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Steinbeißer in der Else Auslöser für FFH-Schutz?

Melle
Der Steinbeißer fühlt sich in Else und Kilverbach offensichtlich wohl und hat sich im Else-Werre-System ausgebreitet - das Vorkommen dieser seltenen Fischart führt möglicherweise dazu, dass auch Else und Kilverbach unter Schutz stehen. In Nordrhein-Westfalen läuft zurzeit das Meldeverfahren für die "Flora-Fauna-Habitate", die europaweit unter Schutz gestellt werden sollen.

Zu den vorgesehenen Meldegebieten, die mit Detailkarten und Standard-Datenbögen der Europäischen Union im Herforder Kreishaus noch bis zum 3. August öffentlich ausliegen, gehört auch das System "Else/Werre" mit der Nummer DE-3817-301. Auslöser für das Meldeverfahren ist der Steinbeißer, dessen Vorkommen durch Elektrobefischung nachgewiesen wurde und im Else-Werre-System einen für für Nordrhein-Westfalen einmalig breiten Besiedlungsbereich bildet.

Mit den in Herford ausliegenden Karten ist die Meldung der Else und des Kilverbaches bis zur Landesgrenze nach Niedersachsen als FFH-Gebiet beabsichtigt. Da Fische sich aber bekanntlich nicht durch Verwaltungs- und Gebietsgrenzen stören lassen, dürfte der Steinbeißer genauso im niedersächsischen Meller Raum zu finden sein.

In diesem Fall muss der Steinbeißer auch von der niedersächsischen Landesregierung dem Bundesumweltministerium offiziell gemeldet werden zur Weitergabe nach Brüssel. Spätestens wenn die nordrhein-westfälischen FFH-Meldungen dort auflaufen, werden Bundesregierung oder Europäische Union ein sogenanntes "Konzertierungsverfahren" einleiten, um zu prüfen, ob auch der niedersächsische Teil von Else und Kilverbach als FFH-Gebiet festzuschreiben sind.

Die nordrheinwestfälischen Fachbehörden gehen derzeit davon aus, dass aller Voraussicht nach die derzeitigen Nutzungen der Gewässer ( Angelsport, Landwirtschaft und Abwassereinleitungen) im wesentlichen nicht zu beanstanden sind, da sich der Steinbeißer unter diesen Bedingungen so entwickelt hat. Beabsichtigt ist auf nordrhein-westfälischer Seite, das Gewässer unter Natur- oder Landschaftsschutz zu stellen und auf freiwilliger Basis mit den Eigentümern der angrenzenden Grundstücke vertragliche Vereinbarungen zu treffen, damit die derzeitigen Nutzungen nicht verändert werden.


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