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Dirk Rasch: 15 Jahre auf der VfL-Achterbahn
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Lehker soll übernehmen

Dirk Rasch: 15 Jahre auf der VfL-Achterbahn

Osnabrück. Am Ende wirkte er fast erleichtert, das Amt schien an seinem Körper förmlich herabzugleiten. Nicht dass er es ungern und ohne Passion gemacht habe, aber Dirk Rasch musste für sich einfach die Notbremse ziehen. Nach knapp 15 Jahren ist der Verlagskaufmann am Freitagnachmittag mit sofortiger Wirkung als Präsident des VfL Osnabrück zurückgetreten. Seine Aufgaben dürfte bis zur Jahreshauptversammlung kommissarisch Vizepräsident Gert Lehker übernehmen.

 
 
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Der letzte Aufstiegsjubel: Nach dem 1:0 im Juni 2010 in Burghausen. Mit der aktuellen Führungscrew: Der Präsident (Mitte) zwischen Geschäftsführer Ralf Heskamp, den Vizepräsidenten Gert Lehker und Günter Niemeyer sowie Sportdirektor Lothar Gans. Eins der ersten großen (und finanziell wichtigen) Freundschaftsspiele: Dirk Rasch nach dem Match gegen Schalke 04 1997 mit Trainer Huub Stevens und Manager Rudi Assauer. Frisch gewählt: Dirk Rasch 1997 mit Dieter Prütz (Vizepräsident), Mario Becker (Schatzmeister) und Henner Schulze (Sportwart). Nach der Meisterschaft in der Regionalliga: Dirk Rasch mit dem Wilhelmshavener Trainer Hans-Werner Moors, früher beim VfL. Traditionsbewusst: Dirk Rasch ehrt den legendären Eduard Sausmikat. Immer nah dran: Dirk Rasch bei einem Freundschaftsspiel in der Vorbereitungsphase. Beginn einer erfolgreichen Ära: Dirk Rasch im Sommer 2004 mit Sportdirektor Lothar Gans und dem gerade verpflichteten Claus-Dieter Wollitz. Der Vater der neuen Nordtribüne: Dirk Rasch und Projektplaner Kay Amir mit den Plänen des Neubaus vor den alten Stehrängen. Meister 1999 - nach dem Drama von Lübeck und dem Happy-End gegen den VfB Lübeck mit Torwart Uwe Brunn und dem Meister-T-Shirt. Neuanfang mit Gerd-Volker Schock 1997. Basisnah und eloquent: Dirk Rasch bei einer Ansprache im Stadion.

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Rasch machte in der Presserunde einen aufgeräumten Eindruck – und reinen Tisch. „Es ist die zeitliche Inanspruchnahme, ich brauche mehr Zeit für den Beruf. Und ich habe bei mir eine nachlassende Motivation festgestellt. Weil es auch leichte gesundheitliche Probleme gibt, hat mir die Familie die Rote Karte gezeigt. So konnte es für mich nur den vorzeitigen Rücktritt geben“, sagte der 61-Jährige. Zudem erwähnte er private Probleme, die er aber nicht näher erläutern wollte.

Ein Rückzug zum richtigen Zeitpunkt – das ist oft eine schwierige Angelegenheit. Rasch wusste das. Eigentlich habe er nach dem Abstieg im vergangenen Jahr die Brocken hinwerfen wollen. Ralf Heskamp war einer, der ihn umstimmte. „Nach dem unverhofften Besuch der Steuerfahndung sagte er, nun könne er erst recht nicht den Verein im Stich lassen. Das hat mir imponiert“, äußerte der VfL-Geschäftsführer.

Gleichwohl reifte in dieser Phase bei Rasch der Entschluss, nach Ende seiner Amtszeit 2012 nicht noch einmal den Hut in den Ring zu werfen. Ein Nachlassen der Motivation sei, wie Rasch indirekt zugab, auch durch zahlreiche anonyme Einträge in einigen Internet-Foren entstanden – „Kritik, die oft unter die Gürtellinie ging, unterste Sohle“.

Rasch hat Spuren hinterlassen, Pflöcke eingerammt, etwas bewegt. Dieter Prütz, im ersten „Kabinett Rasch“ Vize-Präsident und langjähriger Wegbegleiter, sagte dann auch: „Dirk besitzt das verdammte Recht, jetzt an sich zu denken.“ Sportdirektor Lothar Gans erinnerte an die turbulente Startphase im Jahr 1997, „als der VfL klinisch tot war“. Rasch habe große Verdienste darum, dass Lila-Weiß „in der Mitte der Gesellschaft angekommen und ein wichtiger Imageträger für die Region ist“.

Über die Nachfolge sollen in der kommenden Woche die beiden Vizepräsidenten Günter Niemeyer und Lehker sowie Ehren- und Wirtschaftsrat entscheiden. Es gilt als ausgemacht, dass Lehker interimsmäßig zum Clubchef bis zur Mitgliederversammlung im Herbst bestellt wird. Vielleicht übernimmt der Finanz- und Steuerexperte im Rahmen der möglichen Vereinsumstrukturierung das Ruder ja sogar bis 2013.

