zuletzt aktualisiert vor

„Spreche das aus, was die Leute denken“

Von dpa

Berlin. Kritik an der mangelnden Präsenz von Bundestrainerin Silvia Neid und der Vermarktung von Nationalspielerin Fatmire Bajramaj: Trainer Bernd Schröder (68) von Turbine Potsdam lässt derzeit kaum eine Gelegenheit aus, öffentlich zu murren.

Herr Schröder, in letzter Zeit hagelte es von Ihnen Kritik an Silvia Neid – unter anderem, weil sie sich zu wenig in Potsdam blicken lässt. Was haben Sie eigentlich gegen die Bundestrainerin?

Wenn sie uns nichts wert wäre, würden wir sagen: Bleib, wo du bist. Das Entscheidende ist nicht, dass sie nach Potsdam kommen soll, um Spieler zu beobachten. Es gehört sich einfach, dass man in eine Region mal kommt und sich präsentiert.

Hätten Sie ihr das nicht auch unter vier Augen sagen können?

Es ist wichtig, dass ich diesen Hinweis gebe – auch in der Öffentlichkeit. Ich spreche das aus, was alle Leute denken. Ich finde, es muss einfach mal gesagt werden, weil es die Empfindung dieser Region ist.

Sie haben auch die positive Wirkung der Frauenfußball-WM infrage gestellt. Sehen Sie das mittlerweile anders?

Ich bin da Realist. Das sehen Sie ja schon draußen auf den Straßen: 0,1 Prozent fahren hier mit deutschen Flaggen an den Autos rum. Es ist wichtig zu sehen, wie die Spiele weitergehen – vor allem die, an denen die deutsche Mannschaft nicht beteiligt ist. .

Wie beurteilen Sie bisher die Leistung unserer Kickerinnen und Ihres ehemaligen Schützlings Fatmire Bajramaj?

Die Spielerinnen müssen sich noch ein bisschen bewegen. Fatmire Bajramaj ist im Moment nicht in der Lage, das, was im Vorfeld über sie gesagt wurde, auch zu bringen. Da kann natürlich auch eine Silvia Neid nichts machen. Ich habe das Gefühl gehabt, dass sie beim Auftaktspiel ein bisschen ausgegrenzt wurde.

Warum?

Sie hat sich meiner Ansicht nach nicht so auf den Fußball konzentrieren können, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dieses ganze Brimborium – auf jeder Zeitung fünfmal gedruckt – das kann sie nicht verkraften. Im Moment sieht es so aus, dass sie durch diese Aktionen mehr Konflikte mit den Mitspielerinnen hat. Mit Birgit Prinz hätte man das nicht machen können, weil die einfach nur gesagt hätte: Nö.