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Kapitän Costa über Startschwierigkeiten, positiven Druck und die Neuen beim VfL
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Autor: Susanne Fetter 31. Januar 2012 21:30 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Helmut B. Donnerstag, 02. Februar 2012 18:53 Uhr

„Wir wollen endlich anfangen“

Kapitän Costa über Startschwierigkeiten, positiven Druck und die Neuen beim VfL

Osnabrück. Am Samstag um 14 Uhr startet der VfL Osnabrück mit dem Heimspiel gegen RW Erfurt in die Restsaison – das hofft zumindest Claus Costa. Zweimal ist der Start nach der Winterpause schon verschoben worden. Der Kapitän des Fußball-Drittligisten spricht im Interview über nerviges Warten, neue Spieler, und er sagt: „Jeder ist heiß“.

 
Claus Costa im Duell mit Thorsten Burkhardt vom SV Wehen SV Wehen Wiesbaden. Archivfoto: Kemme  Vergrößern

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Herr Costa, heute schon auf die Wetterprognose für Samstag geschaut?

Nein. Die letzten Wochen gab es viel Regen, jetzt ist es eben kalt. So ist das im Winter. Das haben wir nicht in der Hand. Aber wir sind heiß, wir sind fit und hoffen mit allem was wir haben, dass das Ding am Samstag endlich stattfinden kann. Wir wollen endlich anfangen.

Das Team war zweimal vorbereitet, dann kamen die Absagen – nervt das?

Natürlich waren wir enttäuscht, aber die Spiele werden ja nachgeholt.

Aber wenn man dann auf die Tabelle schaut und sieht andere gewinnen und davonziehen…

…so ist das eben. Selbst wenn wir zeitgleich gespielt hätten, hätten wir ja keinen Einfluss auf die Spiele der Konkurrenz gehabt. Wir müssen jetzt sowieso nur auf uns schauen und versuchen, unsere Ergebnisse reinzuholen.

Ihr habt weniger Spiele als vor dem Winter und müsst mehr Punkte holen – gelingt das?

Wir werden zumindest alles daransetzen, eine möglichst große Punktausbeute zu holen. Wir sind sehr gut vorbereitet, das hat das Spiel in Aachen noch einmal belegt, und wir werden in jedem Spiel auf Sieg gehen. Ob es klappt, wird sich zeigen.

Vor der Saison hieß es nach außen, man gibt dem Team Zeit. Jetzt, man muss den Aufstieg noch einmal anpeilen. Ist der Druck größer?

Die Zielsetzung ist leicht korrigiert worden. Aber wenn man zum VfL kommt, weiß man, dass das Publikum erwartet, dass oben mitgespielt wird. Darüber war sich jeder im Klaren, als er hier unterschrieben hat. Man kommt ja auch gerne nach Osnabrück, weil das Publikum hier so zahlreich erscheint und es Bock macht, hier zu spielen. Das ist ja positiver Druck.

Uwe Fuchs hat Sie zum Kapitän gemacht, fühlen Sie die gleiche Rückendeckung unter Claus-Dieter Wollitz?

Absolut. Vor der Winterpause hat er mir gesagt, dass ich Kapitän bleiben werde. Wir haben ein gutes Verhältnis – das hat er aber zu jedem Spieler.

Wie haben Sie den Trainerwechsel wahrgenommen?

Es kam für uns alle überraschend, weil am Donnerstag in der Zeitung stand: Es könnte sein, dass es am Samstag das letzte Spiel für Uwe Fuchs ist, und zwölf Stunden später war es schon so weit. Aber Trainerwechsel kommen im Fußball häufig sehr plötzlich. Menschlich tut es einem natürlich leid, dass einer seinen Arbeitsplatz verliert, aber so ist das Geschäft. Wir sind Angestellte des Vereins und müssen das hinnehmen, wie jeder andere auch. Die Mannschaft hat gut mit Uwe Fuchs zusammengearbeitet, da war keiner, der Luftsprünge gemacht hat, wie man es von manchenanderen Mannschaften kennt. Aber wir haben uns auch schnell auf den neuen Trainer eingestellt, arbeiten super gut mit ihmzusammen und schauen nach vorne.

Was hat sich unter Wollitz verändert?

Er ist ein wenig extrovertierter, emotionaler. Er motiviert sehr gut. Im Training setzt er etwas mehr auf Spielformen. Aber ich bin kein Fan davon, nach zwei, drei Wochen irgendwelche großen Vergleiche zu ziehen. Jeder Trainer hat seine eigenen Philosophien. Aber ich kann sagen: Es macht riesig Bock momentan, und jeder ist heiß.

Die Mannschaft hat auch zwei neue Spieler bekommen, Rouwen Hennings und Elias Kachunga. Wie läuft die Integration?

Im Fußball geht das meistens sehr schnell. Die beiden sind vom Charakter her absolut super Jungs, die sich toll eingebracht haben und sofort von allen akzeptiert und respektiert wurden. Und sie haben in den Vorbereitungsspielen schon gezeigt, dass sie uns verstärken und helfen können. Solche Spieler sind einem am liebsten.

Sind es die Typen, die ihr gebraucht habt?

Fragen Sie mich doch in ein paar Wochen noch mal.

Ich drängel lieber: Eine kleine Prognose?

Von den ersten Eindrücken her auf jeden Fall. Sie steigern unsere Qualität und beleben den Konkurrenzkampf im Angriff.

…und da hatte die Mannschaft ja ihre Schwächen.

Ich finde, man macht es sich immer etwas zu einfach, das nur an den Stürmern festzumachen. Aber klar, unsere Torausbeute ließ zu wünschen übrig, und da ist eben das Erste, worauf man schaut, die Trefferquote der Stürmer. Da erhoffen wir uns von denbeiden, dass sie uns nach vorne bringen.

