Länder-Knigge Niederlande: 10 Dinge, die Sie wissen sollten


Istock

Osnabrück. So nah und doch so fremd? Niederländer und Deutsche eint vieles, es gibt aber auch Unterschiede zwischen beiden Ländern, die Urlauber kennen sollten. Erfahren Sie mehr im Länder-Knigge.

Sagen Sie niemals Holland!

Fangen wir mit dem größten Missverständnis an: Wenn Sie zwischen Maas und Rhein Urlaub machen, halten Sie sich in den Niederlanden auf. Die Niederlande sind der europäische Teil des Königreichs der Niederlande, zu dem auch Inseln in der Karibik zählen. „Holland umfasst lediglich zwei der zwölf niederländischen Provinzen, nämlich Nord- und Südholland“, klärt das PR-Team Deutschland der niederländischen Tourismusbehörde NBTC auf. In Holland befinden sich außerdem zahlreiche touristische Ziele wie die Städte Amsterdam, Den Haag und Rotterdam, aber auch die Nordseestrände von Scheveningen, Katwijk und Zandvoort aan Zee.

Lassen Sie das Bargeld zu Hause

„Für den Fall der Fälle ist es natürlich nicht verkehrt, ein wenig Bargeld zur Hand zu haben“, sagt das PR-Team des NBTC. „Aber eigentlich kann man in den Niederlanden fast überall mit Karte zahlen, auch kleinere Beträge.“ Auch in kleinen Bars, im Bus und sogar auf dem Wochenmarkt ist das Zahlen mit der Karte üblich, denn Bargeld ist im Nachbarland out: Acht von zehn Zahlungsvorgänge erledigen die Niederländer mit der Bankkarte oder einer App auf dem Smartphone. Tipp: Wenn Sie ein Schild mit der Aufschrift „Hier alleen pinnen“ entdecken, dann können sie nur digital bezahlen.

Hollandse Hoogte / ANP Foto / Peter Hilz
In den Niederlanden gibt es Schätzungen zufolge 22,8 Millionen Fahrräder - also rauf aufs Rad!

Trinkgeld ist eine Seltenheit

Während es hierzulande gang und gäbe ist, in Restaurants und Cafés ein Trinkgeld zu geben, ist das in den Niederlanden eher eine Seltenheit. Nur bei besonders gutem Service geben die Niederländer ein fooi. Was Sie nicht davon abhalten muss, trotzdem ein paar Euros extra dazulassen: „Es gibt in den Niederlanden keine Regel für das Trinkgeld. Wer aber Trinkgeld geben möchte, kann 5 bis 10 Prozent des Gesamtbetrags als Richtwert nehmen“, sagt das deutsche NBTC-Team.

Die Niederlande bieten mehr als Frikandel und Frietjes Speciaal!

Vla, Hagelslag und natürlich Pommes – die niederländische Küche hat mehr zu bieten als Süßkram und frittierte Kalorienbomben. „Sie zeichnet sich unter anderem durch hochwertige lokale Produkte aus“, sagt das deutsche NBCT-Team. Beispiele hierfür sind Spargel aus Nordbrabant, Wild aus der Achterhoek oder Austern aus Zeeland. Außerdem prägen Einflüsse aus Surinam, Asien und der Karibik die niederländische Esskultur, ganz einfach, weil das Land dort lange Zeit Kolonien hatte. Daneben haben die Niederlande eine ausgeprägte Bierkultur mit etlichen Mikrobrauereien, die lokal erzeugtes speciaal bier ausschenken. Ein Trink-Highlight ist außerdem niederländischer Vodka, der aus Tulpenzwiebeln hergestellt wird. „Die Niederlande haben darüber hinaus eine ausgeprägte Restaurantkultur mit mehr als 100 Sterne-Restaurants, von denen einige für ihre nachhaltige Küche mit einem grünen Stern ausgezeichnet wurden“, hebt das PR-Team des NBTC hervor.

