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Energie-David will es den Goliaths der Branche zeigen

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„Wir versorgen uns und andere mit erneuerbarer Energie“ – so lautet das Motto der neu gegründeten Energiegenossenschaft „nwerk“. Als Antwort auf den beschleunigten Klimawandel, die Verknappung der fossilen Ressourcen und, so die „nwerk“-Gründer, „die offizielle Energiepolitik der Stadt und der Stadtwerke haben Initiatoren aus Osnabrück und Umgebung ihre Versorgung mit erneuerbarer Energie selbst in die Hand genommen“. Mit der Genossenschaft „nwerk“ haben sie eine Organisation geschaffen, die für alle Bürgerinnen und Bürger der Region für Beteiligungen offen ist.

Und sie wollen den Energiedienstleistern, die sich bisher auf dem Markt tummeln, zur echten Konkurrenz werden. „‚nwerk‘ steht für neue und natürliche Energie, 100 Prozent erneuerbar und 100 Prozent bürgergetragen“, erklärt der Genossenschaftsvorstand Otto Wetzig. Und sein Vorstandskollege Thilo Knauer ergänzt: „Das ist der Charme des Genossenschaftsmodells: Ab einer Einlage von 500 Euro kann jede und jeder mitmachen und Miteigentümer unseres Unternehmens werden. Man kann auch mehr Geschäftsanteile erwerben, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Aber jedes Mitglied hat nur eine Stimme.“ Eine Übernahme der Genossenschaft durch große Energiekonzerne sei damit praktisch ausgeschlossen. Genossen sollen auch von der Beratungskompetenz des neuen Unternehmens profitieren können.

Das erste Projekt von „nwerk“ ist eine Fotovoltaik-Anlage in Quakenbrück, die rund 24 Kilowatt bei bester Sonneneinstrahlung leistet (kWp). Weitere Anlagen sind in Planung, „nwerk“ hat Nutzungsvereinbarungen mit unterschiedlichen Gemeinden in der Region für deren Dächer. Noch in diesem Jahr sollen etwa 200 kWp und 2010 bis zu 1000 kWp installiert werden. „Nirgendwo kann man sich leichter mit erneuerbarer Energie versorgen als bei nwerk“, erklärt Aufsichtsrat Klaus Kuhnke: „Mit der Genossen-Einlage von 500 Euro können wir mehr als ein Kilowatt Solarfläche finanzieren; das reicht übers Jahr etwa für den Stromverbrauch einer Person.“ – „Wir werden uns aber nicht auf Solarstromanlagen allein beschränken“, kündigt der Aufsichtsratsvorsitzende Aloys Graw an, „weitere erneuerbare Energieträger wie Wind, Holz, Wasser und Biogas werden folgen. Mehr Mitglieder – mehr Projekte. Hauptsache regenerativ, und alle können mitmachen.“ Gedacht ist auch an sogenanntes Contracting. Ein Beispiel: Wer mit Pellets heizen will, wendet sich an „nwerk“ und bezahlt die Wärme. Um den Einbau der Anlage und deren Betrieb kümmert sich „nwerk“.

Zu Mittwoch, 2. September, laden „nwerk“ und der Solarenergieverein Osnabrück zu einer Informationsveranstaltung ein, bei der die neue Energiegenossenschaft allen Interessierten vorgestellt wird. 20 Uhr, Braumeisterstuben, Bramscher Str. 134, Osnabrück.


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