Glücksorte in Osnabrück Autorin Dagmar Höner gibt Tipps, wie man sie findet

Macht sich auf die Suche nach dem Glück: Buchautorin Dagmar Höner.Macht sich auf die Suche nach dem Glück: Buchautorin Dagmar Höner.
Philipp Hülsmann

Osnabrück. Das Glücksempfinden ist aufgrund der Pandemie in der vergangenen Zeit für viele von uns teils sehr eingeschränkt gewesen. Schriftstellerin Dagmar Höner gibt Tipps, wie man trotz Pandemie Neues entdecken und Glücksorte in Osnabrück finden kann.

„Zu Fuß unterwegs sein und schreiben – das sind meine beiden großen Leidenschaften“, sagt Dagmar Höner. Mit interessiertem Blick hat die 57-Jährige die Stadt Osnabrück für sich erobert und darüber das Buch „Glücksorte in Osnabrück“ verfasst. Die Autorin spricht über ihre Lieblingsorte und Möglichkeiten, sich trotz des Coronavirus Glücksmomente zu verschaffen. 

Höner stammt aus Enger in Ostwestfalen. Osnabrück kannte sie lange aus touristischer Sicht: Sie hatte mit der Familie Zoo, Ossensamstag und Weihnachtsmarkt besucht – oder kam an Feiertagen im benachbarten NRW zu Shoppingtouren in die Friedensstadt. Als ihr Sohn Julian 2017 sein Studium für Produktdesign in Osnabrück aufnahm, beschäftigte sich die Autorin intensiver mit der Stadt. „Mich hat Osnabrück gepackt“, erzählt sie. Sie unternahm fortan Erkundungs-Spaziergänge. Und weil Höner über ihre Entdeckungen gerne schreibt, bot sie dem Droste-Verlag für seine Reihe „Glücksorte“ einen Titel über die Hasestadt an.

Sehnsuchtsorte in Osnabrück

„Herzlich Willkommen in der Friedensstadt! Neben nostalgischen Sehnsuchtsorten und romantischen Schlössern wimmelt es hier geradezu von urigen Lokalen“, heißt es im 2019 erschienenen Osnabrück-Buch. 80 Glücksorte hat Höner auf- und ausgesucht. Vom „Strandfeeling in der Stadt“ am Adolf-Reichwein-Platz über „Weite spüren“ am Caprivi-Campus bis zur „Hüttenstadt mit Highlights“ beim Weihnachtsmarkt reicht die Liste. Neben bekannten Sehenswürdigkeiten wie Rathaus, Schloss und Heger Tor sowie Wanderwegen, Cafés, Restaurants oder besonderen Einkaufs- und Erlebnismöglichkeiten hat sie auch wohltuende Rückzugsorte aufgeführt.

„Ich bin viel durch die Stadt gelaufen und über manches zufällig gestolpert. Anderes habe ich gezielt aufgesucht. Ich wollte neben schönen Stellen auch das Versteckte finden, das nicht jeder kennt. Ich habe zu den Orten im Verlauf meiner Recherchen eine sehr persönliche Beziehung aufgebaut“, erzählt die 57-Jährige von ihrer Arbeit.

Der Dom als Glücksort

Besonders angetan hat es ihr dabei der grüne Innenhof des Doms mit dem Kreuzgang. „Im Auge des Alltagsorkans“, nennt die Autorin dieses Kapitel. „Der Innenhof war für mich der Gegenentwurf zum wuseligen Treiben des Samstags-Wochenmarkts draußen. Er bietet einen Moment der Stille und die Chance, in sich zu gehen. In dem Moment existiert die Außenwelt nicht.“ Auch das Regenwaldhaus des Botanischen Gartens habe sie sehr berührt. „Ich habe persönlich eine spezielle Beziehung zum Regenwald. Nebenbei ein Stück Exotik mitnehmen zu können, das reißt einen raus aus der normalen Umgebung.“

Ein geradezu magischer Ort wurde der Ziegenbrink für die Besucherin aus dem Kreis Herford. „Ich bin auf den Hügel gestiegen und die Stadt lag mir zu Füßen. Es war ein bisschen so, als hätte jemand vor mir den Teppich ausgerollt. Der Ziegenbrink ist für mich zu einem sehr persönlichen Ort geworden, da bin ich öfter hingegangen“, berichtet Höner. An solchen Plätzen spüre sie eine Verbundenheit mit der Umgebung und mit sich selbst. Positiv überrascht war sie zudem von der „Gartenidylle in der Gartlage“ hinter dem KME-Gelände. „Plötzlich gab es den Bruch und ich war draußen in der Natur, gefühlt weit weg von allem.“

Das Osnabrück-Buch ist vor der Corona-Krise entstanden. Manche der genannten Spots können pandemiebedingt derzeit nicht besucht werden. „Aber Glücksorte kann man überall finden“, meint die Autorin, die gerade ein Buch über das Pilgern in Nordrhein-Westfalen unter Corona-Bedingungen schreibt. Glück bedeutet für sie eigentlich Freiheit. Und von der sei gerade wenig spürbar. „Sonst bin ich einfach losgelaufen. Jetzt muss man alles planen. Die Spontaneität geht verloren. Wir müssen nun mehr graben, um einen Glücksort zu finden“, äußert die Verfasserin vieler Reiseberichte. Doch möglich sei es – nicht nur im Ländlichen, sondern auch innerstädtisch.

Pilgernd Abenteuer erleben

Dafür sei es wichtig, offen zu sein und sich auf Neues einzulassen. „So nimmt man Dinge wahr, an denen man sonst vorbeigelaufen wäre.“ Die begeisterte Pilgerin geht mit ihrem Mann derzeit viel wandern, um aufzutanken. „Wir suchen uns für jede Woche ein neues Ziel, das wir noch nicht kennen.“ Die Ostwestfälin ist überhaupt ein Fan kleiner Abenteuer. Einfach mal den Alltag verändern und vielleicht einen Mottotag einstreuen: Das könne die Kreativität ankurbeln und die Lethargie überwinden. Es muss ja nicht immer das große Glück sein – Zufriedenheit ist auch viel wert.


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