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Bereits mehr als 620 Mitglieder Initiative Flüchtlingshilfe Meppen mit großem Zulauf

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Oliver Hankofer ist Gründer der Initiative Flüchtlingshilfe Meppen und einer von fünf Administratoren, die die Facebookgruppe steuern. Mehr als 620 Mitglieder hat die Gruppe inzwischen, die im Oktober erstellt wurde. Foto: Daniel Gonzalez-TepperOliver Hankofer ist Gründer der Initiative Flüchtlingshilfe Meppen und einer von fünf Administratoren, die die Facebookgruppe steuern. Mehr als 620 Mitglieder hat die Gruppe inzwischen, die im Oktober erstellt wurde. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Meppen. Große Erfolge innerhalb kürzester Zeit kann die private Initiative Flüchtlingshilfe Meppen vorweisen. Erst im Oktober gegründet, stehen jetzt bereits mehr als 620 Personen hinter dem Engagement.

Zu den Gründern der Initiative im Oktober gehörte Oliver Hankofer. „Wir verstehen uns als Informations- und Austauschportal zum Thema Flüchtlingshilfe, die vornehmlich über soziale Medien miteinander kommuniziert“, sagt der 40-Jährige, hauptberuflich als Pressesprecher der Volkshochschule Meppen aktiv. Nicht nur er verspürte kurz nach dem Eintreffen der ersten Flüchtlinge in der Sammelunterkunft in Meppen ein großes Bedürfnis, den Neuankömmlingen zu helfen.

Eine Konkurrenz zu den bestehenden Hilfsangeboten bei der Stadt Meppen, den Sozialdiensten SKM und SKF , der Tafel, dem Sozialen Kaufhaus oder der AWO sollte es ausdrücklich nicht werden, sondern eine Ergänzung. „Diese Organisationen haben uns zu Beginn ein wenig misstrauisch beäugt“, gibt Hankofer zu. Doch schnell suchten er und die Mitstreiter Frederic Antons, Georg Hiemann, Isabel Tenbruck und Jale Sowka das Gespräch mit allen Beteiligten. Sie erstellten eine Liste mit vorhandenen Angeboten und den jeweiligen Ansprechpartnern, die permanent aktualisiert wird und die Interessierte auf der Facebookseite der Initiative herunterladen können.

Keine Konkurrenz, aber Ergänzung

„Vieles ist bei der Flüchtlingshilfe bereits gut organisiert, das haben wir in diesen Gesprächen schnell gemerkt. Allerdings verfügen einige der genannten Organisationen über keine aktuelle Internetseite oder sind kaum in sozialen Medien aktiv“, sagt der gelernte EDV-Fachmann und Betriebswirt. Das erschwere die Kommunikation zwischen denjenigen, die Hilfe anbieten und etwas geben könne, zum Beispiel in Form von Sachspenden, und denen, die etwas benötigen.

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Diese Lücke will die Initiative schließen. Inzwischen sind mehr als 620 Personen Mitglied der Facebookgruppe Flüchtlingshilfe-Meppen. „Es entspricht einfach dem Zeitgeist, bei Facebook aktiv zu sein. Die Mitgliedschaft ist an keinerlei Bedingung geknüpft“, erklärt Hankofer, der von einem vierköpfigen Administratorenteam unterstützt wird, die zum Beispiel unerlaubte Werbung oder ungeeignete Kommentare löschen. Großer Vorteil sei die Schnelligkeit des Mediums. Eine Anfrage einer Familienpatin des SkF für einen Kinderbuggy sei beispielsweise innerhalb von zehn Minuten erledigt worden. Erst am vergangenen Freitag hatte Georg Hiemann nach einem Computer für einen Flüchtling gesucht, damit er mit Sprach-CDs Deutsch lernen kann, und erhielt innerhalb von 45 Minuten gleich drei Angebote.

Bandbreite vermittelter Dinge ist groß

Teppiche, Fernseher, Oberbetten, Kinderbekleidung in speziellen Größen – die Bandbreite der bereits vermittelten Dinge ist enorm. „Es gibt viele Bürger, die spontan helfen wollen. Viele scheuen sich aber davor, sich an Vereine oder Organisationen zu binden. Für sie ist der Kontakt über eine Facebook-Gruppe ideal“, meint der VHS-Mitarbeiter, der sich in seiner Abschlussarbeit an der Hochschule mit dem Thema soziale Medien beschäftigt hat. Selbst die Organisationen teilen den Administratoren der Gruppe inzwischen Hilfsanfragen mit, die dann einen Eintrag in der Facebookgruppe die Mitglieder informieren.

Weil es eine vergleichbare Plattform in den Nachbarkommunen nicht gibt, fragen inzwischen auch ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus Geeste, Haren und Haselünne an, ob sie Hilfsanfragen über die Meppener Gruppe kommunizieren können, oder posten als Gruppenmitglieder selber Anfragen. Mit den Verantwortlichen der Lingener Facebook-Seite „ Konkrete Hilfe für Menschen in Not in Lingen “ (hat etwa 480 Mitglieder) stehen die Meppener in regelmäßigem Kontakt.

Noch mehr Mitglieder erwünscht

Jetzt wünscht sich die Flüchtlingshilfe Meppen noch mehr Mitglieder als die aktuellen rund 620 (Stand Freitag). „Jeder hat zu Hause Dinge, die einfach übrig sind, hier jedoch wichtige Hilfe leisten können. Auch wenn die Turnhallen in Meppen nun nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft dienen, werden die Zugereisten in Wohnungen unterkommen , in denen die Ausstattung ergänzt werden kann“, meint Oliver Hankofer.

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