15 Jahre auf der VfL-Achterbahn haben von Rasch ihren Tribut gefordert. Doch er ist weit davon entfernt, die lange Zeit in Verantwortung mehr schwarz als weiß zu sehen. „Die ständigen Aufs und Abs sind zweifellos an die Konstitution gegangen. Aber es waren auch spannende und aufregende Jahre mit vielen unvergessenen Momenten“, bilanzierte der frühere Mittelfeldspieler, den sie nach eigenen Angaben in Bramsche einst „Raschtelli“ nannten.

Vier Aufstiege, vier Abstiege, häufig Drahtseilakte, um an die Lizenz für die kommende Saison zu gelangen. In der Ära Rasch wurde nichts ausgelassen, um Spannung bis zur letzten Sekunde zu erzeugen. Aber sie ist auch geprägt von der klar verbesserten Infrastruktur des VfL. So wird zum Beispiel das Projekt Nordtribüne immer mit dem Namen Dirk Rasch verbunden bleiben – und vielleicht wird er dort ja auch eines Tages Platz nehmen. Als ganz einfacher Fan.


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  Leserkommentare

 
Phillip Schroeter, Samstag, Februar 4 um 18:40 Uhr @ Klaus H. Wie sich manche Überschätzen, denken man wolle Ihnen was und dann auch noch anrufen oder gar zu Hause besuchen :-)). Da kann man mal sehen, wie verquer einige dieses Forum sehen, ernst, ganz ernst, total ernst, viel zu ernst - aber wenn es Lebensaufgabe ist, vielleicht verständlich.

Klaus H.
Ja, ich denke auch in den oberen Ligen wäre gespielt worden. Vermutlich laufen da die Rasenheizung auch schon wesentlich länger, da ja die meisten Erstligisten auch auf den Trainingsplätzen Rasenheizungen haben. Ist eben weit mehr Geld da und das schlägt in solchen Fällen voll durch.
Denke mal, dass die gesamte Führungsriege verstanden hat, was oberste Priorität haben muss. Eine schlagkräftige Mannschaft die den Aufstieg schafft und dann die 2.Liga halten. Dann kann man sukzessive Talente einbauen, aber nicht mit der Brechstange versuchen, daraus eine Aufstiegsmannschaft zu formen.
Der Vorstand wird, mit der Heckenschere niedergemacht. Nur, was wirft man ihm eigentlich detailliert vor, was ist hier so wesentlich anders als in anderen Clubs?

Alles andere ist Nebensache, kostet Geld, das man nicht hat und kann erst dann wieder sinnvoll betrieben werden, wenn die Mannschaft in der 2.Liga spielt. Dem VfL fehlt in entscheidener Funktion eine entsprechende Person, die die "Sache" streng betriebswirtschaflich angeht und die Prioritätenliste entsprechend aufstellt. Weder Rasch, noch Lehker oder Niemeyer haben diese Qualitäten, trotzdem haben sie ihre Arbeit ihren Möglichkeiten nach, befriedigend gemacht, denn der VfL steht immer noch auf der Schwelle zur 2.Liga, hat zumindest eine Mannschaft, die es im nächsten Jahr schaffen müsste. Ob die Steuersache gravierende Vorhalte bringt weiss bis heute niemand, wobei ich irritiert bin, das so etwas passiertt, wo eine ausgewiesene Fachkraft (Lehker) im Vorstand fungiert. und

Rasch hat gute Arbeit geleistet, sich und den VfL aber nicht weiterentwickelt. Daraus kann man ihm aber keinen Vorwurf machen, weil er nicht vorsätzlich so gehandelt hat, sondern nach Treu und Glauben, so wie er es 15 Jahre lang gemacht hat.
Letztlich hat man ihm noch vor kurzem das Vertrauen ausgesprochen, sonst wäre er längst verschwunden. Also kann seine Arbeit nicht so schlecht gewesen sein, wie hier manche weissmachen wollen.
Ich zählte sicher zu seinen schärfsten Kritikern, nach dem Abstieg. Doch inzwischen ist meine Wut verraucht und ich sehe ihn so, wie ich es oben geschildert habe. Gut, manche geilen sich jetzt daran auf, dass ich meine Meinung geändert habe, damit kann ich aber bestens leben.

Schäbig finde ich die, die hier nur (sporadisch) auftauchen und dann glauben, Dreck auszukippen zu müssen.

A.S.
Denke mal, Rasch lebt nicht als Eremit in einem Baumhaus und hin und wieder wird ihm etwas zugetragen. Man muss nicht alles selber machen, um gut informiert zu sein. Auch das macht einen guten Manager aus.

 
Ansgar B., Samstag, Februar 4 um 14:40 Uhr Klaus H Klar,Geld regiert die Welt auch die Fußballwelt(oder im Besonderen)

 
Klaus H., Samstag, Februar 4 um 14:32 Uhr Ansgar B. Ich bin mir sehr sicher, dass eine Zweitligapartie heute in der Osnatel-Arena angepfiffen worden wäre.
Das ist eben auch ein Unterschied zwischen 1./2.. und 3. Liga.
Ich denke schon dass es unterschiedliche Kreterien gibt, nicht zuletzt durch den SKY-Aspekt(Einfluss).
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