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Die zotteligen Gesellen machen den Besuchern bereitwillig Platz

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Die zotteligen Gesellen flößen Respekt ein, sind aber völlig harmlos. Eine Herde Gallowayrinder beweidet zurzeit den begehbaren Deich beim Großen Brögberner Teich. Die Tiere sind "gut erzogen", machen den Besuchern bereitwillig Platz, die zum Aussichtsturm streben.

Man muss nur aufpassen, nicht in den Dung zu treten. Oben angekommen, ist die Aussicht eher bescheiden. Hoher Bewuchs verhindert eine gute Sicht auf den Teich.

Das wird sich ändern, kündigt Hans-Josef Lis, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt der Stadt Lingen, an. "Die Erlen und Weiden direkt am Aussichtsturm wollen wir im Herbst und Winter auf einer Länge von circa 50 bis 80 Meter auf den Stock setzen lassen." In kurzer Zeit wird sich dann aus den Bäumen ein niedrigeres Buschwerk entwickelt haben.

Bislang können Besucher über einen Steg in den geheimnisvollen Au- und Bruchwaldbereich des Großen Brögberner Teiches eindringen. Damit ist bald Schluss. Denn der Steg, im Jahr 2000 für Besucher der Expo geschaffen - das Modellvorhaben Brögberner Teiche präsentierte sich im Rahmen der Weltausstellung in Hannover als dezentrales Projekt -, besteht aus unbehandeltem Holz und ist an einigen Stellen schon stark verrottet. Um Besucher nicht zu gefährden, muss die Stadt den Zugang zunächst schließen.

Die Gremien des Rates haben dann darüber zu befinden, ob es einen neuen Steg gibt. Vieles deutet darauf hin. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses (siehe weiteren Bericht) quittierten Mitglieder den Vorschlag von Professor Dr. Peter Janiesch, das Gebiet für Radtouristen und Naturfreunde stärker zu nutzen, mit Zustimmung.

Oberbürgermeister Heiner Pott betonte, dass die Verwaltung das Thema für die weiteren Beratungen umfassend vorbereiten werde. Er selbst erinnere sich noch sehr gut an die umfangreichen Voruntersuchungen und anderen Projektvorbereitungen, die er vor den Baumaßnahmen 1996 als damaliger Stadtdirektor und Umweltdezernent begleitet habe. Die Ergebnisse des Projektes würden in jeder Hinsicht für sich sprechen.

Für Schulklassen und Kindergärten besonders interessant sind mehrere Kleingewässer in der Nähe des Großen Brögberner Teiches. Hier tummeln sich viele Frösche und andere Amphibien. In der warmen Jahreszeit schwirren farbenprächtige Libellen über die Wasserflächen und geben ein schönes Bild.

Weniger schön ist es, dass Halter von Goldfischen und Karauschen auf die Idee gekommen sind, in den Teichen ihre Fische auszusetzen. "Es ist ausdrücklich verboten, nichtheimische Tierarten auszusetzen", betont Lis.

Nach seinen Worten soll im nächsten Jahr für rund 8000 Euro ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, um die verschiedenen Amphibienarten und ihre Wanderbewegungen im Umfeld des Großen Brögberner Teiches zu erfassen und um zu klären, ob zur Wanderzeit der Tiere eventuell zeitweilig Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Neben dem Aussichtsturm am Großen Brögberner Teich befinden sich zwei weitere Türme am Kleinen Brögberner Teich (ebenfalls am Beckhookweg) sowie an der Straße Kösterhook beim Baccumer Bruch. Beide Gebiete sind durch ihren inzwischen dichten Bewuchs für Besucher kaum zugänglich.

Nach den Worten von Hans-Josef Lis hält das Touristikbüro der Stadt eine reich bebilderte Broschüre und eine CD-ROM bereit, mit der auch zu Hause die multimediale Reise in die renaturierte Landschaft zwischen Brögbern und Baccum möglich ist.


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