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Ein blauer Koloss aus Stahl und Beton

Am Haken: Mit einem Kran wurde gestern Nachmittag auch das letzte Bauteil für den neuen Hybrid-Turm der Schmees Bau GmbH erfolgreich montiert. Fotos: Gerd SchadeAm Haken: Mit einem Kran wurde gestern Nachmittag auch das letzte Bauteil für den neuen Hybrid-Turm der Schmees Bau GmbH erfolgreich montiert. Fotos: Gerd Schade

Werner Uebbing steht die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Das war Millimeterarbeit, aber es passt.“ Wenige Augenblicke zuvor haben Mitarbeiter der Schmees Bau GmbH auf dem Platz des Bauunternehmens das letzte Element für einen neuartigen Hybrid-Turm montiert. Zehn Meter ragt der in leuchtendem Blau lackierte Stahlkoloss in den Esterweger Himmel. Der Turm wird als erster seiner Art das Fundament für eine Windkraftanlage des französischen Industriekonzerns Alstom bilden.

Die gestern Nachmittag mithilfe eines Krans vollendete Montage auf dem Schmees-Gelände im Gewerbegebiet Teufelsberg war ein Probeaufbau. Bis zum kommenden Montag wird der Turm wieder auseinandergenommen und auf drei Tieflader gehievt. Die Fahrzeuge verlassen den Nordhümmling in Richtung Frankreich. In zwei Tagen Fahrzeit wollen sie die Stadt Orléans erreichen.

Wie Frank Schmees, Geschäftsführer der Schmees Bau GmbH, betont, hat Werner Uebbing den Hybrid-Turm in Zusammenarbeit mit einem französischen Ingenieurbüro entwickelt. Uebbing leitet die Schmees-Niederlassung in Avignon (siehe Infokasten). An der Produktion des Hybrid-Turms hat Schmees zufolge zudem der Nachbarbetrieb, die Gerhard Schmees Stahl-, Anlagen- und Maschinenbau GmbH, maßgeblich mitgewirkt.

„Das Besondere an der Konstruktion ist die Schalung“, erklärt Uebbing. Zwischen der Außen- und der Innenwand des Turms befindet sich ein Hohlraum, der beim endgültigen Aufbau mit rund 80 Kubikmetern Beton verfüllt wird. „Stahl allein wäre nicht stabil genug“, sagt Uebbing. Schließlich sei das Fundament für Drei-Megawatt-Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 100 Metern ausgelegt. Die Schalung sei so konstruiert, dass der reine Stahlturm für die Windkraftanlage „passgenau draufgesetzt“ werden könne. Darüber hinaus könne die Schalung praktisch während der Betonierung hochgebaut werden, fügt Geschäftsführer Schmees hinzu. Dies sei bislang nicht möglich gewesen, sagt er und verweist auf eine entsprechende Zeitersparnis.

Alstom hat bei Schmees Bau insgesamt 16 Hybrid-Türme mit einem Schalungsgewicht von jeweils rund 17 Tonnen geordert. Das Auftragsvolumen umfasst nach Angaben des Geschäftsführers mehrere Millionen Euro. Ziel sei es, jede Woche einen Turm zu produzieren – vorausgesetzt, die Witterung lässt es zu. Schmees hofft, dass das Pilotprojekt erfolgreich verläuft „und dann in Serie geht“. Der Anfang ist gemacht.