Eure Mannschaft besteht aus vielen Jungen und vielen Erfahrenen – ist sie für einen Kapitän schwierig zu hüten?

Absolut nicht. Wir haben ja keine Spieler jenseits der 34 und die anderen sind 19. Die „Alten“ sind ja bei uns auch um die 26, 27, wir liegen also alle im Schnitt eng beieinander. Es macht viel Spaß mit der Truppe zu arbeiten, die ist absolut pflegeleicht und homogen.

Und die Jungen sind nicht aufmüpfig?

Nein. Die Hierarchien haben sich ja ohnehin etwas geändert, sind flacher geworden. Es gibt nicht mehr den Kapitän, der alles bestimmt. Aber wenn man mal was sagt, dann wird auf jeden Fall gehört.

Langsam kommen auch die Verletzten wieder ran.

Klar, dass ist die positive Seite der Spielausfälle. Wir, die fit waren, haben uns geärgert, dass nicht gespielt wurde. Für die, die verletzt waren, war es positiv. Sie hatten mehr Zeit, sind alle auf einem guten Weg. Für uns ist es wichtig, dass alle Mann an Bord sind, damit der Konkurrenzkampf groß ist und der Trainer die Qual der Wahl hat. Positiv an der Absage ist auch: Wir haben jetzt in 14 Tagen ein Flutlichtspiel gegen Wehen Wiesbaden, in der Woche haben wir dann sogar zwei hintereinander: Dienstag und Freitag. Das wird schön.

.....auch, weil mehr gespielt und weniger trainiert wird?

Das ist immer von den Ergebnissen abhängig. Grundsätzlich sind englische Wochen, wenn es von den Ergebnissen passt, das schönste, was es gibt. Man spielt, regeneriert ein bisschen, bereitet sich kurz vor und spielt schon wieder. Wir müssen jetzt nur noch daran arbeiten, dass wir in so einen Lauf kommen.

Einige Mannschaften in der Liga haben sich noch einmal richtig verstärkt, Heidenheim zum Beispiel.

Da muss man auch erst einmal sehen, wie die ganzen Spielertypen zusammenpassen. Und Heidenheim hat ja bisher nur einen Sieg aus zwei Spielen geholt.

Mit Blick auf die Wintertransfers, wer sind die größten Konkurrenten um die Aufstiegsplätze?

Auch wenn die Tabelle etwasverzerrt ist. Ich denke, die Teams, die im Moment oben stehen, Sandhausen, Regensburg und Aalen, stehen zu Recht da. Die schätze ich am stärksten ein. Das Gute an der Liga ist, dass allessehr eng beisammen ist.Von eins bis zehn ist der Abstand nur sehr gering.

Wo steht euer Kader, wenn er komplett ist?

Wir haben eine richtig gute Qualität und können oben mithalten. Leider haben wir in der Hinrunde nicht die nötige Punktausbeute geholt. Das versuchen wir zu ändern.

Warum hat es nicht geklappt?

Wir waren eine komplett neue Truppe. Nur vier Mann sind geblieben. Und als Mannschaft musst du dich erst einmal finden. Wir haben dann zwar spielerisch dominiert, aber trotzdem haben uns einfach die Punkte gefehlt. Wenn uns vor der Hinrunde jemand gesagt hätte, dass wir nur vier Spiele verlieren, hätten wir das denke ich alle unterschrieben. Aber wir hatten zu viele Unentschieden. In den knappen Partien hat uns auch mal der Lucky Punch gefehlt. Das muss sich ändern, das wissen wir. Wir haben ja auch intern viel darüber geredet.

Und jetzt hofft ihr am Samstag gegen Erfurt auf einen guten Start.

Wir fiebern dem richtig entgegen und hoffen vor allem auch auf das Publikum. Das ist irre hier. Wir spüren im Moment die Aufbruchsstimmung in der Stadt und bei den Fans.

Diese Emotionen können einen tragen, das kann sich aber auch schnell umkehren.

Sicher gibt es Schwankungen. Aber diese Schwankungen können wir verhindern. Es liegt jetzt an uns.

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  Leserkommentare

 
Helmut B., Donnerstag, Februar 2 um 18:53 Uhr Schreibfehler... ... d e s Fußballs soll es natürlich heißen. :-)

 
Helmut B., Donnerstag, Februar 2 um 18:52 Uhr @ Esor P. Nicht aufregen, einfach ignorieren, den Erfinder der Fußballs mit den langen Sätzen ála Thomas Mann...

 
Esor P., Donnerstag, Februar 2 um 16:38 Uhr @ Phillip Schröter Was ich unter "Kuschelrunde" verstehe will ich Ihnen gerne erklären.
Ich rede da nur vom Trainingsspiel. Mir fehlte da der letzte Wille unbedingt den Ball zu erobern bzw. zu behaupten. Dabei geht es nicht um Fouls oder so. Ich meine die letzte Geilheit es dem Trainer zu beweisen und um die Stammplätze zu kämpfen. Das Spiel war in meinen Augen jetzt nicht schlecht aber für die neue Zielsetzung nicht gut genug.

Ach ja bevor Sie mir jetzt erklären wollen, was man unter Kuschelrunde zu verstehen hat und dass die Trainingsspiele allesamt doch das nötige Feuer hatten, vergessen Sie es einfach. Wenn Sie meine Kommentare richtig gelesen haben, wissen Sie, dass es meine subjektive Meinung ist und Sie werden es nicht schaffen mich umzustimmen. Und ja, ich bin dumm!
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