Achten Sie auf rote Flaschen

Es ist schon fast ein gewohnter Handgriff: Wer in Deutschland stilles Wasser kaufen will, greift zur roten PET-Flasche, Sprudelwasser gibt es dagegen nur mit blauem Etikett. In den Niederlanden sind diese Farben vertauscht. Die Niederlande haben im Gegensatz zu Deutschland keine Sprudelkultur. In der Gastronomie bekommt man daher in aller Regel stilles Wasser serviert. Das NBTC klärt aber auf: „Wer als Besucher dennoch Sprudelwasser bestellen will, fragt am besten nach water met prik.“

Sprechen Sie Englisch

Deutsch und Niederländisch sind eng verwandte Sprachen. Deutschen Ohren kommen viele Worte bekannt vor, aber trotzdem verstehen wir die niederländische Sprache nicht. Umgekehrt gilt aber auch: Viele Niederländer haben Deutsch in der Schule gelernt, doch das Interesse an der Nachbarsprache nimmt seit Jahren dramatisch ab. „Es ist höflicher, Fremde zunächst auf Englisch anzusprechen und nicht davon auszugehen, dass jeder Niederländer Deutsch spricht“, raten die PR-Experten des NBTC. Sollten Sie Glück haben und Ihr Gegenüber kann Deutsch, wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie schnell geduzt werden. „Das ist der wohl offensichtlichste Kulturunterschied und schafft direkt eine lockere und informelle Atmosphäre.“ Aber ganz egal, in welcher Sprache Sie sich unterhalten: In aller Regel klappt die Verständigung zwischen Deutschen und Niederländern wunderbar!

Buddeln Sie am Strand keine Gruben

In den Niederlanden kursiert ein beliebter Kalauer über Deutsche. Der geht so: „Was ist das häufigste Geräusch am Strand? – Richtig, die deutsche Sprache!“ Deutschen sagt man darüber hinaus nach, dass sie am Strand viel Zeit damit verbringen, Löcher in den Sand zu graben. Deutsche Strandurlauber nennen die Niederländer deshalb auch scherzhaft „kuilengravers“, also Grubengräber. Der NBTC rät daher: „Genießen Sie einfach Ihren Aufenthalt am Strand und hinterlassen Sie ihn sauber. Damit macht man den Niederländern und den anderen Gästen in jedem Fall eine Freude – Sandgrube hin oder her.“

Leihen Sie sich ein Fahrrad

In den Niederlanden gibt es Schätzungen zufolge 22,8 Millionen Fahrräder – bei rund 17,5 Millionen Einwohnern. Das Radfahren gehört für die Niederländer zum Alltag, sie nutzen es tagtäglich und dementsprechend ausgebaut ist auch die Infrastruktur in unserem Nachbarland. „Am besten erkundet man das Land mit dem Rad. Die tolle Fahrradinfrastruktur und eine große Vielzahl von interessanten Fahrradrouten bieten dazu alle Gelegenheit“, empfiehlt das deutsche PR-Team des NBTC. Heißt aber auch: Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte besonders achtgeben. Machen Sie immer den Schulterblick und öffnen Sie die Fahrertür unbedingt mit der rechten Hand.

Istock
Wer in den Niederlanden auf den ÖPNV setzt, der sollte sich eine OV-chipkaart besorgen.

Besorgen Sie sich eine OV-Karte

Wer Tagestouren mit dem ÖPNV einplant, kann sich mit der App 9292 über Abfahrts- und Ankunftszeiten von Bus und Bahn informieren. Ein Spar-Tipp an dieser Stelle: Holen Sie sich eine OV-chipkaart. „Sie funktioniert wie eine Geldkarte, von der die Beträge pro Fahrt abgebucht werden. Dabei muss aber immer auch ein gewisser Mindestbetrag auf der Karte vorhanden sein“, erläutern die deutschen NBTC-Mitarbeiter. Auch gut zu wissen: Im Zug kann man keine Tickets kaufen. Diese müssen Sie sich vorab besorgen, denn sonst kommen Sie meist nicht durch die Sicherheitsschranke ans Gleis.

Seien Sie vorsichtig bei Cannabis

Ein Klischee darf nicht fehlen: Marihuana. Die Niederlande gelten als besonders kifferfreundliche Nation, weil es in Amsterdam, Rotterdam oder Utrecht nicht gerade an Coffee Shops mangelt. Doch Vorsicht: „Der Besitz geringer Mengen Soft-Drugs und der Verkauf in den Coffee-Shops ist in den Niederlanden grundsätzlich verboten und kann auch bestraft werden“, klärt das deutsche NBTC-Team auf. Allerdings wird der Verkauf von Cannabisprodukten in manchen Fällen geduldet. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, gehen Sie lieber kein Risiko ein.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN