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Ostercappeln: Wird die Krebsburg verkauft?

Das Wohnheim Krebsburg in Ostercappeln. Hier sind mehr als 20 Mitarbeiter der Heilpädagogischen Hilfe beschäftigt und 42 Bewohner untergebracht. Foto: Oliver KratoDas Wohnheim Krebsburg in Ostercappeln. Hier sind mehr als 20 Mitarbeiter der Heilpädagogischen Hilfe beschäftigt und 42 Bewohner untergebracht. Foto: Oliver Krato

Der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) liegt eine Kaufanfrage für die Krebsburg in Ostercappeln vor. Dies bestätigte Franz Haverkamp, Leiter des Wohnbereichs der HHO, auf Anfrage unserer Zeitung.

Haverkamp betonte, es sei noch keine Entscheidung gefallen und es gebe auch keinen unterschriebenen Kaufvertrag.

Selbst wenn es eine Entscheidung für einen Verkauf geben sollte, so würden die 42 Bewohner in den kommenden zwei bis drei Jahren in jedem Fall im Wohnheim Krebsburg bleiben können.

Bei der HHO gibt es offensichtlich Überlegungen, die Mitarbeiter von Behinderten-Werkstätten in der Nähe ihrer Arbeitsplätze unterzubringen. Auch die Unterhaltungskosten für die historische Krebsburg dürften eine Rolle in den Überlegungen spielen.

Ostercappelns Bürgermeister Rainer Ellermann wäre nach eigener Aussage „enttäuscht, wenn die Krebsburg verkauft würde, denn sie gehört zu Ostercappeln einfach dazu“. In den vergangenen Jahrzehnten seien gute freundschaftliche Verbindungen zwischen Vereinen und Bewohnern gewachsen, so Ellermann. Ein Wegzug von 42 Bewohnern und der Verlust von mehr als 20 Arbeitsplätzen seien für die Gemeinde Ostercappeln sehr bedauerlich.

Rückblick: Anfang September 1979 war das Behinderten-Wohnheim Gut Krebsburg offiziell eingeweiht worden.

Die Gründungszeit der Krebsburg liegt im Dunkeln. Anno 1347 wird das gräflich bentheimische Lehen Crevetesburg erstmalig erwähnt. Das Gut wechselte in den folgenden Jahrhunderten wiederholt den Besitzer.

Das zweistöckige Herrenhaus ist um 1750 errichtet worden. Von 1913 an gehörte die Krebsburg der Familie von Wendt. Hans-Hubert Freiherr von Wendt war von 1972 bis 1984 Bürgermeister der Gemeinde Ostercappeln, zuvor Samtgemeindevorsteher und Haarener Bürgermeister.

Unterdessen wird in der Gemeinde Bissendorf das Wohnheim Holterberg für Menschen mit Behinderung erweitert. Noch in diesem Jahr sollen hier von der Heilpädagogischen Hilfe 24 Menschen mit einem besonders hohen Unterstützungsbedarf und Menschen mit Autismus beherbergt werden.

Vor rund einem Jahr wurde mit den Umbau- und Neugestaltungsarbeiten in Höhe von 2,2 Millionen Euro begonnen, in einigen Wochen können die ersten Bewohner einziehen. Die Arbeiten an dem ehemaligen Kinderheim sind fast abgeschlossen, und auch der neue Gebäudeteil ist so gut wie fertig.


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