Hamburg HafenCity: Glanzstück an der Waterkant

Von Dörte Nohrden

Das Wasserschloss in der Speicherstadt ist eines der beliebtesten Fotomotive Hamburgs.Das Wasserschloss in der Speicherstadt ist eines der beliebtesten Fotomotive Hamburgs.
Dörte Nohrden

Hamburg. So schillernd sich die Elbphilharmonie und die Fassaden aus Glas und Stahl in den Himmel recken, so reich ist der Distrikt an Hafengeschichte. Eine Erkundungstour.

So schillernd sich die Elbphilharmonie und die Fassaden aus Glas und Stahl in den Himmel recken, so reich ist der Distrikt an Hafengeschichte. Auf 157 Hektar ehemaligem Hafenareal entstanden seit dem ersten Spatenstich im Jahr 2001 kreative Quartiere, umspült von Elbwasser und gepackt mit spannender Architektur. Im Norden verbunden mit der historischen Speicherstadt, könnte das Viertel kontrastreicher kaum sein. Jahr um Jahr gedeihen Parks und Plätze, Kultur und Kaipromenaden, Museen und Gastronomie. Hamburgs HafenCity erwacht mehr und mehr zum Leben. Rund 5000 Hamburger nennen sie mittlerweile ihr Zuhause, für andere ist sie zum Arbeitsplatz oder – mit der neuen HafenCity Universität – zum Campus geworden. Dazu Häfen, Fleete und über zehn Kilometer herrliche Uferlinie – maritimer geht's nicht.

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Blaue Stunde am Henning-Voscherau-Platz - Buenos Aires Kai.

Das Kesselhaus – das HafenCity Info Center

Das backsteinerne Kesselhaus war Hamburgs erstes Dampfkraftwerk. Filigrane, rekonstruierte Stahlschlote deuten heute seine ehemaligen Schornsteine an. Erbaut wurde es 1886, in dem Jahr entstanden auch die ersten Lagerhäuser der historischen Speicherstadt. Auch wenn das denkmalgeschützte Gebäude längst nicht mehr als Energiezentrale der Speicherstadt fungiert, ist sie ein wichtiger Knotenpunkt geblieben: Seit 2001 dient das Kesselhaus als InfoCenter für die HafenCity und hält Besuchern die wichtigsten Informationen bereit. Allem voran dürfen diese hier ein Meisterstück bewundern: das detailgetreue Miniatur-Modell der immer weiter wachsenden HafenCity. Ob Strandkai oder Baakenhafen, Elbtorquartier oder Lohsepark – die Quartiere erstrecken sich hier auf einer Fläche von vier mal acht Metern und lassen die ganze Dimension des Megaprojektes erkennen. Gewappnet mit Infomaterial und gestärkt mit Kuchen oder Herzhaftem aus dem hauseigenen Café, ist das Kesselhaus ein schöner Startpunkt für die Erkundungstour. Denn hier „Am Sandtorkai“ wird die Brücke zwischen Geschichte zur Zukunft geschlagen.

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Fleet in der alten Speicherstadt - UNESCO Welterbe.

Die historische Speicherstadt – UNESCO-Weltkulturerbe

Wie Zeitzeugen baumeln Seilwinde von den oberen Lageretagen : Abertausende Säcke, gefüllt mit Kaffee, Tee und Gewürzen aus aller Herren Länder fanden hier einst ihren Lagerplatz. Errichtet wurden die neogotischen Backsteinspeicher zwischen 1885 und 1927 – und zählen seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zwar lagern die Hanseaten hier längst keine Pfeffersäcke mehr, dafür ist das Areal bis heute der weltweit größte Teppichumschlagplatz. Wer auf der Suche nach prächtigen Vintage- oder Berberteppichen ist, wird hier fündig. Doch das ist längst nicht alles. Kaffeeröstereien und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl. In der Speicherstadt verortet sind zudem das spannende Gewürzmuseum Spicy´s, das Miniatur Wunderland oder das märchenhafte Wasserschloss auf der Spitze einer Fleetinsel. Das historische Wohnquartier der damaligen Windenwächter beherbergt heute einen Gastronomiebetrieb samt Teekontor und gilt als das meistfotografierte Gebäude der Speicherstadt. Die schönsten Aufnahmen können Besucher von der Poggenmühlen-Brücke aus einfangen. 

