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Enttäuschung beim TSV Westerhausen

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Wie im falschen Film fühlten sich am Montagabend die meisten Vereinsmitglieder des TSV Westerhausen-Föckinghausen auf ihrer eigenen Jahreshauptversammlung, als der Vorsitzende Rainer Mallon das sowohl enttäuschende als auch überraschende Ergebnis der Probeabstimmung des SV Oldendorf bekannt gab. Während in Wes terhausen 117 von 134 Mitglieder mit „Ja“, nur 15 mit „Nein“ stimmten und es zwei Enthaltungen gab, lehnten die deutliche Mehrzahl der Oldendorfer die geplante Verschmelzung ab.

Schon bei einem Ergebnis von unter 65 Prozent wäre „das Buch zugemacht worden“, so Mallon. „Die Fusion ist hiermit gescheitert“, bemerkte er tonlos. Eine bittere Pille für die Mitglieder des TSV, die die von Mallon und Kassenwart Erhard Alpers kurz zuvor präsentierte Fusionsplanung mit einem hohen Maß an Offenheit und Konstruktivität diskutiert hatten. „Während der Diskussion herrschte hier eine positive Stimmung“, betonte Mallon.

Die Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus beiden Vorständen hat sich die lange und intensive Arbeit umsonst gemacht, der Traum von gemeinsam genutzten Sportanlagen, einer Entlastung des Ehrenamtes und einem „Sich-gegenseitig-gut-Ergänzen“ ist ausgeträumt: Einen TSV Oldendorf als zweitgrößten Sportverein in Melle wird es nicht geben.

Wie gut, dass nicht nur die Vorteile der Fusion detailliert erörtert wurde, sondern auch ihre eventuellen Nachteile: Also kein Verlust der Eigenständigkeit, keine Kompromisse und kein Verlust der ureigenen Tradition. Die Westerhausener dürfen ihren vertrauten Namen „TSV Westerhausen-Föckinghausen“ behalten, und niemand muss mehr eine Abschiedsträne im Auge haben, wenn der Fanfarenzug „Blau und Weiß“ spielt. Vielleicht ein kleiner Trost. „Der Vorstand in Oldendorf hat dieses Ergebnis nicht verdient“, kommentierte Mallon das Abstimmungsergebnis.

Der Vorsitzende des Kreissportbundes Osnabrück-Land, Hans Wedegärtner, ehrte Mallon mit der goldenen Ehrennadel „in Würdigung hervorragender Verdienste und der Förderung des Sportes“. Mallon gehört seit 26 Jahren dem TSV an, 20 Jahre davon leistete er als 1. Vorsitzender eine sehr gute und zuverlässige Vorstandsarbeit. In persönlichen Worten lobte Wedegärtner die fruchtbare Zusammenarbeit im Sportstättenausschuss, die er mit Mallon erlebt habe.

Im Auftrag des Sportdach-Vorsitzenden Gottfried Müller und des Bürgermeisters überreichte er dem Jugendlichen Eddy Trusov die Bronzemedaille, die er eigentlich auf der entfallenen „Sportgala“ hätte bekommen sollen. Im vergangenen Jahr hat er in der Badminton-Bezirksmeisterschaft (gemischtes Doppel U13) den ersten Platz belegt.


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