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Mit Lust und Kettensäge gegen Begrenzungen

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IN DER ORANGERIE zeigt Fred Schierenbeck seine in Farbe und Format verschwenderisch wirkenden Objekte.IN DER ORANGERIE zeigt Fred Schierenbeck seine in Farbe und Format verschwenderisch wirkenden Objekte.

Was wächst denn da aus dem grünen Rasen vor und aus dem Boden in der Orangerie, sprengt Grenzen und Begrenzungen? Auch was an der Wand hängt, lässt sich nicht einzwängen. Fred Schierenbecks große Bildobjekte brauchen Raum zur wirksamen Entfaltung, und die wird ihnen in der neuesten Ausstellung des Kunstvereins gegeben.

Hier geht ein Maler mit großer Kraft und Lust zu Werke, urteilte in seiner Einführung in das Werk Schierenbecks der Kunsthistoriker Martin Gesing, Leiter des Beckumer Stadtmuseums. Dabei scheut er auch nicht vor dem Einsatz einer Kettensäge zurück: Ein Ensemble aus ursprünglich zwölf Holzplatten trägt die Spuren der Heftigkeit, mit der Fred Schierenbeck in Berlin an dem vor ihm aufgebauten Objekt seine Spuren hinterließ. Die einzelnen Holzplatten werden jetzt unterschiedlich kombiniert - neun davon hängen in der Orangerie, drei in der benachbarten Galerie 24, in der weitere kleinere seiner Objekte an der Schwelle zwischen Bild und Plastik zu sehen sind.

Das dominante Blau früherer Jahre ist einem glutwarmen Rot gewichen, das in geometrischen Formen verschwenderisch dick aufgetragen wird. Handwerklicher Schweiß geflossen ist auch bei der Installation des tiefroten Objektes, das vor der Orangerie aus dem inzwischen wieder grünen Rasen wächst oder in ihn versinkt: Bis zur letzten Minute, bei Schnee und Eis arbeiteten Helfer und Künstler an Fundament und Konstruktion. Die Kunstvereinsvorsitzende Barbara Manke dankte bei der Vernissage, die vom Osnabrücker Blechtett musikalisch eingeleitet und untermalt wurde, auch der Stadt Melle und den Sponsoren, ohne deren Hilfe diese Ausstellung nicht möglich gewesen wäre.

Ein Novum ist auch für Fred Schierenbeck, dass ein Workshop für Kinder, begleitend zu der Ausstellung mit seinen Werken, stattfindet. Als Kunstpädagoge sei er allerdings daran gewöhnt, mit Kindern zu arbeiten, erklärte der jetzt in Oerlinghausen lebende gebürtige Bremer am Rand der Ausstellungseröffnung. "Ich freue mich schon darauf, und ich hab mir schon einiges dafür überlegt, was ich aber noch nicht verraten möchte." Natürlich wird es bei dem am 5. April beginnenden Kurs um bildnerische Gestaltung von Holzplatten gehen - aber wohl nicht mit der Kettensäge.

Nahezu zeitgleich mit der Ausstellung von Fred Schierenbeck werden ab Donnerstag in der Alten Posthalterei Bildobjekte von Marek Radke zu sehen sein - kein Versehen, wie die Kunstvereinsvorsitzende Barbara Manke bei der Vernissage in der Orangerie betonte, sondern ein bewusst so gewählter Termin, denn beide Künstler sind Nachbarn - sowohl was die Lage ihrer Ateliers betrifft als auch in ihrem künstlerisch korrespondierenden Schaffen. Da bietet sich eine kleine Kunst-Entdeckungsreise zwischen Ostenwalde und Melle an. In der Orangerie und in der benachbarten Galerie 24 sind die Objekte von Fred Schierenbeck täglich außer Montag jeweils von 15 bis 18 Uhr noch bis zum 29. April zu sehen.


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