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Spröde Bildobjekte Der Osnabrücker Künstler Friedrich Teepe ist im Alter von 82 Jahren verstorben

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              <em>Besuch im Atelier:</em> 1989 erläuterte Friedrich Teepe (rechts) dem damaligen niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Johann Tönjes Cassens, seine Kunst. <Cust strParam="FH">Foto: Michael Münch</Cust></p>

Besuch im Atelier: 1989 erläuterte Friedrich Teepe (rechts) dem damaligen niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Johann Tönjes Cassens, seine Kunst. Foto: Michael Münch

Osnabrück. Friedrich Teepe ist tot. Der Osnabrücker Künstler starb in der Nacht zum letzten Sonntag im Alter von 82 Jahren.

Das teilte Hildegard Englert, Witwe des Malers Rudolf Englert (1921– 1989) mit. Nach ihren Worten soll der Künstler an diesem Freitag beigesetzt werden.

Die Angaben zu Teepes Vita lesen sich so spröde, wie sich seine Kunst ausnimmt. 1929 in Osnabrück geboren, 1958–62 Kunstakademie Düsseldorf, 1962–65 Universität Köln, lebt in Osnabrück: So steht es in dem Katalog zu der Ausstellung mit Werken Teepes, die 1981 in der Osnabrücker Kunsthalle Dominikanerkirche ausgerichtet wurde. Schon 1974 war das Werk des Künstlers am gleichen Ort umfänglich vorgestellt worden.

Teepe bestritt nicht nur eine ganze Reihe weiterer Ausstellungen, er arbeitete auch als Kunsterzieher in Osnabrück. Teepe hat es dem Publikum mit seiner Kunst niemals leicht gemacht. Von „Kopfschütteln und Ablehnung“ als Reaktion auf Teepes Bilder und Stoffobjekte berichtete Wendelin Zimmer 1981 in der Neuen Osnabrücker Zeitung und merkte weiter an, dass Teepe keine fassbaren Bildinhalte biete. Eine Kunst also, die die Wirklichkeit verfehlt?

Natürlich nicht. Denn die Werke von Friedrich Teepe zielten deshalb nicht auf eine Wirklichkeit außerhalb der Kunst, weil sie ihre eigene, intensive Wirklichkeit hatten und haben. Der Künstler begann mit monochromer Malerei. Eigentlich prägend für sein Werk wurden hingegen Kastenobjekte und Stoffhängungen. Als darstellende Kunstwerke wären solche Objekte missverstanden. Sie verweisen nicht, sondern führen ihr eigenes Dasein vor – als Raumteiler, suggestiv aufgeladene geometrische Ordnungen und spröde Materialwirkungen. Teepe entwarf mit seinen Hängeobjekten Bildwerke, die durchaus im Trend ihrer Entstehungszeit waren. Mit geometrischen Mustern verwiesen sie auf Konstruktivisten wie Friedrich Vordemberge-Gildewart und Paul Dreyer. Als gehängte Stoffobjekte hatten sie ihre Vorbilder in den Filzarbeiten eines James Morris, den Hängungen von Rainer Ruthenbeck und den Stofffaltungen von Franz Erhard Walter. Als Künstler verfolgte Friedrich Teepe seinen ganz eigenen Kurs. Mit ihrer kühlen Kalkuliertheit haben seine Werke bleibenden Wert.


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