Statt Schnäppchenjagd bewusst verzichten Der Kauf-Nix-Tag

Der Kauf-Nix-Tag wurde in den 2000er Jahren vom Verein „Narra e. V.“ und der Konsumnetz-AG nach Deutschland getragen.Der Kauf-Nix-Tag wurde in den 2000er Jahren vom Verein „Narra e. V.“ und der Konsumnetz-AG nach Deutschland getragen.
iStock/Rimma_Bondarenko

Osnabrück. Konsumrausch oder Verzicht? Am Black Friday-Wochenende treffen zwei Welten aufeinander. Der Black Friday und der Kauf-Nix-Tag am darauffolgenden Samstag. Zwei Tage, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch während der Black Friday vielen Menschen bekannt ist, ist der Kauf-Nix-Tag recht unscheinbar vertreten.

Eine Woche lang Schnäppchenjagd und die besten Deals. Zahlreiche Angebote werden schon weit vor dem Black Friday in den Shopping-Ring geworfen und der Kaufrausch wird immer weiter ausgedehnt. Während am Black Friday mehr als der doppelte Umsatz eines normalen Freitags erzielt wird, ruft der darauffolgende Kauf-Nix-Tag zu Konsumverzicht und bewussteren Kaufentscheidungen auf.

Neu ist nicht immer besser

Obwohl der Aktionstag bereits in den 2000er Jahren in Deutschland Einzug erhielt, ist der Kauf-Nix-Tag, der immer am letzten November-Samstag stattfindet, noch immer recht unbekannt. Vermutlich kein Wunder, wenn gerade zu dieser Jahreszeit alle daran denken, ihre Weihnachtsgeschenke zu besorgen und die besten Schnäppchen zu machen.

Doch gerade zu dieser konsumreichen Zeit sollten wir vielleicht einmal innehalten und darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen. Bewusst und nachhaltig zu konsumieren, um das Klima und die Umwelt zu schonen. Der Kauf-Nix-Tag ruft dazu auf, sich mindestens 24 Stunden bewusst für und gegen Käufe zu entscheiden, statt dem nächsten Preiskracher hinterherzujagen. Die Menschen sollen dazu angeregt werden, auch über diesen Tag hinaus ihre Kaufentscheidungen kritisch zu hinterfragen.

Der Kauf-Nix-Tag macht auf die sozialen und ökologischen Wirkungen unseres Konsums aufmerksam. Denn mit jedem neuen gekauften Produkt werden wichtige Ressourcen verbraucht. Vor allem der Onlinehandel belastet die Umwelt durch den Transport und übermäßige Verpackungen. Viele Produkten aus dem nicht-europäischen Ausland werden oft mit unzureichenden Arbeits- und Umweltstandards hergestellt. 

iStock/FotoK0T
Gerade zur Vorweihnachtszeit nimmt der Konsumrausch immer weiter zu - die ideale Gelegenheit, um bewusstes Konsumieren zu üben.

Sharing- und Verleih-Modelle als Alternativen

Mit den richtigen Alternativen kann das eigene Kaufverhalten nachhaltig und umweltfreundlich verändert werden. Produkte, die noch gut in Schuss sind, können bei Nichtgefallen getauscht statt weggeworfen werden. Viele Produkte können leicht wieder repariert werden, statt sie durch ein neues Gerät zu ersetzen. Auch das Leih-Prinzip hat bereits in vielen Bereichen an Aufschwung gewonnen. Große Elektrogeräte oder Camping-Garnituren können geliehen und getauscht werden. Auch im Automobilbereich findet dieses Prinzip immer mehr Anwendung. Neben dem Verkauf von Gebrauchtwagen wird Carsharing immer beliebter. Vor allem in Städten greifen immer mehr Menschen als Alternative zum eigenen Auto darauf zurück.

Wer schließlich doch einen Shoppingwunsch hat, sollte nicht dem ersten Impuls nachgeben. Häufig hilft es, seinen Wunsch aufzuschreiben und in ein paar Tagen noch einmal auf seinen Zettel zu schauen. Dadurch können wir besser einschätzen, ob wir das gewünschte Teil wirklich brauchen und möchten oder ob es doch nur eine fixe Idee war.

Der Kauf-Nix-Tag soll uns daran erinnern, bewusst zu konsumieren, um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Nicht jedes Schnäppchen in den Warenkorb zu legen, schont zudem auch den Geldbeutel und lässt mehr Platz in den eigenen vier Wänden.

Hier geht es zurück zur Themenwelt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN