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Auch Karin Jabs-Kiesler bekommt Bundesverdienstkreuz Ein Dank für große und großartige Leistungen

Von Beate Tenfelde

Glückstrahlende Ordensträgerin: Karin Jabs-Kiesler mit Bundespräsident Christian Wulff, der gestern 36 Ehrenamtliche auszeichnete. Foto: BundesbildstelleGlückstrahlende Ordensträgerin: Karin Jabs-Kiesler mit Bundespräsident Christian Wulff, der gestern 36 Ehrenamtliche auszeichnete. Foto: Bundesbildstelle

Berlin. Eine illustre Runde empfing gestern in Berlin Bundespräsident Christian Wulff: Fußballlegende Franz Beckenbauer und sein Weggefährte Günter Netzer saßen im Schloss Bellevue in der ersten Reihe, als das Staatsoberhaupt 36 Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszeichnete. „Sie haben sich um Deutschland verdient gemacht“, würdigte Wulff den „großen und bisweilen großartigen“ Einsatz der Geehrten, unter ihnen die Osnabrücker Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler.

Die ehemalige Oberstudienrätin engagiert sich seit Langem vielfältig für das Gemeinwohl. Sie war für die SPD von 1986 bis 1996 Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück und gehört diesem wieder seit 2001 an. Nach wie vor ist sie in zahlreichen Ausschüssen, Gremien und Beiräten aktiv. Seit 2002 vertritt sie außerdem den Oberbürgermeister.

Die 72-Jährige ist zudem seit über drei Jahrzehnten Kirchenvorsteherin, ferner Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Osnabrück“. Außerdem sie Vorsitzende der Felix-Nussbaum-Gesellschaft und kümmert sich um das Andenken und die Präsentation der Werke des Malers jüdischer Herkunft, der 1944 in Auschwitz ermordet wurde.

Mit Jabs-Kiesler und Wulff trafen sich zwei langjährige Bekannte: „Ich bin 1986 zusammen mit Wulff in den Stadtrat eingezogen.“ Sie hätten über die Parteigrenzen hinweg sehr gut zusammengearbeitet, dies gelte besonders für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit: „Hier hat sich Christian Wulff als sehr glaubwürdig erwiesen.“ Ganz gespannt war sie darauf, die zwei Nussbaum-Bilder in den Amtsräumen des Präsidenten zu sehen.

Karin Jabs-Kiesler war mit dem Ehemann und den drei erwachsenen Kindern gekommen – und erlebte einen sehr zuvorkommenden Präsidenten. Er unterbrach die Feierstunde, um Horst Kiesler persönlich zum 79. Geburtstag zu gratulieren. Der bekam Applaus des großen Publikums: Umweltschützer, Klimaforscher, Sportler und Künstler klatschten – auch Beckenbauer und Netzer. Sie waren wegen Wolfgang Niersbach gekommen. Der Generalsekretär des DFB hat maßgeblich die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 organisiert. Dafür gab es nun den Orden.

Ein Lebensretter, der Schlagzeilen machte, wurde zum Dank ebenfalls hoch dekoriert: Der in Norwegen lebende und aus Mecklenburg stammende Marcel Gleffe hatte während des Massakers von Utøya am 22. Juli mit seinem Boot mindestens 20 fliehenden Jugendlichen das Leben gerettet. „Eine größere Ehre kann es für mich gar nicht geben“, sagte Gleffe nach der Auszeichnung.