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„Aushängeschild für die Stadt“

Eingehend informierte die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Karin Schreiner (2. von rechts), die Mandatsträger über Naturschutzprojekte in Wachendorf. Foto: Ludger JungeblutEingehend informierte die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Karin Schreiner (2. von rechts), die Mandatsträger über Naturschutzprojekte in Wachendorf. Foto: Ludger Jungeblut

Die Stadt Lingen macht große Fortschritte bei ihrem Ziel, in Wachendorf eine Heidelandschaft zu entwickeln. Davon konnten sich Mitglieder des Umweltausschusses und des Ortsrates Altenlingen bei einer Ortsbesichtigung überzeugen.

Claus Alfes, Naturschutzbeauftragter der Stadt Lingen, war anschließend voll des Lobes: „Es ist eine ganz hervorragende Zielsetzung, die Heide- und Magerrasenflächen zu vergrößern und miteinander zu vernetzen.“ Es gebe noch ein Problem: Mitten im Wachendorfer Zipfel befinde sich ein großer Acker, der die Naturschutzflächen voneinander trenne. Alfes forderte die Stadt auf, nachdrücklich zu versuchen, dass künftig auch dieser Acker für Magerrasen und Heide verwendet wird.

Michael Fuest (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete das Projekt als Aushängeschild für die Stadt. Ein Schäfer aus Uelsen sorgt mit Bentheimer Landschafen für die Beweidung.

Magerrasen und Heide ist der Lebensraum von verschiedenen Insekten, Amphibien wie Zauneidechse und Vogelarten wie Heidelerche und Ziegenmelker. Bei der Besichtigung mehrerer Flächen, die bereits für den Naturschutz genutzt werden bzw. in absehbarer Zeit hinzukommen, stellten Hans-Josef Lis, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, und die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Lingen, Karin Schreiner, klar, dass die Entwicklung der Heidelandschaft nur im Einvernehmen mit der Landwirtschaft im Verhandlungswege möglich sei. Damit reagierten sie auf einen kritischen Einwand von Michael Koop (CDU), der nachdrücklich forderte, auch die Existenzsicherung landwirtschaftlicher Betriebe im Auge zu behalten. „Das Verhältnis zwischen Naturschutz und Landwirtschaft muss ausgewogen sein“, unterstrich Koop. Auch Bernhard Teschke forderte die Verwaltung auf, Landwirten entgegenzukommen.

Nach Einschätzung des Ortsbürgermeisters von Altenlingen, Laurenz Pott (CDU), ist es „selbstverständlich möglich, die Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz zusammenzubringen.“

Die Mandatsträger besichtigten auch einen 5,9 Hektar großen Prozessschutzwald, der sich wie in Baccum (zwei Flächen) und Darme (eine Fläche) im Laufe der Jahrzehnte zu einem echten Naturwald entwickeln soll. Nur bei Gefährdung der Sicherheit von Menschen wird eingegriffen.

In der anschließenden Sitzung des Umweltausschusses erläuterte Karin Schreiner die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen 2009. Ziel ist der Erhalt von wichtigen Lebensräumen (nährstoffarmes Grünland, Zwergstrauchheiden und Magerrasen, Feldgehölze und Wälder, Wallhecken und Feldhecken). Dieses Jahr sind 160 Einzelmaßnahmen in 97 Gebieten vorgesehen.

Im Verlauf der Sitzung teilte Lis mit, dass der Golfclub Emstal vergeblich versucht habe, alternative Standorte für einen Parkplatz zu finden. Wie berichtet, sollen ein neuer Parkplatz angelegt und die Driving-Range verlängert werden, was den Eingriff in einen Laubwaldbestand zur Folge hat.

Der Fachbereichsleiter sprach sich dafür aus, dass ein Teilbereich des Großen Brögberner Teiches künftig wieder begehbar wird, indem Brücken erneuert werden. Nach ersten Schätzungen von Lis entstehen dafür Kosten zwischen 35000 und 45000 Euro. Dazu trifft sich der Umweltausschuss am 30. Juni zu einem Ortstermin.


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