ANZEIGE Markthalle Alfhauser Dorf(er)leben – der Marktplatz für besondere regionale Lebensmittel

Von Gertrud Heitgerken, Ingo Große-Kracht

Regional, nachhaltig, vielfältig: In der Alfhauser Markthalle gibt es ein reichhaltiges Angebot.Regional, nachhaltig, vielfältig: In der Alfhauser Markthalle gibt es ein reichhaltiges Angebot.
Rudi Gosmann

Osnabrück. Die Markthalle in Alfhausen bietet einen zentralen Umschlagplatz für regionale nachhaltige Produkte. Das Gemeinschaftsprojekt ist für Erzeuger und Kunden gleichermaßen attraktiv: Es ermöglicht Erzeugern, ihre Lebensmittel direkt vor Ort anzubieten, und Kunden, an einer Verkaufsstelle auf ein vielfältiges regionales Angebot zurückzugreifen.

Wir haben Rudi Gosmann getroffen, der die Markthalle mit seinen Mitstreitern ins Leben gerufen hat und mit Silke Poesthorst und Markus Knuf zwei Erzeuger, die die Markthalle mit ihren Produkten beliefern. 

Philipp Hülsmann
Rudi Gosmann: „Ein Tante-Emma-Laden hätte in diesem Dorf mit zwei Vollsortimentern keine Chance gehabt. Unsere Markthalle soll erlesene Lebensmittel anbieten ebenso wie den Raum für Veranstaltungen und Events schaffen und das Wir-Gefühl stärken.“

Was steckt hinter der Idee, eine Markthalle in Alfhausen zu gründen? 

Rudi Gosmann: Im ländlichen Raum haben sich die Strukturen in den letzten Jahren gewandelt. Trotz zwei Einkaufsmärkten in Alfhausen ist der Einkauf nur noch selten Ort der Kommunikation oder Anlaufpunkt für besondere Lebensmittel und Ideen. Die Warenangebote gleichen sich, wirken eintönig, auswechselbar und langweilig. So entstand bei uns der Gedanke, selbst einen kleinen Laden für besondere regionale und nachhaltig produzierte Produkte im Ort zu schaffen.

Philipp Hülsmann
Silke Poesthorst, Dahlhorster Hof in Badbergen: „Ich freue mich, meine Produkte in der Markthalle auch einem breiteren Publikum in unserer Region zugänglich machen zu können. Außerdem finde ich diese gemeinsamen Vermarktungsprojekte sehr unterstützenswert.“

Wir, das sind vier gestandene Kerle im besten Alter mit einem Hang zu gutem Essen und Trinken. Einer ist als Züchter von Limousin-Rindern dabei, ich selbst engagiere mich in der Erhaltungsarbeit alter und bedrohter Haustierrassen und habe selbst 25 Jahre lang Wollschweine gezüchtet.

Es dauerte über ein Jahr, bis ein Gesamtkonzept entwickelt war. Ein Tante-Emma-Laden hätte in diesem Dorf mit zwei Vollsortimentern keine Chance gehabt. Unsere Markthalle soll erlesene Lebensmittel anbieten ebenso wie den Raum für Veranstaltungen und Events schaffen und das Wir-Gefühl stärken.

Rudi Gosmann
Frisches Brot von Bio-Bäcker Knuf aus Voltlage.

Was ist die Motivation für Ihr Engagement?

Rudi Gosmann: Es geht um Lebensmittel, also um Mittel zum Leben! Heute leben wir im Überfluss. Hinzu kommt ein Verpackungswahn, der die absurdesten Blüten treibt. Da werden Eier gekocht, gepellt und in Folie verpackt angeboten – dabei hat die Natur dieses wertvolle Lebensmittel mit einer eigenen, von der Henne produzierten, optimalen Verpackung versehen. Wohin wird uns dieser Wahnsinn noch treiben? Verpackung ist gut, aber nur dort, wo sie auch notwendig ist. Lebensmittel werden um den halben Erdball transportiert, um sie hier bei uns zu Dumpingpreisen anzubieten, und wir tun Gleiches mit unseren überschüssigen Fleischprodukten und machen dem Kleinbauern in Afrika den Markt kaputt.

Welche Produkte gibt es in der Markthalle zu kaufen und welche Kriterien sollten diese erfüllen?

Rudi Gosmann: Wir alle sollten umdenken und uns an die guten Lebensmittel erinnern, die auch heute noch direkt um die Ecke produziert werden. Eines der Produkte in der Markthalle ist das Brot vom „Knuf-Bäcker“ aus Voltlage. Außerdem werden Fruchtaufstriche exklusiv für uns in einer kleinen Manufaktur in der Nähe hergestellt. Die Früchte dazu liefern wir teilweise selbst aus unseren eigenen Gärten. Schafskäse entsteht auf dem „Dahlhorster Hof“ in Badbergen. Unsere Kuh- und Ziegenmilchprodukte kommen von der Hofkäserei Dennemann in der Grafschaft Bentheim. Das Gemüse liefern uns „Die Gemüsegärtner“ aus Kalkriese.

