ANZEIGE Ärzteteam operiert Patienten bei vollem Bewusstsein am Gehirn

Von Niels Stensen Neurozentrum

Norbert Grave nimmt es gelassen - sein Ärzteteam nahm ihm die Angst vor der OP.Norbert Grave nimmt es gelassen - sein Ärzteteam nahm ihm die Angst vor der OP.
Swaantje Hehmann

Osnabrück. Gerade noch bereitet Norbert Grave das Essen in der Küche vor, als er plötzlich die Kontrolle über seinen Körper verliert. Der 59-jährige Betriebswirt lässt eine ganze Lawine an Untersuchungen über sich ergehen, bevor er die erschreckende Diagnose erhält: Er hat einen mandarinengroßen Hirntumor.

Noch kann nicht festgestellt werden, ob es sich um einen gutartigen oder einen bösartigen Tumor handelt. Klar ist nur, dass der Tumor schnellstmöglich entfernt werden muss.

Der Hagener wird in das Marienhospital, Standort Natruper Holz, überwiesen, wo Professor Dr. Christoph Greiner, Chefarzt der Niels-Stensen-Kliniken für Neurochirurgie, mit seinem Team den anspruchsvollen und seltenen Eingriff einer Wachoperation durchführen wird. „Der Tumor sizt nah am Sprach- und Bewegungszentrum“, weiß Greiner. Nur durch eine Wachkraniotomie kann ein Hirntumor radikal entfernt und Hirnfunktionen größtmöglich geschont werden. Eine schwierige Situation, auch für den Patienten.

Chefarzt Greiner und sein Anästhesist Dr. Marc Horsthemke gehen alle Szenarien und Notfallsituationen durch. Sie sind sich der enormen Herausforderung bewusst: Zum ersten Mal sollen zwei Teams aus dem Marienhospital und der ehemaligen Paracelsus-Klinik gemeinsam operieren, ausschließlich in Lokalanästhesie. Die ununterbrochene Wachoperation, die sonst nur an einigen Universitätskliniken durchgeführt wird, ist eine Premiere in der Klinik.

Nach sechs Stunden Operation war es geschafft

Bei der Operation wird Graves fixierter Kopf schließlich mittels Navigations- und Infrarotgerät millimetergenau eingescannt und in den Computer eingelesen. Nach einer Stunde der Vorbereitung sägt Greiner den Knochenteller in knapp 25 Sekunden mit einer Art Stichsäge aus. Grave merkt von all dem nichts. Die Computernavigation berechnet den optimalen Einschnitt, um möglichst wenig gesunde Neuronen zu zerstören. Greiner operiert fünf Zentimeter tief im Kopf, um den Tumor zu entfernen. Dabei achtet er auch auf die Reaktionen seines Patienten. Als Grave beim Rückwärtszählen von zehn auf null kurz stockt, weiß er sofort, dass er an dieser Stelle stoppen muss, da er sich zu nah am Sprachareal befindet.

Sechs Stunden dauert die Operation, bis der mandarinengroße Tumor entfernt und die Schädeldecke wieder zugeschraubt ist. Als das Team laut Beifall klatscht, weiß Grave, dass er es geschafft hat. Ein Glücksmoment für ihn.

Nur vier Tage nach der Operation teilt Greiner ihm gleich zwei gute Botschaften mit: Schon morgen darf er wieder nach Hause und das vorläufige Ergebnis der Gewebeprobe ergab, dass der Tumor gutartig ist. Der Hagener hat keine Defizite zurückbehalten. Eine erfolgreiche Premiere für das Team der Niels-Stensen-Kliniken.

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