Service Fettnäpfchen auf Reisen.

Von Oliver Herold

Erster: Um die besten Liegen entsteht im Urlaubs meist ein echter Wettlauf. Das kommt nicht bei allen gut an.Erster: Um die besten Liegen entsteht im Urlaubs meist ein echter Wettlauf. Das kommt nicht bei allen gut an.
Istock

Osnabrück. Kennen Sie den Spruch, „Er benimmt sich wie die Axt im Walde“? So weit sollte es im Urlaub nicht kommen. Das ein oder andere Fettnäpfchen ist nämlich nicht nur unangenehm, sondern kann auch teuer werden.

Der ein oder andere mag sich vielleicht noch an die Meldung erinnern, die vor knapp zwei Jahren durch die Medien ging: Zwei deutsche Rucksacktouristen brühen sich an der Rialtobrücke in Venedig auf einem Gaskocher Kaffee auf – bis die Polizei kam, 1.000 Euro Strafe kassierte und die beiden Berliner umgehend der Stadt verwies. Ihr Vergehen: Sie hatten an einem historischen Platz gepicknickt und so die Unesco-Welterbestadt respektlos behandelt. „Diese Schlechterzogenen, die denken, sie können in die Stadt kommen und machen, was sie wollen, müssen kapieren, dass sie gestellt, bestraft und verbannt werden", begründete Bürgermeister Luigi Brugnaro das drastische Vorgehen.

Heißt also: Passen Sie sich den Gegebenheiten in Ihrem Urlaubsland an! Wer schlechte Manieren zeigt und wenig Respekt vor Kultur und Religion und vor Bräuchen und Riten hat, zieht schnell Unmut auf sich und wird schlimmstenfalls bestraft.

Fettnäpfchen 1: Die falsche Kleidung

Besonders Acht geben sollte man im Ausland auf die Kleidung. Lieber mehr bedeckt und dezent gekleidet als freizügig und auffallend. Mit zu leichter Bekleidung Heiligtümer betreten oder im Bikini durch Straßen und Märkte im arabischen Raum schlendern, das geht gar nicht und kann böse Konsequenzen zur Folge haben. Beim Baden am Strand ist zu beachten, dass vielerorts barbusige Frauen oder Nacktbader streng verpönt sind und teilweise als Beleidigung empfunden werden. Beim Essen im Restaurant verzichten weltoffene Reisende natürlich auf zu legere Kleidung und passen sich dem Anlass an – Badekleidung ist hier selbstredend tabu.

Fettnäpfchen 2: Schlechtes Benehmen

 Im Hotel, vor allem bei All-Inclusive-Reisen, kann es mittags und abends zu einem regelrechten Sturm aufs Büfett kommen. Manch Gast lädt sich dabei den Teller derart voll, als gebe es nie wieder etwas zu essen – ein unappetitlicher Anblick für alle anderen. Seien Sie daher schlau und holen Sie sich lieber mehrmals kleinere Portionen. Das wirkt nicht primitiv, sondern zeugt von Respekt gegenüber den Lebensmitteln.

Apropos Restaurant: Hier wird nicht selten ein Trinkgeld erwartet. Gerade zu diesem Punkt ist eine sorgfältige Recherche vor Reiseantritt oder spätestens vor Ort sehr wichtig. Nicht nur die Höhe der üblichen oder erwarteten Trinkgelder schwankt erheblich.

Wer meint, laut grölend und Alkohol trinkend durch die Straßen ziehen zu müssen, wird- außer vielleicht in der Schinkenstraße auf Mallorca- schon bald zornige Blicke auf sich ziehen. Zudem ist gerade in arabischen Ländern der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit problematisch.

Zudem kommen offene Kritik, Ungeduld, Drängelei oder Geschubse generell nicht gut an. Auch hier gilt: Seien Sie respektvoll und erwarten Sie im Ausland nicht die selben Standards wie in Deutschland.

Beliebt machen sich Touristen im Ausland oft dann, wenn sie Einheimische nicht sofort in deutscher Sprache ansprechen und stattdessen einige Worte in der Landessprache lernen, denn das beweist Wertschätzung. „Guten Tag“, „Auf Wiedersehen“, „Bitte“ und „Danke“ sowie „Entschuldigung“ dürfen gern zum Standardrepertoire gehören.

Fettnäpfchen 3: Liegen reservieren

Hotelgäste, die im Urlaub früh morgens die vermeintlich beste Liege am Pool mit einem Handtuch oder etwas anderem für sich reservieren und dann Stunden später ihren Anspruch auf den Platz geltend machen, sind bei vielen Reisenden unbeliebt. Auch die Hotelleitungen sehen diese Praxis äußerst ungern. Teilweise wird sie sogar verboten oder eigens dafür Angestellte sammeln ausgelegte Tücher wieder ein.


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