen wie Maria Scharapowa, Viktoria Azarenka oder Serena Williams. Und auch an der Seite starker deutscher Fräuleins wie Angelique Kerber, Sabine Lisicki oder Julia Görges. „Das ist ein überwältigendes Erlebnis“, sagt die Bonnerin. Gleich der erste Versuch, sich für das bedeutendste Turnier der Saison zu qualifizieren, glückte, weil sie in der Qualifikation die Bulgarin Elitsa Kostova, die Österreicherin Yvonne Meusburger und die Slowenin Petra Rampre ausschaltete. Nun fordert sie die Weißrussin Olga Goworzowa heraus. „Sie ist eins der größten Talente im deutschen Damentennis“, sagt Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner über die Teenagerin, die bereits mit 17 Jahren ein Einser-Abitur am Bonner Liebfrauen-Gymnasium ablegte.

Auf unheimlich schnellen Beinen und mit einer „stets tadellosen Einstellung“, wie Trainer Robert Orlik sagt, mischt die Newcomerin seitdem den Tennis-Zirkus auf. „Sie ist enorm fleißig, ehrgeizig und sehr diszipliniert“, sagt auch Rittner, die Nationaltrainerin, und ergänzt: „Ich glaube, sie hat in ihrem ganzen Leben noch keinen Schläger geschmissen.“ Morgens um sechs Uhr beginnt regelmäßig der Arbeitstag der 18-Jährigen mit einer ausgedehnten Jogging-Runde vom elterlichen Haus am Bonner Stadtrand. Spielt sie gerade kein Turnier, folgen sechs bis sieben Stunden Training auf dem Platz. „Das macht mir nichts aus. Ich wollte es ja so“, sagt Beck.

Und zwar ziemlich genau seit dem 14. Lebensjahr. Vorher hatte Beck parallel noch Hockey gespielt, Leichtathletik betrieben, Ballettkurse besucht und Geigenunterricht genommen. Die Duellsituation auf dem Tennisplatz aber reizte sie am meisten, „der Kampf eins zu eins“, die Herausforderung, „ganz allein eine Lösung für Probleme finden zu müssen.“ Vater und Mutter wurden während der Aufbauzeit im Juniorinnentennis voll eingespannt, für Chauffeurdienste zwischen Wohnort und Tennis-Stützpunkten in Leverkusen und Kerpen. Oder für Schlägerbespannung, die Papa Jürgen im Keller übernahm.

Gegen die Großen und Starken im Jugendtennis, gegen Spielerinnen, die oftmals einen Kopf größer waren als sie selbst, setzte Beck meist auf Wendigkeit und Ausdauer, auf unermüdliche Kampfkraft. Das soll auch so bleiben im professionellen Tennis-Geschäft, in dem sie jetzt ihr Glück versucht, aber aggressiver und dynamischer will sie künftig schon spielen, mit mehr eigener Angriffspower.

„Ich muss selbst die Punkte machen“, sagt Beck. Rittner glaubt aber, dass auch das typische Konterspiel der in Gießen geborenen Teenagerin in Wimbledon erfolgsversprechend sein kann: „Sie nimmt das Tempo ihrer Gegnerinnen geschickt mit, setzt die Bälle sehr überlegt ins Feld.“ Für den ersten Auftritt an der Church Road nimmt Rittner ihrer Nachwuchskraft aber vor allem den Druck von den Schultern: „Sie soll es erst einmal richtig genießen.“


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