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81 neue Anlagen entstehen Erste Windräder des Landkreises Osnabrück in Betrieb

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Osnabrück. Die Pläne sind schon vier Jahre alt. Jetzt sind die ersten Windräder des Landkreises Osnabrück in Gehrde (Samtgemeinde Bersenbrück) in Betrieb gegangen. Mindestens 14 Windenergieanlagen des Landkreises sind geplant, wie Energos-Chef Christian Niehaves auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte.

Die Landkreis-Energiegesellschaft Energos (Energiewirtschaft Landkreis Osnabrück) ist zu 80 Prozent an zwei der vier Windkraftanlagen im Windpark Drehle in Gehrde beteiligt. Die weiteren 20 Prozent an der Betreibergesellschaft Windpark Gehrde LKOS-14 GmbH hält die Energiegesellschaft der Samtgemeinde Bersenbrück, die Hase Energie GmbH. Die Anlagen sind seit wenigen Monaten in Betrieb, die Abnahme der letzten beiden Windräder ist noch in diesem Monat geplant.

Windpark Bühnerbach

Das Windparkprojekt Neuenkirchen-Bühnerbach in der Samtgemeinde Neuenkirchen steht kurz vor der Realisierung. Die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz liegt für alle fünf Windkraftanlagen vor und die Widersprüche wurden zurückgewiesen. Gleichzeitig wurde die sofortige Vollziehung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung angeordnet. Das Umweltforum hatte im Dezember zwar Klage beim Verwaltungsgericht Osnabrück eingelegt und einen Antrag auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung beim Landkreis Osnabrück gestellt. Allerdings wurde der Antrag am vergangenen Donnerstag vom Landkreis abgelehnt, sodass der Landkreis mit einem gerichtlichen Eilverfahren rechnet, da die Genehmigungsinhaber nach Angaben des Landkreises bereits im Februar mit dem Bau des Windparks beginnen wollen. Die Energos ist zu 20 Prozent an der Betreibergesellschaft „Windstrom Bühnerbach“ beteiligt, die alle fünf Windräder in diesem Windpark betreiben wird. Weitere Gesellschafter zu je 20 Prozent sind die ortsansässige VR-Bank, die Gemeinde Neuenkirchen, die Naturstrom AG und die Flächeneigentümer. Energos-Chef Christian Niehaves weist aber darauf hin, dass die Gesellschafteranteile sich aufgrund einer geplanten Bürgerbeteiligung noch verändern können.

Windpark in Glandorf

Bei der Erweiterung des bestehenden Windparks in Glandorf (In der Heide) sind vier Windenergieanlagen geplant. Die Energos ist an einer von vier der neu geplanten Anlagen beteiligt. Wann die Windenergieanlagen in Betrieb genommen werden können, ist laut Energos-Chef Niehaves auch davon abhängig, wann die Bauleitplanung der südlichsten Gemeinde im Landkreis Osnabrück abgeschlossen werden kann.

Glandorf–Averfehrden

Sechs Windenergieanlagen sind im Windpark Glandorf-Averfehrden geplant, der im regionalen Raumordnungsprogramm noch Glandorf-Schwege heißt. Die Energos ist zur Hälfte an der Betreibergesellschaft Wöstenwind beteiligt, die alle Windräder in diesem Windpark betreiben wird. Die andere Hälfte dieser Gesellschaft wird nach Angaben von Niehaves von den Flächeneigentümern gehalten. Die Gesellschafteranteile könnten sich wegen einer geplanten Bürgerbeteiligung aber noch verändern. Wann die Windenergieanlagen in Betrieb genommen werden können, ist unter anderen Faktoren auch davon abhängig, wann die Bauleitplanung der Gemeinde Glandorf abgeschlossen werden kann.

Windvorranggebiete

Insgesamt hat der Landkreis 26 neue Windvorranggebiete mit der Teilfortschreibung Energie 2013 des Raumordungsprogrammes ausgewiesen. In allen Projekten sieht Niehaves Aktivität. Die Energos stehe mit vielen Akteuren im Gespräch. Daher sei noch nicht absehbar, inwieweit sich für die Energos weitere Projekte ergeben.

Fünf bis sechs Millionen Euro pro Windrad

Insgesamt wurden inzwischen 38 Windenergieanlagen im Landkreis Osnabrück genehmigt und 13 Windenergieanlagen sind neu in Betrieb genommen worden. 16 Windenergieanlagen befinden sich derzeit im Bau. „Somit kann man davon ausgehen, dass im Landkreis nach jetzigem Stand 81 neue Windenergieanlagen auf Basis der Teilfortschreibung Energie 2013 des regionalen Raumordnungsprogrammes entstehen werden“, konstatierte Niehaves. In einer Windenergieanlage steckt eine Investitionssumme von fünf bis sechs Millionen Euro. Mit der Ausweisung der neuen Windvorranggebiete hat der Landkreis laut Niehaves „die Basis für seine Klimaziele gelegt“. Mit dieser Entwicklung sei der Landkreis seinem Ziel, bis 2030 bilanziell 100 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen, näher gekommen. „Wenn man sich vor Augen führt, dass jede Windenergieanlage den Strombedarf von rund 2300 Haushalten produziert, dann ist schon ein großer erster Schritt geschafft.“ Auch werden die Projekte nach Kenntnis von Niehaves weit überwiegend durch regionale Investoren umgesetzt. Die Wertschöpfung in der Region zu lassen, sei auch ein erklärtes Ziel des Landkreises.

Die Windenergieholding des Landkreises Osnabrück (Wehlos) konnte indes immer noch nicht aus der Taufe gehoben werden. Klagen verzögern weiterhin den Wehlos-Start , sodass Niehaves weiterhin davon ausgeht, Wehlos zumindest noch vor 2017 zu realisieren. „Wir haben noch den alten Stand. Die Bauleitplanung ist noch nicht in allen Kommunen abgeschlossen und es sind noch nicht alle Projekte final realisiert“, begründete Niehaves. Auch zum geplanten Investitionskapital der Wehlos sieht Niehaves keinen neuen Stand. Vor rund einem Jahr sagte Niehaves unserer Redaktion, dass er eine Gesamtinvestitionssumme der Projekte, an denen sich Energos oder Wehlos beteiligen werden, auf etwa 100 Millionen Euro schätze.

Die Forderungen aus der Kreispolitik, RWE-Aktien in Windkraft-Anteile umzuwandeln (wir berichteten), wollte Niehaves in diesem Zusammenhang nicht bewerten, da es ist nicht Aufgabe der Energos sei, finanzpolitische Strategien des Land1kreises zu kommentieren.


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