Übung für den Job: Studenten bauen Schokoriegel-Teiler
Ein Gerät, das Schokoriegel in kleine Stücke zerteilt, braucht eigentlich niemand. Studenten der TU Darmstadt haben trotzdem so etwas entwickelt - bei einem Wettbewerb, der sie auf spätere Herausforderungen im Job vorbereiten soll.
Wichtige Voraussetzung für den Erfolg: «Die Methodik muss anwendbar sein», sagt der 26 Jahre alte Diplom-Ingenieur Carsten Neupert, der das nach seiner Einschätzung deutschlandweit einmalige Projekt leitet. So eine Vorgehensweise zu entwickeln sei «Voraussetzung für eine gute Produktentwicklung».
Die Aufgabe der vergangenen Monate lautete konkret: Wie wird ein Schokoriegel am besten zerschnitten, zerkleinert oder zerbrochen? Der Sieg war knapp, und am Ende war das Tempo entscheidend. Die Gewinner der Gruppe drei - Simone Rudolph, Yeji Park, Van Hau Tran, Stefan Namyslo, Andreas Michel und Zheng Zhao - waren sich einig: Schneiden ist besser als Brechen. «Beim Brechen kann im schlimmsten Fall etwas Vermatschtes herauskommen», erklärt Namyslo. Bei dem von der Gruppe entwickelten Gerät, auf dessen Gehäuse ein munter blickendes Krokodil prangt, kommt die Süßigkeit in eine Lade, wird gegen ein Gitter mit drei Klingen gedrückt und in vier Teile zerschnitten.
Praxisnähe spielte für die Studenten eine Rolle, etwa in der Küche. «Es kann unter fließendem Wasser oder in der Spülmaschine gereinigt werden», pries Tobias Fritzsche von der Gruppe eins das Gerät «Kitkatschreck» an. Die Gruppe fand auch heraus: Beim Brechen des Schokoriegels werden dessen Kanten viel unsauberer als beim Zerschneiden. Die Klingen setzten hier nacheinander an.
Anders die Gruppe zwei mit dem Gerät «Kracher». Die sechs Studenten hatten sich als einzige Teilnehmer für das Brechen des Schokoriegels entschieden. «Beim Zerschneiden ist der Kraftaufwand höher», begründete Konja Wick. Und beim Bruch sei die Kante trotzdem sauber.
Die Themen des Wettbewerbs werden laut Neupert «in einer Kreativrunde» festgelegt. «Sie müssen schon Emotionen wecken und einmalig sein», sagte er. Für jedes Thema gelte: «So etwas gab es noch nie.»
Ausgefallen waren auch die in der Vergangenheit geforderten Entwicklungen: Ein «Kariesschreck» (2011) dosierte Zahnpasta aus der Tube direkt auf die Zahnbürste. Im Jahr davor wurden «Kekstrenner» gebaut. Sie sollten Doppelkekse in zwei Einzelkekse und Schokoladencreme trennen.
Lesen Sie auch ...
Ein Thema für die Bachelorarbeit finden
Wuppertal (dpa/tmn) - Der eine will die Welt erklären, der andere weiß nicht, was ihn interessiert: Ein gutes Thema für die Bachelorarbeit zu finden, ist... mehr
Katzen-Krokodil hatte Säugetierzähne
London (dpa) Ein katzengroßes Ur-Krokodil aus dem heutigen Afrika verspeiste unter anderem Insekten. Seine Zähne waren nicht spitz wie bei heutigen... mehr
Naturwissenschaften: Ohne Mathe geht es nicht
Darmstadt (dpa/tmn) - Ob Chemiker, Physiker oder Biologen: Angehende Naturwissenschaftler lernen im Studium nicht nur die graue Theorie. Sie wenden diese... mehr
Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar











