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Weite und Unendlichkeit der Landschaft

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"In seinen Bildern versuchte Josef Meyenberg die Stimmungen, die Gefühle der Weite und Einsamkeit wiederzugeben, die beim Betrachten der Seelandschaft, der endlosen Brüche und Moore entstehen. So sind seine Gemälde meist ohne Menschen", erklärte Museumsleiterin Sabine Hacke, die im Dümmer-Museum in Lembruch die Sonderausstellung "Josef Meyenberg - Maler norddeutscher Landschaften Dümmer - Moor - Heide" eröffnete.

Vor anderthalb Jahren habe Klaus Dehne aus Bad Gandersheim den Kontakt zum Museum gesucht, um Werke von Meyenberg als Dauerleihgabe in die Dümmerregion zu geben, erklärte Sabine Hacke zur Vernissage. Ihr besonderer Dank galt den Familien Körner, Landgraf, Hafer und Schriefer, die ebenfalls Leihgaben für die Ausstellung zur Verfügung stellten. Unterstützung habe die Schau - eine Gemeinschaftsausstellung mit dem Kreismuseum Syke - durch die ZF Lemförder GmbH, RWE Weser-Ems und den Förderverein Dümmer-Museum gefunden.

"Josef Meyenberg wurde 1891 in Lamspringe geboren", ging die Museumsleiterin auf die Vita des Malers ein, der bei seinem Vater das Tischlerhandwerk erlernte. Nach dem Abschluss schickte ihn sein Vater auf die Handwerker- und Kunstgewerbeschule nach Hildesheim, wo er das Fachzeichnen mit großem Eifer betrieb. "Mit begehrlichen Blicken aber nahm ich auch teil an den Arbeiten, die in den kunstgewerblichen Abteilungen entstanden, ganz besonders zogen mich die Naturstudien an", schreibt Meyenberg in seinen "Erinnerungen" 1961. Von 1910 bis 1914 arbeitete er als Innenarchitekt in Hannover, wo er erneut Zeichenkurse an der Kunstgewerbeschule besuchte. 1928 führte ihn sein Weg nach Osnabrück; hier unterrichtete er als Gewerbeoberlehrer bis 1958. Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner Frau nach Bad Essen, näher an den Dümmer und seinem Atelier in Hüde.

Als er zum ersten Mal die Dümmerlandschaft sah glaubte er, ein Märchen zu erleben. Der See wurde für ihn zu seiner geliebten, zweiten Heimat; in Hüde übernahm er 1934 ein Atelier. Inspiriert von der Landschaft und den Motiven am See, von den Orten und dem Moor, der Dümmerniederung, entwickelte sich Josef Meyenberg zu einem detailgetreuen Landschaftsmaler.

Auch wenn Josef Meyenberg oft dunkle Erdfarben für seine Werke verwandte, spürt man beim Betrachten trotzdem eine gewisse Leichtigkeit. Flächig aufgetragene Ölfarbe und ein ihm eigener Bildaufbau, häufig mit einer Horizontalen, lassen aber auch die Weite und Unendlichkeit der Landschaft erahnen. Pastelltöne für das Firmament sorgen für atmosphärische Effekte und weiche Farbverläufe. Josef Meyenberg malte in Öl, Aquarell, Kohle und mit Bleistift.

Die Ausstellung im Dümmer-Museum kann bis zum 26. August täglich (außer montags), 10 bis 18 Uhr, besucht werden. Vom 2. bis 23. September wird sie danach im Kreismuseum in Syke gezeigt.


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