Wie definieren Sie „regionale Lebensmittel“ für Ihr Angebot?

Rudi Gosmann: Der Begriff „Regionalität“ ist nicht verbindlich definiert. Zunächst mal sind es Produkte, die geographisch begrenzt sind und aus einem Umkreis von ca. 50 km kommen. Außerdem sollten die für die Produktion eines Lebensmittels benötigten Zutaten überwiegend aus dieser Region stammen und dort auch verarbeitet werden.

Es ist nicht einfach, das komplette Warensortiment auf diese Auswahl zu begrenzen. Der Kunde erwartet einfach ein ausreichendes Angebot. Wenn in den Wintermonaten nur ein paar Kohlköpfe, Möhren und Steckrüben im Regal liegen, bleibt der Kunde weg! Spargel und Erdbeeren zu Weihnachten wird es bei uns aber dennoch nicht geben.

Philipp Hülsmann
Frische Produkte vom Dahlhorster Hof in Badbergen.

Warum haben Sie sich für eine Genossenschaft als Gesellschaftsform entschieden?

Rudi Gosmann: Wir brauchten für unser Vorhaben ein gewisses Startkapital, insofern lag es nahe, eine Genossenschaft zu gründen. Die Mitglieder kaufen sich dabei mit einem Anteil ein und können weitere Anteile hinzukaufen. Das Kapital bleibt erhalten, Dividenden werden ausgezahlt oder hinzugerechnet. Nachweislich ist die Genossenschaft die sicherste Gesellschaftsform. Wir haben aktuell 109 Mitglieder mit insgesamt 289 Geschäftsanteilen.

Welche Auflagen müssen Sie zum Beispiel bzgl. Hygiene (Frischfleisch) erfüllen?

Rudi Gosmann: Wir haben bei der Planung die Lebensmittelaufsicht aus Bersenbrück direkt mit einbezogen. Die Prüfer konnten uns in einer persönlichen Schulung auf die wichtigsten Dinge hinweisen. Der Verkauf von Frischfleisch und Fleisch-Dauerwaren erfolgt ausschließlich im verpackten Zustand. Die Ware wird direkt beim Hersteller bzw. Zerlegebetrieb portioniert vakuumiert und kommt dann etikettiert in den Verkauf. Wichtig ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

Was passiert mit Frischware, die übrig bleibt?

Rudi Gosmann: Vor allem bei Obst und Gemüse kommt das vor, diese geben wir aber als Ware zum halben Preis ab. Mit den dann noch verbleibenden Resten werden die Hühner gefüttert.

2017 haben Sie die Markthalle eröffnet. Wie geht es weiter?

Rudi Gosmann: Nach inzwischen vier Jahren können wir auf Stammkundschaft vertrauen. Viele davon kommen aus den Nachbargemeinden oder aus Osnabrück. Unsere Aktivitäten und die Gründung der Markthalle stoßen in der Bevölkerung aber nicht nur auf Zustimmung. Einige sehen die Markthalle als „etwas, was Alfhausen nicht braucht“ an. Trotzdem fühlen wir uns bestätigt. Das führte dazu, dass wir bald umziehen werden. Für uns wird in der alten Schule im Ortskern ein Ladenlokal mit Nebenräumen und einer kleinen Showküche eingerichtet.

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Was es in der Markthalle gibt: ein Blick ins Sortiment

- Kaffee von der Kaffeerösterei Joliente aus Neuenkirchen i.H.

- Mehle vom Biolandhof Bühning aus Schleptrup

- Honig aus Westerholte

- Spargel, Erdbeeren und Äpfel vom Hof Alswede in Menslage-Andorf

- Kräuterseitlinge in Bio-Qualität vom Artländer Pilzhof Meijer in Menslage-Halen

- Handgemachte Nudeln vom Arche-Hof Broxten in Venne

- Hausgemachte Speisen im Weckglas vom Partyservice Wolke in Druchhorn

- Pesto, Dressings und Saucen von Pasta Grande in Wietmarschen

- Öle aus der Tecklenburger Ölmühle in Ibbenbüren

- Bier aus der Landhaus-Brauerei Borchert in Lünne

- Feinste Lebensmittel und Spirituosen „Pistole – Hardcore Food“ von Torsten Pistol aus Badbergen

- Gin aus Kettenkamp

- Tee der Firma „Lebensbaum“ in Diepholz

- Fleisch von Rind und Wollschwein aus Alfhausen

- Wild aus heimischer Jagd

Adresse und Öffnungszeiten

Thiener Straße 19

49594 Alfhausen

Geöffnet: freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr




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