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Leeraner Emsbrücke als Nadelöhr

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Wenn der zehnjährige Fabian und sein Vater Dirk Fischer in den vergangenen Tagen aufgewacht sind, hatten sie vom Bett aus den besten Blick auf die AIDAluna. Ihr Wohnmobil war nur 200 Meter neben dem Kreuzfahrtschiff geparkt. Für die Fischers war die Emspassage des Luxusliners von Papenburg nach Emden, die das Clubschiff am Wochenende reibungslos meisterte, die erste in ihrem Leben.

„Die Gelegenheit bekommen wir so schnell nicht wieder“, meinte Dirk Fischer. Eine glückliche Fügung war, dass Fabian am Freitag wegen einer Fortbildung seiner Lehrer schulfrei hatte. „Das war ideal, auf so eine Gelegenheit haben wir lange gewartet“, so der Vater des Viertklässlers. Am Freitagmorgen lenkte er sein Campingmobil auf einen Platz neben der Meyer Werft. Da hatte das Vater-Sohn-Gespann aus dem hessischen Marburg schon eine Strecke von 340 Kilometern und viereinhalb Stunden Autofahrt hinter sich.

Drei Tage lang wurde auf zehn Quadratmetern geduscht, geschlafen und gekocht. Papa Dirk servierte Bratkartoffeln und Würstchen, dazu gab es Gemüse, das Fabians Mutter, die zu Hause arbeiten musste, als Proviant eingepackt hatte. Beim Besuch in Papenburg durfte für das Männergespann natürlich auch eine Führung auf der Werft nicht fehlen. Was die Fischers sonst noch in Sachen Schiffsüberführung wissen mussten, erklärten ihnen ein paar „alte Hasen“, die ihre Wohnmobile neben den Marburgern geparkt und schon mehrere Emspassagen erlebt hatten. „Die Nachbarschaft war sehr gut“, freute sich Dirk Fischer.

Sohn Fabian ist im küstenfernen Hessen zwar eher ein Fan der Fliegerei, aber die AIDAluna hatte es ihm einfach angetan. „Die ist ganz schön groß“, staunte der Zehnjährige, der bisher erst zweimal mit einem Schiff auf Nordsee-Inseln gefahren war. Aber nicht nur der Junior war beeindruckt, sondern auch Dirk Fischer: „So etwas haben wir sonst nur im Fernsehen gesehen, aber live kommen die Dimensionen ganz anders rüber.“

Per Fahrrad begleiteten Dirk und Fabian Fischer die AIDAluna am Samstag auf ihrem Weg die Ems hinauf bis Weener. Gegen 12 Uhr, rund eine Stunde später als von der Meyer Werft angekündigt, hatte das 252 Meter lange Clubschiff seine Reise, die erneut Tausende von Schaulustigen anzog, von Papenburg aus angetreten.

Mit Unterstützung zweier Schlepper passierte die AIDAluna zunächst die Dockschleuse und setzte ihre Fahrt dann über die Ems in Richtung Emden fort. Als spezielles Nadelöhr erwies sich die Jann-Berghaus-Brücke in Leer. Aufgrund der laufenden Bauarbeiten an einem Brückenpfeiler fiel die Durchfahrt enger aus als sonst.

Doch auch diese Herausforderung meisterte Kapitän Thomas Teitge, für den die Fahrt mit der AIDAluna bereits die 22. Überführung eines Meyer-Schiffes war. Nach gut elf Stunden machte der Luxusliner kurz vor 23 Uhr in Emden fest, wo das Schiff mit 1000 Fackeln auf dem Deich und einem Feuerwerk empfangen wurde. Nach Probefahrten auf der Nordsee wird das Clubschiff am 16. März offiziell an die Reederei AIDA Cruises übergeben.


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