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Elbphilharmonie - Blick von den Magellan-Terrassen.

Die Elbphilharmonie – Hamburgs neues Wahrzeichen

Am westlichsten Punkt der neuen HafenCity thront Hamburgs imposantester Bau. Die Elbphilharmonie, der gläserne, wellenförmige Aufbau wurde auf dem historischen Kaispeicher A errichtet und verbindet Architekturepochen auf faszinierende Weise. Seit dem Eröffnungskonzert Anfang 2017 gastierten bereits zahlreiche Ensembles und Musiker von Weltrang. Auch wer kein Konzertticket mehr ergattern konnte, sollte einen Besuch auf der sogenannten Plaza einplanen. Von der Aussichtsplattform auf dem alten, backsteinernen Kaispeichers genießen Besucher schönste Weitblicke über Elbe, Stadt und Hafen.

Die Elbphilharmonie befindet sich im ersten fertiggestellten Quartier der HafenCity: Am Sandtorkai / Dalmannkai. In diesem Viertel liegen auch die großzügigen Marco-Polo-Terrassen – sowie die einladenden Stufen der Magellan-Terrassen. Sie bieten eine wunderschöne Aussicht auf den Traditionsschiffhafen und Hamburgs neues Wahrzeichen.

Unweit lädt die sonnenbeschienene Dalmannkaipromenade zum Bummel ein. Von den begrünten Dalmannkai Treppen, einem schönen Pausenstopp, führt der Blick direkt auf den Fähranleger und hinaus auf die Elbe. Sushi-Fans hingegen flanieren weiter bis zum markanten Marco-Polo-Tower und dürfen sich im hervorragenden Restaurant „coast by east“ verwöhnen lassen.

Internationales Maritimes Museum – Hamburgs Meeresschätze!

Stundenlang möchte man über die knarrenden Dielenböden schlendern und staunen, so opulent sind die Ausstellungsstücke des mehrstöckigen Maritimen Museums. Ob Schiffsexponate oder Seekarten, maritime Gemälde oder nautisches Gerät: Auf den zehn „Decks“ des ehemaligen Kaispeichers B können Jung und Alt spannende maritime Schätze erkunden – von der Antike bis zur Gegenwart. Diesen Fundus hat die Hansestadt dem Hamburger Gründer Peter Tamm (1928 – 2016) zu verdanken. Peter Tamm jun. führt das Lebenswerk seines Vaters längst mit größtem Engagement fort.

Zurück auf Normalnull lädt das Café-Restaurant Alte Liebe im Kaispeichers B zu köstlichen Waffeln und Kaffeespezialitäten ein. Wer stattdessen Appetit auf Steinofen-Pizza verspürt, lässt es sich gegenüber an der Elbtorpromenade in der legeren Surfkitchen gut ergehen. Von der Terrasse genießt man einen herrlichen Blick auf den Magdeburger Hafen, die Busanbrücke und das Maritime Museum.

Ein Tipp für dieses Quartier: Wer eine Faszination für Autos hegt, dem sei der Besuch des Automuseums Prototyp empfohlen. Vom Ur-Porsche über historische Rennwagen bis zum originalen „Herbie“ VW Käfer und VW „Bulli“ ist hier einiges an PS zu bestaunen.

Dörte Nohrden
Tor zur Welt - hier an der Surfkitchen mit Blick aufs Maritime Museum.

Spaziergang zum Aussichtspunkt am Baakenhafen

Vom Magdeburger Hafen aus verläuft ein schöner Spazierweg entlang der Wasserkante bis zum östlich gelegenen Quartier Baakenhafen. Der Weg führt südwärts vorbei am Buenos Aires Kai, vorbei am Campus der HafenCity Universität und über die Baakenhafen-Brücke in das gleichnamige Quartier. Ins Auge fällt sofort der orangefarbene, 13 Meter hohe Turm „View Point“ am Ende der Brücke. Er bietet jenen, die seine Stufen erklimmen, eine fantastische 360-Grad-Sicht. In der Ferne ragen Hafenkräne und über der HafenCity indes zahlreiche Baukräne in den Himmel – wie Sinnbilder für den stetigen Wandel des Viertels. Besonders beeindruckend ist der Blick von der Aussichtsplattform am Abend, wenn sich die Sonne mit etwas Glück zum Feuerball färbt und hinter der Silhouette der Elbphilharmonie zu versinken scheint.


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