Wenn die Dunkelheit aufs Gemüt schlägt 6 Tipps, dem Herbstblues entgegenzuwirken

Jeder dritte bis vierte Deutsche hat schon einmal ein Stimmungstief in der dunklen Jahreszeit erlebt - tritt dies an zwei oder mehr Jahren hintereinander auf, spricht man von einer "Seasonal Affective Disorder".Jeder dritte bis vierte Deutsche hat schon einmal ein Stimmungstief in der dunklen Jahreszeit erlebt - tritt dies an zwei oder mehr Jahren hintereinander auf, spricht man von einer "Seasonal Affective Disorder".
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Osnabrück. Morgens im Dunkeln aufstehen und zu Feierabend die Sonne schon wieder untergehen sehen. Mit dem Herbst werden die Tage immer kürzer und die Nächte länger. Oft wird es aufgrund des Wetters auch über Tag gar nicht richtig hell. Das schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Der Herbstblues macht sich breit.

Der Lichtmangel im Herbst und Winter hat eine starke Auswirkung auf den Hormonhaushalt. Der Körper schüttet mehr von dem sogenannten Schlafhormon Melatonin aus, während gleichzeitig weniger Serotonin ausgeschüttet wird, das als Glückshormon bekannt ist. Zudem produziert der Körper aufgrund des Lichtmangels weniger Vitamin D, welches zur Stärkung des Immunsystems beiträgt. Als Folge können Symptome auftreten wie Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit oder Konzentrationsstörungen.

Was können wir also tun, um dem Herbstblues entgegenzuwirken?

1. Licht

Möglichst viel Sonne tanken, wenn diese scheint. Dadurch wird die Vitamin D-Produktion angeregt, was wiederrum die Serotonin-Synthese fördert. Für besonders regnerische Herbsttage empfiehlt sich eine Tageslichtlampe, die die Wellenlängen des Tageslichts imitiert. Dadurch kann man dem Stimmungstief entgegensteuern.

2. Bewegung 

Körperliche Aktivität sorgt dafür, dass Botenstoffe wie Endorphin, Serotonin und Dopamin vom Körper ausgeschüttet werden. Alles wichtige Glücklichmacher, um dem Herbstblues den Kampf anzusagen. Am besten verlegt man das Sportprogramm nach draußen oder macht einen langen Spaziergang an der frischen Luft. Dadurch tanken wir gleichzeitig Vitamin D.

3. Musik

Ob entspannt auf dem Sofa liegend, während eines ausgedehnten Hausputzes oder beim Sport: mit der Lieblingsmusik in den Ohren fühlen wir uns besser. Musik spricht das Belohnungssystem an, wodurch Dopamin freigesetzt und Stress abgebaut wird.

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Wird unsere Lieblingsmusik gespielt, fühlen wir uns augenblicklich glücklicher - das kann man sich während der dunklen Jahreszeit zu nutze machen.

4. Ernährung

Auch über die Ernährung kann der Serotoninspiegel wieder angehoben werden. Vitamin C und Kohlenhydrate sind wichtig, um Energie aufzuladen und Glückshormone zu produzieren. Um sich gegen die Kälte zu wappnen sind Ingwer, Chili oder Zimt empfehlenswert. Auch dunkle Schokolade kann helfen, um den Serotoninhaushalt aufzustocken.

5. Wechseldusche

Um den Kreislauf und die Durchblutung anzukurbeln, ist die heiß-kalte Wechseldusche am Morgen der beste Start in den Herbsttag. Das stärkt das Immunsystem und hebt die Laune. Am besten zwei Durchläufe jeden Morgen, beginnend mit warmem Wasser.

6. Gesellschaft

Soziale Kontakte helfen, um negative Gefühle und Gedanken zu vertreiben. Mit Freunden und Familie einen schönen Herbstspaziergang machen oder Essen zu gehen verbessert die Laune deutlich. Auch Kuscheln und Körperkontakt schenkt Energie und steigert die Glücksgefühle.

Mit diesen kleinen und einfachen Tricks kann man dem Herbstblues vorbeugend entgegenwirken. Sicher fällt es uns an einigen Tagen leichter, uns zu motivieren als an anderen. Ein kleines Stimmungstief ist nicht schlimm. Wichtig ist nur, sich danach wieder aufzuraffen.

Sollten die Symptome jedoch länger als zwei Wochen anhalten und der Alltag durch den Gemütszustand stark beeinträchtigt werden, sollte man sich nicht scheuen, mit einem Arzt seines Vertrauens darüber zu sprechen. Sollte tatsächlich eine klinisch relevante, diagnostizierte Depression vorliegen, können Psychotherapie und/oder Medikamente helfen.

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