Start-up-Förderung Osnabrücks Gründerzentrum für die Gesundheitswirtschaft

Oliver Volckmer und Katharina Lutermann sind die Gesichter des Osnabrücker Healthcare Accelerator. Als Start-up-Manager:innen unterstützen sie Gründer:innen, die in der Gesundheitswirtschaft Fuß fassen wollen.Oliver Volckmer und Katharina Lutermann sind die Gesichter des Osnabrücker Healthcare Accelerator. Als Start-up-Manager:innen unterstützen sie Gründer:innen, die in der Gesundheitswirtschaft Fuß fassen wollen.
Wirtschaftsförderung Osnabrück

Osnabrück. Gute Idee, aber keine Ahnung, wie sie umsetzen ist? Der Osnabrück Health Accelerator will Gründer:innen in der Gesundheitsbranche unter die Arme greifen.

Osnabrück – Stadt an der Hase, Stätte des Westfälischen Friedens und bald Mittelpunkt einer blühenden Start-up-Landschaft? Wenn es nach der Wirtschaftsförderung gehen soll, ist das bald Realität. Sie hat zusammen mit der Stadt und dreißig Unternehmen ein Gründerzentrum auf den Weg gebracht, das Start-ups in der Gesundheitswirtschaft unter die Arme greifen soll: den Osnabrück Healthcare Accelerator, kurz OHA. Schwerpunkte des OHA liegen auf Innovation und Digitalisierung der Gesundheitsbranche.

Aber Moment mal… Die Universität Osnabrück bietet keinen Medizin-Studiengang an, ebenso wenig gibt es eine Uni-Klinik. Trotzdem sei das hiesige Gesundheitswesen breit aufgestellt, sagt Oliver Volckmer, Start-up-Manager im OHA. „Das Potenzial ist riesig. Das hier vorhandene Wissen ergänzt sich bestens mit dem OHA“, führt er aus. Rund 10.000 Menschen in Osnabrück arbeiten im Gesundheitssektor, dazu kommen etwa 2.500 Studierende, die ein gesundheits- oder pflegewissenschaftliches Fach belegen.

Sechs Monate lang fördert das OHA Gründer:innen, die Ideen für die Gesundheitsbranche in Deutschland mitbringen. Ausgerechnet die Corona-Pandemie hätte einiges beschleunigt, sagt Katharina Lutermann, ebenfalls Start-up-Managerin im OHA: „In der Telemedizin oder Digital Health zeigt Corona neue Wege auf. Beispiele hierfür sind Videosprechstunden, der digitale Impfnachweis oder E-Rezepte.“ Ein großer Punkt sei die Zettelwirtschaft, die immer noch im Gesundheitsbereich dominiere. Hier könnten IT’ler:innen Softwares oder Apps entwickeln, die Ärzt:innen und Pflegekräften ein gutes Stück Papierkram abnehmen könnten.

Vier Säulen der Förderung

So viel zur Vision – wie aber sieht das Ganze in der Praxis aus? Mit vier Säulen will der OHA Start-ups unterstützen:

Was der OHA leistet

So sieht die Unterstützung für Gesundheit-Start-ups aus
  • Start-up School: Hierbei soll es darum gehen, Studierenden unternehmerisches Denken nahezubringen. „In Seminaren und Workshops wollen wir den Gründerfunken entzünden“, sagt Lutermann. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitscampus von Uni und Hochschule geplant.
  • Start-up Support Program: „Das ist das Herzstück des OHA“, sagt Volckmer. Nach Bewerbung und Pitch sollen drei bis fünf Start-ups ihre Ideen weiterentwickeln. Ein halbes Jahr werden die Gründer:innen mit Workshops, Seminaren, Netzwerken und, und, und unterstützt. Losgehen soll’s im Januar 2022. 
  • Health Innovation Space: Diese OHA-Säule ist spezifisch auf die Anwendung von Virtual Reality im Gesundheitswesen zugeschnitten. „In der Physiotherapie kann man VR dazu nutzen, um Bewegungsabläufe zu analysieren. Man kann damit aber auch Röntgen-Bilder in der 3D simulieren“, führt Lutermann als Beispiele an. Der OHA stellt das Equipment zum Experimentieren. 
  • Health Innovation Projects: In dieser Säule kommen Start-ups und das Netzwerk des OHA an einen Tisch. Gesundheitsfirmen, Krankenkassen und Kliniken vernetzen sich mit den Gründer:innen, bestenfalls soll so ein Geben und Nehmen entstehen. „Wir wollen Firmen zusammenführen, die an ähnlichen Herausforderungen arbeiten, damit ein produktiver Austausch entsteht“, sagt Volckmer. 

Von der App bis zum Schuh

Die vier Säulen des OHA sind nicht starr voneinander getrennt, im Gegenteil: Die Bereiche sollen ineinander verschwimmen, um die Start-up-Teams bestmöglich zu fördern. Inhaltlich sind den Teams keine Grenzen gesetzt: Solange sich die Geschäftsidee mit Gesundheit und Pflege beschäftigt, können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ob smarte App, innovative Fitness-Uhr oder moderner orthopädischer Schuh – prinzipiell ist alles förderfähig.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Winterausgabe des NOZ-Hochschulmagazins "Quo Vadis?".

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