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„Karl-Heinz Vehring ist ein weiser Mann“

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Hätte es einen besseren Ort für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den früheren Oberstadtdirektor Karl-Heinz Vehring als den Ratssitzungssaal geben können? Hier fasste der Rat wegweisende Beschlüsse, die Vehring im Laufe seines 35-jährigen Einsatzes für die Stadt vorbereitet hatte.

„Diese Arbeit war für mich immer eine Herzensaufgabe“, bekannte der Lingener Ehrenbürger. Passend zur Feierstunde war der Ratssitzungssaal am Samstag durch runde Tische wohnlich möbliert worden. 50 langjährige Weggefährten nahmen an ihnen Platz. Diese runden Tische symbolisieren die Fähigkeit Vehrings, Menschen mitzunehmen und gemeinsam bestmögliche Lösungen für die Allgemeinheit in die Tat umzusetzen.

Nachdem Vehring am 1. Mai 2000 mit Erreichen der Altersgrenze den Dienst bei der Stadt beendet hatte, verstärkte er seine ehrenamtlichen Tätigkeiten. Das öffentliche Wohl ist dabei seine Richtschnur geblieben, wie die Laudatoren Oberbürgermeister Heiner Pott und Pfarrer Franz Bernhard Lanvermeyer in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des St.-Bonifatius-Hospitals deutlich machten. Pott erinnerte zunächst an den „150-prozentigen“ Einsatz von Vehring für die Stadt mit den Worten: „Du warst über Jahrzehnte die personifizierte Stadt.“ Der Oberbürgermeister verwies darauf, dass es Vehring gelang, wichtige Industriebetriebe nach Lingen zu holen und dadurch Arbeitsplätze zu schaffen. Dann machte der OB auf das vielfältige ehrenamtliche Engagement des jetzt 73-Jährigen aufmerksam. So ist er seit 27 Jahren erster Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, seit 37 Jahren im Vorstand des St.-Bonifatius-Hospitals aktiv, leitet seit 16 Jahren das Altenwerk Lingen (ein gemeinnütziger Verein mit 67 Wohnungen für betreutes Wohnen im Alter) und ist seit 2001 Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Lingener Land (seit 1982 im Vorstand).

Ferner engagiert er sich als stellvertretender Verbandsvorsteher im Dachverband der Wasserwirtschaft im Landkreis Emsland, gehört seit 25 Jahren dem Vorstand des Heimatvereins Lingen an und engagiert sich in den Trägervereinen für das Christophorus-Werk und das Ludwig-Windthorst-Haus. „Du hast dich um die Stadt verdient gemacht“, fasste Pott das jahrzehntelange, mit großem persönlichen Einsatz verbundene Wirken von Vehring zusammen und dankte ihm von Herzen.

Pfarrer Lanvermeyer verwies auf Vehrings Fähigkeit, in den unterschiedlichsten Vereinen Menschen für das öffentliche Wohl zu begeistern. Dabei helfe ihm ein ausgeprägter Sinn für das Machbare. Er sei ein weiser Mann im Sinne des Gebetes: „Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag, gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Vehring erklärte, dass er das Bundesverdienstkreuz auch stellvertretend für „viele Ehrenamtliche, die das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt mitgestalten“, angenommen habe. Besonderen Dank zollte er seiner Frau Margret, ohne die seine Arbeit nicht möglich gewesen wäre. Im Übrigen sind seine sechs Enkelkinder, die ihm in der Feierstunde Rosen überreichten, sein ganzer Stolz. Die Enkel ziehe er immer der Jagd vor, verriet der Familienmensch.


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