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Langen: Marienschüler im Einsatz Ein Herz für nachhaltigen Naturschutz

Von Manfred Buschhaus

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Schüler der Marienschule in Lingen pflegten jetzt zwei Tage lang das Naturdenkmal Klein Wittefehn in Langen: Unter anderem mussten auf Schiebkarren die gekappten Triebe in den Randbereich gebracht werden.Foto: Manfred BuschhausSchüler der Marienschule in Lingen pflegten jetzt zwei Tage lang das Naturdenkmal Klein Wittefehn in Langen: Unter anderem mussten auf Schiebkarren die gekappten Triebe in den Randbereich gebracht werden.Foto: Manfred Buschhaus

mb Langen. „Platz da, die Marienschule klart auf!“ In einer Großaktion zogen auch in diesem Herbst wieder über 60 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen H6b, R9b und R10b der Lingener Schule unter Leitung ihres Biologielehrers Arnold Sennhauser für zwei Tage in das Naturdenkmal Klein Wittefehn in der Gemarkung Langen. Hier wurde kräftig gearbeitet.

Ziel der Großaktion war es, durch Pflegemaßnahmen zusammen mit Vertreter von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland der Natur auf die Sprünge zu helfen. Durch die sogenannte Entkusselung, also die Beseitigung der immer wieder aufwachsenden Triebe von Birken, Kiefern und Weiden, soll hier das Bewalden verhindert und der ursprüngliche Charakter eines „Schlatts“, einer Kleinmoorfläche mit darin befindlichen Restgewässern, erhalten werden.

„Seit 1993 sorgt die Marienschule bereits für das Klein Wittefehn“, ist Heinz Helle vom Landkreis Emsland ganz begeistert. Damals habe Arnold Sennhauser beschlossen, nicht mehr nur über Umweltschutz zu reden, sondern etwas dafür zu tun. Und seitdem wurde viel erreicht.

Die Marienschule habe die Patenschaft für das Gebiet übernommen, ein Rundweg wurde angelegt und ausgeschildert, und die zwei Dämme durch das Gebiet wurden wieder freigelegt. „Glocken- und Besenheide ist in den entkusselten Gebieten sofort wieder gewachsen. Ebenso wie für viele andere seltene Pflanzen. Und auch für seltene Tierarten entwickelt sich das Gebiet zu einem kleinen Paradies“, erklärte Heinz Helle.

Weitere Schulen gesucht

Leider habe das gute Beispiel der Marienschule noch nicht andere Schulen zu ähnlichem Einsatz angeregt. „Aber da hoffen wir immer noch“, lacht Helle. Er ist mit seinen Kollegen Landschaftspfleger Andreas Cordes und Hermann Fehnker vor Ort und fördert den Einsatz. In der Zwischenzeit wirbeln die über 60 Schüler nur so über die freien Flächen, und überall wird fleißig mit angepackt. Die vorher mit den Balkenmähern und Freischneidern vom Landkreis geschnittenen Büsche und Bäumchen sowie das gekappte Schilf wird von den Schülern mit Rechen zusammengeharkt und mit Schubkarren in den Randbereich des Moores verbracht, wo es als Schutz für Kleintiere aufgetürmt wird.

Dabei ist natürlich immer Zeit für „Schule im Grünen“, wenn etwas Besonderes entdeckt wird. „Frösche“, „hier Königsfarn“, „Lungenenzian“ hört man begeisterte Rufe. Und Till Niemann findet sogar einen Teichmolch. „Die Tierwelt entwickelt sich sehr schön“, meinten Arnold Sennhauser und seine Kolleginnen Marietta Beel und Anne Kleymann. Die aufgestellten Nisthilfen seien in diesem Jahr zu 80 Prozent belegt gewesen, die Rohrweihe habe wieder gebrütet, und viele Amphibien und Libellen habe man beobachtet.

Arbeiten und Entdecken an frischer Luft macht Appetit. Dafür haben der Landkreis und der Förderkreis der Marienschule mit belegten Brötchen, Getränken und Süßigkeiten vorgebeugt. Zum Nachtisch stellte Mutter Irmgard Grabow dem ganzen Team noch zwei Blechkuchen bereit. Auch hier wurde tüchtig zugegriffen.


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