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Olympia-Trainer wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht – Anklage: Zwischen 2004 und 2006 an Sportlerin vergangen
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Olympia-Trainer wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht – Anklage: Zwischen 2004 und 2006 an Sportlerin vergangenOlympia-Trainer wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht – Anklage: Zwischen 2004 und 2006 an Sportlerin vergangen
Osnabrück. Vom Rand des olympischen Schwimmbeckens in London auf die Anklagebank des Amtsgerichtes in Kiel: Ein Trainer der deutschen Olympia-Schwimmer muss sich ab Dienstag, 14. August, in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener vor dem Schöffengericht verantworten.
Der 40-Jährige soll sich laut Anklage der Staatsanwaltschaft zwischen August 2004 und März 2006 in 18 Fällen an einer damals minderjährigen Schwimmschülerin vergangen haben. Bei den Olympischen Spielen gehört der Mann zum Trainerstab des Deutschen Schwimm-Verbandes.
Die junge Frau wird nach Informationen unserer Zeitung als Nebenklägerin in dem Prozess auftreten. Seit dem Jahr 2000 soll der spätere Olympia-Trainer ihr Übungsleiter in Kiel gewesen sein. Zu einem ersten Übergriff kam es laut Anklageschrift im August 2004 bei einem Schwimmtraining auf Kreta. Bis März 2006 soll der Mann das Betreuungsverhältnis ausgenutzt haben, um die Sportlerin mehrfach zum Sex zu zwingen. Zu physischer Gewalt im Sinne einer Vergewaltigung ist es dabei laut Staatsanwaltschaft nicht gekommen. Hätte das Betreuungsverhältnis nicht bestanden, wären auch die jetzt erhobenen Vorwürfe strafrechtlich nicht relevant gewesen, heißt es bei der Ermittlungsbehörde.
Anzeige wurde im August 2009 erstattet, seitdem liefen die Ermittlungen gegen den nicht vorbestraften Trainer. Die Staatsanwaltschaft Kiel erhob im September 2011 Anklage. Der Mann arbeitet mittlerweile für einen Sportverein in Nordrhein-Westfalen. Im Mai wurde er im Zuge der Europameisterschaft im ungarischen Debrecen zum ersten Mal in den Trainerstab des Deutschen Schwimm-Verbandes für ein internationales Turnier berufen. In London war er Teil des sechsköpfigen Trainerteams, das die erfolglosen Olympioniken betreute.
Der Angeklagte war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen. Sein Anwalt wollte den Vorgang auf Nachfrage nicht kommentieren. Beim Deutschen Schwimm-Verband hieß es: „Davon weiß bei uns niemand etwas.“ Sprecher Harald Gehring weiter: „Hätten wir von diesen Vorwürfen etwas gewusst, hätten wir die Mitnahme nach London natürlich hinterfragt.“
Im Falle einer Verurteilung droht dem Trainer eine maximale Freiheitsstrafe von vier Jahren. Der Prozess in Kiel beginnt am Dienstag um 9 Uhr. Geladen sind drei Zeugen. Weitere Termine sind nach Auskunft des Amtsgerichtes Kiel nicht angesetzt.
Alle Hintergründe und Artikel zu Olympia gibt es in unserem London-Blog und auf unserer Themenseite .
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