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Die Regale füllen sich

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Noch sind die Regale leer, aber das soll sich in den nächsten Monaten ändern: Das "Archiv für Theaterpädagogik" ergänzt ab diesem Wintersemester den Lingener Hochschulstandort. Die bundesweite Institution ist die erste seiner Art in Deutschland. Gesammelt werden Schriften und Medien aus der Geschichte des noch jungen Faches Theaterpädagogik.

Untergebracht ist das dem Institut für Theaterpädagogik der Fachhochschule Osnabrück in Lingen angegliederte Archiv für Theaterpädagogik zunächst in den neu angemieteten Räumen der Stadt- und Hochschulbibliothek in der Gymnasialstraße. "Es ist aber jetzt bereits absehbar, dass das Archiv schon bald 'aus allen Nähten' platzen wird", betonte Archivleiterin Prof. Dr. Marianne Streisand. Die dem Archiv bereits fest zugesagten "Vorlässe" (im Gegensatz zu Nachlässen von verstorbenen Personen") von Theaterpädagogen der ersten Stunde werden einen Umfang von über 100 laufenden Regalmetern haben.

Die ersten Bestände der noch sehr jungen Einrichtung haben jetzt Frau Streisand und der wissenschaftliche Mitarbeiter Bernd Oevermann aus Brockhöfe bei Uelzen abgeholt: Die dort lebende Schauspielerin, Germanistin und Pädagogin Eva Brandes war bis zu ihrer Pensionierung Professorin am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Hamburg und übergab dem Archiv kartonweise Dokumente, Bücher und Materialien. Frau Brandes hat in den 70er Jahren gemeinsam mit Prof. Wolfgang Nickel an der Pädagogischen Hochschule Berlin den deutschlandweit ersten Lehrplan der Spiel- und Theaterpädagogik entwickelt und auch das Amateurtheaterfestival in Recklinghausen mit ins Leben gerufen. "Aus all diesen Arbeitsphasen befinden sich spannende Zeugnisse unter den Dokumenten, die nun den ersten Baustein des Archivs für Theaterpädagogik bilden", freute sich Marianne Streisand beim Sichten und Einsortieren der ersten Archivbestände.

Aufgabe des Archivs ist es, Schriften und Medien aus der Geschichte dieses jungen Faches zu sammeln und Studenten, aber auch Schülern z. B. zum Erstellen von Facharbeiten zugänglich zu machen. "Dieses Fach gewinnt zunehmend an Bedeutung. Kaum ein Theater beheimatet heute keine eigene theaterpädagogische Abteilung unter seinem Dach", so die Fachfrau.

Hervorgegangen ist die Idee zum Archiv dabei aus der im November 2005 in Lingen durchgeführten Konferenz zur Geschichte der Theaterpädagogik, an der 200 Fachleute aus der ganzen Welt teilgenommen haben.


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