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Seebäderschiff „Wappen von Hamburg“ wird verschrottet Die letzte Fahrt geht nach Dänemark

Von dpa

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Wird verschrottet: die „Wappen von Hamburg“. Foto: dpaWird verschrottet: die „Wappen von Hamburg“. Foto: dpa

Hamburg. Letzte Reise für das ehemalige Seebäderschiff „Wappen von Hamburg“: Gestern wurde das Schiff von einem Schlepper von Bremerhaven ins dänische Esbjerg gezogen und soll dort verschrottet werden.

Die Hafenbehörde in Bremerhaven bestätigte einen entsprechenden Bericht des Radiosenders NDR 90,3. Mehr als 40 Jahre fuhr das Schiff im Liniendienst täglich von Hamburg über Cuxhaven nach Helgoland, später nur noch auf der kürzeren Route zwischen Cuxhaven und Helgoland. Die letzten Jahre lag es untätig im Hafen.

Das 110 Meter lange Schiff war eigentlich nicht für den Linienverkehr gebaut worden, als es 1965 bei den Howaldtswerken Hamburg vom Stapel lief. Mit mehreren Restaurants, Bars, Diskotheken und mit Kabinen, ausgelegt für insgesamt 1800 Fahrgäste, wollte die Betreibergesellschaft HADAG es als kleineres Kreuzfahrtschiff einsetzen. Der laut HADAG „rassig-schnelle, komfortable Bäder-Kreuzer“ sollte dann 212 Passagieren eine luxuriöse Reise ermöglichen. Tatsächlich kreuzte er nur ein einziges Mal unter dem Namen „Lucaya“ zwischen Nassau und Miami in der Karibik. Die erhoffte Nachfrage blieb aus, und die „Wappen von Hamburg“ nahm ihren festen Platz im Helgoland-Linienverkehr ein.

Schließlich kauften Finanzinvestoren das Schiff im Jahr 2006 unter dem Vorwand, es noch luxuriöser ausstatten und in Bremerhaven zu einem Kreuzliner umbauen zu wollen. Gegen diese Investoren der Mercator Shipping Corporation, die ihren Sitz auf den Britischen Jungferninseln hat,leitete die Polizei Bremerhaven drei Jahre später ein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlichen Betrugs ein. Der damalige Projektleiter beschuldigte sie, den Umbau nur vorgetäuscht zu haben, um Millionenbeträge von Banken beiseitezuschaffen.

Wie die Staatsanwaltschaft Bremen herausfand, konnte ein Großteil der Umbauten abernur deshalb nicht beendet werden, weil Kredit gebende Banken ihre versprochenen Zahlungen während der Finanzkrise 2009 nicht einhalten konnten. as Ermittlungsverfahren wurde daraufhin eingestellt. Das Unternehmen hat in Großbritannien Insolvenz angemeldet.


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