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,,In der Spitze mitspielen"

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,,Es war eine schwere Entscheidung, aber der Wechsel nach Münster war für mich zukunftsorientierter." Christina Dickebohm, die das Volleyball-ABC unter Trainer Rolf Herbers bei Union Meppen lernte, verabschiedete sich nach drei Jahren bei Union Emlichheim aus sportlichen, aber auch beruflichen Gründen in Richtung Westfalen.

Der Vizemeister USC Münster war auch im Vorteil, weil er der angehenden Medizinstudentin ein Praktikum vermitteln will, das sie in ihr Studium einbringen kann. Aber auch die sportlichen Perspektiven haben sich für Christina verbessert. ,,Es ist schon ein anderes Niveau, wenn man in der Spitze mitspielen will", sagt die 19-Jährige, die damit auch einen Neuanfang wagt. Denn sie hat in Münster eine eigene Wohnung bezogen. Nach Emlichheim ist sie immer noch gefahren.

Rolf Herbers, bei dem Christina Dickebohm acht Jahre trainierte, sieht in dem Wechsel der 1,78 m großen Volleyballerin eine ,,absolute Karrierekonsequenz". In ihrer Entwicklung habe sich kein Bruch ergeben. Bei Union Meppen, die mit dem Talent permanent aufstieg und an zahlreichen deutschen Meisterschaften teilnahm, kam Christina in die Jugendnationalmannschaft, in Emlichheim schaffte sie den Sprung ins Juniorenteam des Deutschen Volelyball-Verbandes. Und für Herbers wäre die baldige Einladung zur A-Nationalmannschaft keine Überraschung. ,,Ich glaube nicht, dass ein Weg an ihr vorbei führt." Voraussetzung sei aber, dass sie in einem ,,superstarken Verein" wie Münster spiele, der es sich zum Ziel gesetzt habe, mit jungen Talenten die nationale Spitze zu erreichen.

Die 19-Jährige verfügt nach der Einschätzung von Herbers über die besten Voraussetzungen. ,,Sie ist auch in Extremsituationen psychisch sehr ausgeglichen. Zudem hat sie die absolute Sicherheit in den Grundtechniken." Darüber hinaus fülle sie die Liberarolle - eine neuere Entwicklung im Volleyball, die nicht einmal alle Erstligisten schon nachvollzogen haben - glänzend aus. ,,Sie ist ihr auf den Leib zugeschnitten."

,,Mal abwarten. Ich versuche, das Beste daraus zu machen", sagt die Juniorennationalspielerin eher zurückhaltend, die ihre neue Aufgabe als Herausforderung begreift. Am Dienstag trainierte sie erstmals mit beim USC, bei dem sie einen Zweijahrevertrag unterzeichnen wird. Am morgigen Samstag wirkt sie bereits bei einem Turnier in Bottrop mit.

Bislang verfügt der USC gerade über einen Kader von sieben Spielerinnen. Aber das soll sich nach Aussagen des neuen Geschäftsführers Uwe Niemeyer natürlich noch ändern. Zwei Spielerinnen wolle der Verein noch verpflichten. ,,In Emlichheim war es ja letztes Jahr zu Saisonbeginn nicht wesentlich anders", sagt Christina Dickebohm. ,,Da haben wir auch mit acht Spielerinnen begonnen."

Der USC Münster befindet sich im Umbruch. Der neue Trainer Zoran Nikolic soll in diesem Jahr die Basis für eine sportlich bessere Saison 2002/2003 legen. Er hat bereits angekündigt, dass er künftig mehr mit Libera spielen will. Das Erreichen der Play-Offs ist aber schon ,,nach derzeitigem Stand" das erklärte Ziel.

In der jungen Mannschaft steckt nach Einschätzung von Christina Dickebohm genug Potenzial. Die Mitspielerinnen kennt sie von Duellen der vergangenen Serie. Johanna Reinink hat sie schon ,,in Emlichheim gesehen". Mit Atika Bouagaa aus dem Berliner Volleyball-Projekt (vorher Sinzheim) war die Emsländerin zuletzt mit der deutschen U21-Nationalmannschaft bei den Juniorenweltmeisterschaften in der Dominikanischen Republik.

Mit dem Abschneiden des deutschen Teams in der Karibik war Christina Dickebohm nicht zufrieden. Ziel war ein Platz unter den besten Acht. Doch nach dem 2:3 gegen Taiwan verpasste die Mannschaft von Trainer Jens Tietböhl das Viertelfinale. Doch die talentierte Emsländerin machte bei den Titelkämpfen nachhaltig auf sich aufmerksam. Nach der Auswertung der Vorrundenstatistik aller 16 teilnehmenden Nationen war sie die beste Libera. Auch bei den Annahmen wurde die Emsländerin im Vorderfeld geführt. Dieses ,,internationale Bewerbungsschreiben" weckte auch in Deutschland zusätzliches Interesse.

Schon vor der Abreise zur WM in der Dominikanischen Republik hatte die Emsländerin klar gemacht, dass sie für die neue Saison nicht auf Emlichheim fixiert sei. Bei dem Grafschafter Klub hatte sie nach zwei Jahren in der Reserve den Sprung in das Bundesligateam geschafft. ,,Es hat mir dort gut gefallen", bekennt Christina Dickebohm, doch jetzt setzte der USC die größeren Reize. Und die Emlichheimer wissen, welche Kategorie sie mit der 19-Jährigen verlieren. SCU-Manager Norbert Bußmann: ,,Viele dieser Qualität gibt es in Deutschland nicht."


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