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Größtes Ärgernis in Lingen noch immer die öffentlichen Toiletten

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,,Die unzureichenden und oft in einem desolaten Zustand befindlichen öffentlichen Toilettenanlagen scheinen das größte Ärgernis für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lingen zu sein und deswegen werden wir in diesem Jahr noch Abhilfe schaffen", versprach Oberbürgermeister Heiner Pott bei der Präsentation der Ergebnisse der Bürgerbefragung in Halle IV vor rund 70 Interessierten. Versprechen könne er aber auch, ,,dass aus Blumenbeeten in der Stadt keine Parkplätze werden."

Erwin Heinen (Projektmanagement Lingen) und Thorsten Köcker (Hauptamt) stellten die Ergebnisse vor, die auf einer unglaublich hohen Beteiligung der Bürgerschaft fußen. Das spiegele nicht nur die Aktualität einer solchen Umfrage wider, sondern auch den Fleiß der Schüler von der Friedens- und der Gebrüder-Grimm Schule, die die 5000 Fragebögen verteilt hätten. 3235 Bögen seien zurückgekommen und damit habe man wirklich repräsentative Umfrageergebnisse. Das Ergebnis insgesamt: Gut.

,,Das heißt aber nicht, dass wir es bei dieser einmaligen Umfrage belassen wollen", erklärte das Stadtoberhaupt. Vielmehr lege man es darauf an, eine solche Aktion zu wiederholen, um eine Verlaufskontrolle zu haben. ,,Wir wissen, dass nicht alles in Ordnung ist und wollen deshalb Schritt für Schritt die nun bekannten Mängel abstellen." Manches könne man sofort beheben und andere Dinge brauchten etwas mehr Zeit. ,,Worauf man sich aber verlassen kann, ist, dass wir allen Hinweisen nachgehen", versprach der Oberbürgermeister.

Wie Heinen und Köcker berichteten, seien Lingener im Alter von 16 bis 81 Jahren, die sich zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern rekrutierten, angesprochen worden und zwar in einer verhältnismäßigen Verteilung zwischen Stadt und Ortsteilen. Auf die Frage, ob man mit seiner Wohnsituation zufrieden sei, hätten 88 Prozent der Gefragten mit einem klaren ,,Ja" geantwortet.

Problematischer werde es dann aber bei der Verkehrssituation insgesamt. So griffen 63 von Hundert auf ihr Auto und 29 Prozent zum Fahrrad, um mobil zu sein. Ein Grund unter anderem ist der nicht maßgeschneiderte ÖPNV. Zu hohe Preise, ein nur unzureichendes Streckennetz und ein zu geringer Bus-Takt wurden als Ursachen angegeben.

Ganz den Vorstellungen des Oberbürgermeisters entsprach es, dass sich nur rund ein Drittel der Befragten für zusätzliche Parkplätze aussprachen, während die verbleibenden 58 Prozent dagegen stimmten. Dass Lingen eine Fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt zu sein scheint, bewiesen die Antworten auf die Fragen nach Radwegenetz und Fußgängerzone. Zwischen 75 und 87 Prozent scheinen mit dem augenblicklichen Zustand zufrieden. Eine Freigabe der Fußgängerzone auf markierten Strecken für den Fahrradverkehr lehnten 62 Prozent der befragten Lingenerinnen und Lingener ab.

Auf die Frage nach der wichtigsten Veranstaltung fiel das Votum eindeutig für das Altstadtfest aus. 800 sprachen sich für dieses alljährlich stattfindende Highlight aus. Der Wochenmarkt konnte 330 Stimmen auf sich verbuchen, während sich 130 für das alle drei Jahre stattfindende Kivelingsfest aussprachen.

Enormen Zuspruch fanden auch die Pläne für eine Weiterentwicklung der Stadt. Ob es die Anlegung der neuen Kreisverkehre (88,52 Prozent), der Ausbau der FH (82,54 Prozent) oder die Halle IV (82,51) Prozent waren: Eindeutiger kann eine Befürwortung dieser Pläne kaum ausfallen.

Als ein Problem gerade für die Jugendlichen ist die fehlende Diskothek in Lingen. ,,Aber auch hier werden wir für Abhilfe sorgen", versprach Pott den Jugendlichen. Noch in diesem Jahr solle eine Fläche ausgewiesen werden, auf der ein solcher Musikschuppen gebaut werden könnte.


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